Geschichte

Samstag, 5. Februar 2011

Muslim-Bruderschaft - alte Verbündete des Westens



Im Spätsommer des Jahres 1953 kam es zu einem Besuch im Oval Office, dem Zentrum der amerikanischen Macht. Ein junger Mann, oliv-farbene Haut, sorgfältig getrimmter Bart und im schwarzen Anzug bei Dwight D. Eisenhower. Es waren weitere Personen anwesend, Koran-Gelehrte, Imame, Mullahs und einige politische Aktivisten aus Indien, dem Jemen, Syrien und Nordafrika. Bei dem speziellen Gast des amerikanischen Präsidenten handelte es sich um Said Ramadan. Einem militanten Vertreter und Ideologen der Muslim-Bruderschaft aus Ägypten.

Hassan al-Banna hatte die Muslim-Bruderschaft 1928 in Ägypten gegründet. Die Ursachen waren komplex. Als Hauptgründe erscheinen die Aufkündigung des osmanischen Kalifats durch die Türkei, die britische Kolonial-Herrschaft und die westliche Dekadenz der Kolonialherren. Schnell breitete sich die Bewegung im Nahen Osten aus. Die Muslim-Bruderschaft gilt als erste revolutionäre Bewegung des Islams. Während die Wahhabiten in Saudi-Arabien mit dem osmanischen Islam kurzen Prozess machten und alles, was an diesen erinnerte, mit Feuer und Schwert beseitigten, man spricht von ca. 400.000 Opfern, Moscheen verbrannten, entwickelte sich die Muslim-Bruderschaft zur politischen Kraft in Nahost. Mit Ausnahme Syriens gelang es ihnen in jedem Land der Region Fuß zu fassen.

Said Ramadan war ein treues Mitglied der Bruderschaft. Durch die Heirat mit Wafa al-Banna, der Tochter Hassans, wurde er zum Schwiegersohn des Gründers der Bruderschaft und kam somit in die inneren Zirkel der Macht.

Für Hassan al-Banna war der Islam ein allumfassendes, kultartiges System des Glaubens. Unter Bezug auf den Islam der Altvorderen, der Salafyyia, den mystischen Sufis, die eine freimaurerartige Bewegung im Islam darstellen, beschrieb Banna seine Bewegung wie folgt:
"die Botschaft der Salafyyia, die Wahrheit der Sufis, eine politische Organisation, eine athletische Gruppe von Menschen, eine bildungskulturelle Vereinigung, eine ökonomische Einheit und nicht zu letzt eine soziale Idee, ist die Bewegung der Muslim-Bruderschaft."
Zurück ins Oval-Office des Spätsommers 1953.

Der Besuch Said Ramadans beim amerikanischen Präsidenten fand zu einer Zeit statt, als hinreichend bekannt war, dass die Muslim-Bruderschaft eine Organisation von Fanatikern und Terroristen sind. Die Gefolgsleute der Bruderschaft hatten mehrere offizielle Regierungsvertreter und einen Ministerpräsidenten ermordet. Was dazu führte, dass der amtierende König von Ägypten, Faruk, die Bruderschaft verbieten ließ, ihre Mitglieder gingen somit in den illegalen Untergrund. Die Bruderschaft verschwand nicht und teilte nicht das Schicksal des ägyptischen Königs. Was war geschehen, dass sich ein amerikanischer Präsident mit Mördern und Intriganten ablichten ließ. Der kalte Krieg tobte und die USA befanden sich auf dem Höhepunkt der McCarthy-Ära. Bindemittel für die Ewiggestrigen, die kommunistische Bedrohung der Welt durch die Sowjetunion, die Verbreitung kommunistischer Ideen in einer Reihe von Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Antikommunismus einer ganzen Menschheitsepoche eint sie Alle, ob nun die Katholiken, Evangelikalen, Islamisten, Politiker jedweder Coleur.

Also, Eindämmen, Zurückdrängen und Vernichten des politischen Gegners war die Rolle, die der Muslim-Bruderschaft zugedacht war. Die USA, die bis heute die Frage nicht zufriedenstellend beantworten können, wie denn ihr Erdöl unter arabischen Sand komme, hatten einen "treuen" Verbündeten gefunden.

Mit dem Sturz des ägyptischen Köngs Faruk durch das Komitee der "Freien Offiziere" unter Führung von Gamal Abdel Nasser sollte das Land einen völlig anderen Weg einschlagen. Anwar as-Sadat, Mitglied des Komitees war auch ein treuer Muslim-Bruder. Zunächst konnte die Annäherung Ägyptens ,unter Nasser, an die Sowjetunion nicht verhindert werden. Nach einem Attentatsversuch der Muslim-Brüder auf Nasser wurden diese erneut verboten. Nasser selbst betrieb die Säkularisierung des Landes in großem Umfang. Mit dem Tod Nassers 1970 kam Sadat an die Macht. Sadat ließ die Muslim-Brüder wieder zu und machte die Säkularisierung rückgängig. Folgerichtig keimte der Islamismus wieder auf, den Sadat auch für sich politisch vereinnahmte.

Den Muslim-Brüdern wurde anfänglich das Attentat auf Sadat zugerechnet. Klar ist aber, dass Sadat von vier Islamisten der Gruppe Al-Jihad ermordet wurde.

Während der jüngsten Unruhen in Ägypten verhielten sich die Muslim-Brüder eher passiv und erklärten, dass sie sich an einer neuen Regierung im Lande nicht beteiligen würden.

Auffallend an der Geschichte der Muslim-Bruderschaft sind die Parallelen, unter Bezug auf die Taliban. Antikommunismus hat bisher jedes Mittel gerechtfertigt, US-amerikanischer Staatsterrorismus wird in die Welt getragen und schlägt mit aller Macht auf die Verursacher zurück. Al-Quaida sind die Muslim-Brüder ein Dorn im Auge, da diese die normalen Medien nutzen, ohne terroristische Ambitionen, um ihre Ziele zu verwirklichen.

Vielleicht haben ja die Muslim-Brüder der sozialen Idee des Hassan al-Banna den Vorzug gegeben. Sie nun als die Schreckgespenster einer möglichen neuen Gesellschaft in Ägypten hinzustellen ist grundlegend falsch.

Und demokratisch gewählte Muslim-Brüder sind demokratisch gewählt. Der Westen sollte seine demokratischen Maßstäbe auch bei sich selbst anlegen.

Montag, 15. Februar 2010

New York bevor es New York wurde

Berge, Flüsse und Wildnis. Der Times Square ein Feuchtgebiet. Eric Sanderson bildet das unzivilisierte New York in 3D-Bildern ab.

Dienstag, 7. Oktober 2008

18 Jahre nach dem Untergang

18 Jahre nach dem Dahinscheiden der DDR weht ihre Fahne noch - in Kanada, genau in Montreal, dem Ort der Olympischen Sommerspiele von 1976. Dahinter ist die Fahne der BRD zu sehen.

Ohne in Ostalgie zu verfallen, es ist schon erstaunlich.

Dienstag, 3. Oktober 2006

Die neue deutsche Teilung

Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung interessante Ansichten, zu empfehlen.

Mittwoch, 28. Juni 2006

Chinesische Feuermauer, Kalter Krieg, Spekulationen

In den letzten Tagen wird in den Teckie-blogs darüber diskutiert, wie man die Firewalls der chinesischen Regierung umgehen kann, wie man sie durchlöchert, um mehr Transparenz und Freiheit in diesem Land zu erzielen. Dabei kam mir der Gedanke, was wäre wenn der Ostblock nicht zusammen gebrochen wäre? Das westliche Internet und ein verkrüppeltes, weil zensiertes im Osten. Hätte das Internet in seiner jetzigen Form sich überhaupt entwickeln können? Es ist spekulativ, weil es so nicht lief, aber interessant mal darüber nach zu denken.

Samstag, 17. Juni 2006

Der 17. Juni 1953, eine Art Rückblick

Eigentlich wollte ich mich nicht zum Thema äußern, aber na ja, mal versuchen.
Aufgewachsen mit der Argumentation, dass eine Konterrevolution niedergeschlagen wurde, ausgestattet mit dürftigen Informationen darüber, was wirklich geschah. Jahrelang im Westen zum Feiertag der Deutschen Einheit" hochgejubelt, im Osten mehr oder weniger totgeschwiegen. Letztlich entschieden habe die Sache russische Panzer, der Befreier, der sein eigenes Reich gegründet hat und dem neben vielen anderen, an der Spaltung Deutschlands, gelegen war.
Auf der einen Seite das Wirtschaftswunder auf der anderen Seite, dass zähe ringen um die Verbesserung der eigenen Lebensumstände. Jeder der etwas zu sagen hatte gab vor im Besitz der allein-seligmachenden Wahrheit zu sein. Der einfache Mann konnte es sich heraussuchen, die Entscheidung nahm ihm keiner ab. Die einen glaubten an die Bedrohung aus dem Osten und die anderen glaubten an die aus dem Westen. Beide deutsche Staaten, der siamesische Zwilling des kalten Krieges. Organisch getrennt, die Nervenfasern waren es nicht, die Menschen konnten sich erinnern, hatten Verwandte, Geschwister, Kinder und Freunde auf der jeweilig anderen Seite. Mit den Menschen wurde gespielt und alles wurde in Kauf genommen, Existenzen vernichtet Familien getrennt. Die Mauer wurde dann die nach innen gerichtete Drainage. Nach 2 verheerenden Kriegen, die von Deutschland ausgegangen waren, war es nun soweit, bei einem neuen Krieg würden die sich gegenseitig umbringen. Ein Krankheitserreger der Menschheit, der sich selbst auffraß. Genial.
Im Rahmen des NATO-Raketen-Doppelbeschlusses hat sich ein amerikanischer General dahingehend gäußert, je kürzer die Reichweite unser Kernwaffen um so toter die Deutschen.
Ein Witz zum Abschluss.
E. Honecker hatte sich unter das Volk gemischt und ein altes Mütterchen fragte ihn, wer den den Sozialismus entdeckt hätte, die Politiker oder die Wissenschaftler. Honecker stramm, natürlich die Politiker. Das Mütterchen darauf hin, dacht ichs mir doch. Die Wissenschaftler hätten den erst an Ratten ausprobiert.;-)

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Naturalismus - kein Dogma!

Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräfte gewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir haben herausgefunden, dass diese Erde groß genug ist, dass sie jedem hinlänglichem Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; dass diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf die Kosten des anderen leben will; und das wir nicht nötig haben, die ärmere Klasse an alle Himmel zu verweisen.

Heinrich Heine, Romantische Schule, 1835

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Meine Kommentare

Der hätte die Abrissfirma...
Der hätte die Abrissfirma mit einem Handtuch erschlagen....
nickpol - 15. Juni, 13:59
in doors we trust
yeah, that'll be true :)
nickpol - 21. Januar, 10:30
Wer hat denn Wissenschaft...
Wer hat denn Wissenschaft zur Religion erhoben. Etwas...
nickpol - 19. Juni, 09:17
Bei mir hier heissen...
Bei mir hier heissen die Mulwarp, und wenn sich einer...
schlafmuetze - 27. Februar, 20:44
Danke Misanthrop, dir...
Danke Misanthrop, dir auch :)
nickpol - 31. Dezember, 13:31
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Ich halte nicht viel, oder besser gesagt gar nichts...
nickpol - 18. Oktober, 15:03
sieht doch gut aus, in...
sieht doch gut aus, in meiner verehelichten Zeit lief...
schlafmuetze - 17. August, 22:57
@Ansuzz
nicht aus allen Philosophien und Religionen etwas....
schlafmuetze - 8. August, 20:23

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