Religion

Mittwoch, 12. August 2009

Kampf bis zur Erleuchtung

Lorenzo Ravagli und der Glaubenskrieg der Anthroposophie gegen Helmut Zander

Von Andreas Lichte

Frühjahr 2009. Als Antwort auf Helmut Zanders preisgekröntes Standardwerk “Anthroposophie in Deutschland” erscheint Lorenzo Ravaglis Schmähschrift “Zanders Erzählungen”. Im Vorwort sagt Dr. Walter Kugler, Leiter des Rudolf Steiner Archivs in Dornach, Ravagli habe das Ziel gehabt, “zu retten, was noch zu retten ist” und dabei Mut bewiesen. Zum Beispiel so:

Ravagli beschuldigt Zander, dieser verfolge mit seiner publizistischen Tätigkeit zur Anthroposophie eine “verdeckte Agenda” [S. 24].

Ravagli stellt Zander als “Enthüllungsjournalisten marxistischer Orientierung” dar, der “trotz seiner katholischen Vergangenheit einem marxistisch inspirierten, historischen Materialismus verpflichtet ist” [S. 35].

Ravagli stellt klar, dass nicht etwa die Anthroposophie eine Sekte ist, sondern: „Zander als Eingeweihter einer trivialaufklärerischen Entmythologisierungtradition strebt wie alle Angehörigen von Wissenschaftssekten (sic!) danach, die Normativität seiner partikularen Rationalität zu universalisieren und alle Angehörigen abweichender Traditionen oder Diskursgemeinschaften als Ketzer zu stigmatisieren.“ [S. 372]

Möchte jemand versuchen, das zusammenzufassen? Wie wäre es damit: Helmut Zander – ein katholisch-marxistischer, materialistischer Verschörer der Sekte Wissenschaft gegen die Anthroposophie?

Solch mutige anthroposophische Charakterisierungen Zanders haben Tradition. Ein Blick zurück:

Sommer 2007. Nach Zanders Artikel “Jenseits von Steiners höherer Erkenntnis – Entmythologisiert die Anthroposophie!” kommt es im eigens eingerichteten Diskussionsforum der Stuttgarter Zeitung zu heftigsten Angriffen gegen Zander:

Autor: didlda“ gibt dem Leser einen Crashkurs in moderner Spiritualität, weist auf „banalstes Allgemeinwissen“ hin, das – ausser Helmut Zander – „heute jeder weiss, damals auch“. So erfährt der Leser etwas über den Zusammenhang von Chakras und der Quantenphysik, „die heute weit in geistige Gebiete hineinreicht, die Steiner bereits vor 100 Jahren ganz klar nachvollziehbar benannt hat.“ Dankbar werden Heisenberg, Planck und Schrödinger in ihren nächsten Inkarnationen den Kollegen Steiner begrüßen!

Bei „didlda“ wird aus Zander „Zehnder“, der Zehn-Ender, der zum Abschuß freigegeben wird. Halali! Zanders Buch „Anthroposophie in Deutschland“ ist mit 1884 Seiten und 246,00 Euro Kaufpreis wahrlich ein kapitaler Hirsch, dem man mit großkalibrigen Waffen begegnen muss:

Autor: Vater“ nimmt Zander so aufs Korn: „Ich finde die Herangehensweise von Herrn Zehnder höchst unsachlich und unwissenschaftlich.“ Lieber Leser, sagen Sie jetzt bitte nicht, dass sei aber ein glatter Fehlschuss. Es gibt andere Autoren, die für „Vater“ nachladen und nachladen:

Autor: Dr. Jörg Ewertowski, Leiter der Rudolf Steiner Bibliothek in Stuttgart“ wirft Zander vor, er besässe keine „echte ergebnisoffene wissenschaftliche Fragehaltung“, sonst hätte Zander ja schon längst selber entdeckt, dass es nur EINE, Zitat Ewertowski, „Weisheit vom Menschen“ geben kann, nämlich die „Anthropo-Sophia“.
Autor: frank schneider, theatron die bühne stuttgart“ verdächtigt den „katholischen Theologen Zander“, im Auftrage der Kirche Andersgläubige zu verfolgen. Zander versuche, „jahrhundertealte katholische Postulate zu zementieren,“ was „Autor: Lilli Kurz und Gerd Raisch“ mit Hinweis auf den aus anthroposophischer Sicht größten Sündenfall der Kirche bestätigt: „Es scheint Herrn Zander als Historiker entgangen zu sein, dass die katholische Kirche beim Konzil in Konstantinopel im 9. Jahrhundert den Geist abgeschafft hat.“

Zander, der als Katholik offensichtlich nicht im Vollbesitz des Geistes ist, wird von „Autor: Dieter Knellessen“ bescheinigt, dass er spirituell-esoterische Sachverhalte entweder nicht kenne, oder aber ihnen nicht sachgerecht, statt dessen mit materialistischen Methoden begegne.

Gerade noch fundamentalistischer Katholik, wird Zander also als Anhänger der „materialistischen Weltsicht“ entlarvt, die laut „Autor: Hans Bohnstengel“ „uns im Ergebnis zwei verheerende Weltkriege, die wachsende Umweltzerstörung und den immer deutlicher sich abzeichnenden vom Menschen bewirkten Klimawandel bescherte.“ Böse, böser, Materialismus. Hier macht sich die anthroposophische Doppelbesetzung des Bösen bemerkbar: Es muss für beide Hauptdarsteller – „Lucifer“ UND „Ahriman“ – genug zu tun sein ... und Ahrimans anthroposophische Paraderolle ist nun einmal der Materialismus.

Autor: Wolfgang Dengler“ ergänzt: „Herrn Zander ist [es] offenbar ein Dorn im Auge, wenn jemand die Entwicklung aus der geistigen Welt heraus erklärt. Er will offenbar nur das sinnliche Geschehen als solches gelten lassen.“ Sehbehindert fällt Zander die Hellseherei als „geisteswissenschaftliche“, d.h. anthroposophische Standardmethode naturgemäß schwer, so dass Zander Dengler wohl einfach glauben muss, wenn dieser erklärt: „Nichts ist lebenssinn- und lebenskraftgebender als das Weltbild der Anthroposophie, das die Errungenschaften der Naturwissenschaft auf sinnlichem Gebiet voll anerkennt. Die Veränderung eines Weltbildes benötigt eben Jahrhunderte und erzeugt heftigste Widerstände, wie dies bei dem kopernikanischen Weltbild auch geschah.“

Steiner, der Kopernikus des 21igsten Jahrhunderts ...

Stolz ist man vor allem auf die „anhaltenden Erfolge anthroposophischer Lebenspraxis“, die man sich nicht kleinreden lassen will. Vielleicht sieht Zander hier tatsächlich nicht den kreativen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Impuls des neuen Weltbildes, hätte es sich denn erst einmal durchgesetzt. Man stelle sich vor ...

Nach gescheitertem Verkaufsgespräch kehrt der Handlungsreisende Willi Lohmann auf sein Hotelzimmer zurück und sucht Trost in der Bibel. Es folgt der übliche Griff in die Schublade des Nachtschränkchens ... Halt! Es gab inzwischen die anthroposophische Zeitenwende: Willi Lohmann findet nun Erbauung in der Mini-Bibliothek, die im anthroposophischen „5ten nachatlantischen Zeitalter“ zur Standard-Ausstattung jedes Hotelzimmers gehört. Wobei „Mini“ vom Understatement des Hoteliers zeugt, gilt es doch, 354 Bände der Rudolf Steiner Gesamtausgabe unterzubringen.

Welch neue, grossartige Perspektiven bieten sich hier dem Architekten! Berücksichtigt man auch noch die Gestaltungsvorgaben Steiners, freut sich auch noch die Beton-Industrie:

HotelversuchsanlageGoetheanum in Dornach Schweiz und Hotelversuchsanlage am Atlantik, Pleinmont, Guernsey

Jubeln wird der Innenminister: Deutschland und die Welt sind gewappnet für den Kampf gegen den Terror, oder wie es Steiner sagt: „(...) es werden aus der gesamten Masse der Menschheit sich überall diejenigen herausrekrutieren, die reif sind, die gute, die edle, die schöne Seite der nächsten Kultur nach dem Kriege aller gegen alle zu bilden.“

Weitere praktische Konsequenzen für die zukünftige anthroposophische „Menschheitsentwickelung“ kann jeder, der Zitat „Autor: Holger Böttcher“, über die „geeignete Schulung“ verfügt, in Steiners „Akasha-Chronik“ nachlesen. „Autor: Dr. Jörg Ewertowski“, Leiter der Rudolf Steiner Bibliothek in Stuttgart, wird bei der Entschlüsselung des „Äthers“ – „Akasha“, Sanskrit – gerne behilflich sein, ist er sich doch sicher, „dass wir alle die Wahrheit erfahren werden“, sei Steiner doch „rational und vernünftig“.

Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück so nahe liegt? Schliesslich haben wir sie ja schon, die Waldorfschule, wo man „Autor: Heike S. Mayer“ „voll und ganz zufrieden ist“. Und profitiert. Heike S. Mayer: „Ich werde gerne zu Lesungen eingeladen, weil ich das so routiniert machen würde. Nur selten hätte man so gute Leser gehabt.“

Gratulation Frau Mayer! Waldorfschüler sind eben „in der Regel intelligent, kreativ und integrativ und haben ein gesundes Selbstbewusstsein“, so „Autor: Hanna Kowatsch – Ehemalige Waldorfschülerin“.

Hat man sich erst einmal selbst – oder die eigenen Kinder – ins rechte Licht gerückt, lobt man auch gerne noch Steiners Waldorfschule. Und gesellt sich als „Nur“-Waldorfeltern und -Schüler zu den eigentlichen Steiner-Anhängern. Sie lobpreisen ihren „Menschheitsführer“ in den höchsten Tönen, fast hat man den Eindruck, es handele sich um ein „O beate et benedicte et gloriose Rudolphe“, vorgetragen vom Chor der Kastraten der Päpstlichen Kapelle.

Wer nun meint, „Kastrat“ sei doch eine äusserst ungehörige Beleidigung des Anthroposophen, kennt Steiner nicht. Zum Beweis sei hier ein längeres Steiner-Zitat erlaubt, vorgetragen von „Autor: fast-Waldorfvater“:

“Ursprünglich war auch der Mensch ein ätherisches Wesen von pflanzlicher Substanz. Damals hatte der Mensch diejenige stoffliche Natur, welche heute die Pflanze noch besitzt. Hätte der Mensch nicht die pflanzliche Substanz zum Fleisch umgewandelt, so wäre er keusch und rein geblieben wie die Pflanze. (...)

Die Fortpflanzungsorgane haben am längsten ihren pflanzlichen Charakter bewahrt. Alte Sagen und Mythen berichten uns noch von Hermaphroditen (...).

Manche glauben, das Feigenblatt, das die ersten Menschen im Paradies gehabt haben, sei ein Ausdruck der Scham. Nein, in dieser Erzählung hat sich die Erinnerung daran bewahrt, daß die Menschen an Stelle der fleischlichen Fortpflanzungsorgane solche pflanzlicher Natur gehabt haben (...).

Der Mensch wird nicht auf seiner jetzigen Stufe stehenbleiben. Wie er von der reinen Keuschheit der Pflanze in die Sinnlichkeit der Begierdenwelt hinabgestiegen ist, so wird er aus dieser wieder heraufsteigen mit reiner geläuterter Substanz zum keuschen Zustande.”

Na, ist doch schön, wenn man klare Ziele hat! Wenn man als Anthroposoph endlich die ach so lästige Sexualität los wird.

Ziele hat auch Andreas Molau: er möchte eine NPD-Waldorfschule gründen. Molau war von 1996 bis 2004 Waldorflehrer in Braunschweig, „Autor: harry“ läßt Molau selber berichten, zitiert von der NPD-homepage: „Ich unterrichtete die Fächer Deutsch, Geschichte, Musik und Politik und war auch Klassenlehrer im Grundschulbereich. Nachdem meine Zusammenarbeit mit der nationaldemokratischen Zeitung „Deutsche Stimme“ bekannt wurde, folgte die Kündigung (...).“

„Warum nicht früher?“, fragt man sich. Molau war vor seiner Waldorf-Karriere publizistisch tätig, machte aus seiner Gesinnung nie ein Hehl: Seine Staatsexamensarbeit über Alfred Rosenberg wurde 1993 bei dem extrem rechten Verlag Siegfried Bublies veröffentlicht. Während seines Studiums arbeitete Molau als verantwortlicher Kulturredakteur bei der Jungen Freiheit, die er u.a. aufgrund fehlender Distanz zu Positionen von Holocaustleugnern 1994 verlassen mußte. Daraufhin war er verantwortlicher Redakteur bei der Zeitschrift Deutsche Geschichte des mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilten Verlegers Gert Sudholt.

Dann schwieg er und wurde Waldorflehrer. Verstummte er wirklich? Was unterrichtete er beispielsweise in Geschichte und Politik? Die Antwort kennt nur Molau, der Rudolf Steiner und der Waldorfpädagogik sein größtes Lob ausspricht: „Steiner hat stets völkisch argumentiert. So betont er nicht umsonst die Differenzen von Rassen und Völkern. Die ganze Waldorfschulpädagogik ist von dem Begriff der ‘Geliebten Autorität’, über den Gemeinschaftsaspekt in großen Klassen, die Behandlung der Völkerfrage in der Mittelstufe, die der Nibelungen und des Faust in der Oberstufe eine gute deutsche Sache.“

Wäre Molau nicht DER Fall für die „interne Konferenz“ der Waldorfschule Braunschweig gewesen? „Autor: Thekla Walker, Bund der Freien Waldorfschulen“ erklärt uns: „Zander spricht von ‘interner Machtausübung’. Die Organe und Gremien der Waldorfschulen sind aber transparent organisiert. Die ‘interne Konferenz’ ist ein kollegiales Selbstverwaltungsorgan, das aus der Lehrerkonferenz gebildet wird und die Funktion der Schulleitung ausübt.“ Man stelle sich vor ...

Molau wird in der „internen Konferenz“ befragt:

„Herr Molau – meinen Sie ‘Volksgeist’ oder ‘Volksgeist’?“
„Natürlich ‘Volksgeist’!“

Und um letzte Zweifel zu beseitigen, bringt Molau ein geflügeltes Steiner-Wort: „Soll Goethe die gleichen Bedingungen haben wie ein beliebiger Hottentotte?“

„Goethe“! – was will man mehr! Jetzt steht es fest: Molau ist Anthroposoph und ohnehin ein überaus geschätzter Kollege ...
Sollte man hier einen Zusammenhang mit der Wortmeldung von „Autor: info3“ sehen? Zitat: „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien untersucht derzeit, ob sie Schriften des Reformpädagogen Rudolf Steiner auf den Index setzt. Es geht dabei um zwei Vortragsreihen aus den Jahren 1908 und 1910, in denen Steiner die Menschenrassen bezüglich ihrer Hautfarbe und ihres Standes in der Menschheitsentwicklung darstellt. ‘Es gibt zweifelsohne rassistische Motive in Steiners Denken’, sagt der Historiker Helmut Zander. ‘Beispielsweise, wenn er von «passiven Negerseelen» oder «degenerierten Völkern» redet (...).’ Das Bundesfamilienministerium hatte zwei Bände aus Steiners Gesamtwerk zur Prüfung vorgelegt. Eine Entscheidung der Bundesprüfstelle wird für den 6. September 2007 erwartet.“

All das lässt den Anthroposophen natürlich völlig unbeeindruckt. Wie sagt „Autor: Dr. Jörg Ewertowski“: „Warum schmeckt denn die Demeter Tomate so gut? Weil die Präparate, die Rudolf Steiner aus seinen Erkenntnisquellen heraus entwickelt hat, eben wirken!“

Und keinesfalls, weil, wie „Autor: AnhroPa“ unterstellt, „Reichsführer SS Heinrich Himmler die biologisch-dynamische Landwirtschaft in den Konzentrations- und Vernichtungslagern anbauen ließ.“
Übernahme Brightsblog

Donnerstag, 13. November 2008

Spirituelle Kriegführung

Mary Glazier, Windwalker Gemeinde Alaska

Ich glaube an die spirituelle Kriegsführung. Alaska erhielt eine Aufgabe, denn sehr liberale Kandidaten hatten sich für den Posten des Gouverneurs beworben, und wir begannen zu Gott zu beten uns einen Christen zu schicken, erklärt Mary Glazier.

Auf einer Konferenz in Everett, Washington, vergangenen Sommer beschreibt Glazier, wie man vor zwei Jahrzehnten angefangen hat, entsprechende Kandidaten für das höchste Amt des Staates Alaska auszuwählen und vorzubereiten. Als erstes verhalf man dem unabhängigen Kandidaten Walter J. Hickel auf den Sessel, danach wurden Gebete gesprochen für eine vielversprechende Kandidatin, die damals 24 Jahre alte Sarah Palin, die Hickel später im Amt folgen sollte.
Genau wie Thomas Muthee, beschreibt Glazier persönliche Kämpfe gegen Hexen und Zauberei, ebenso wie Muthee scheint sie eine besondere religiöse Bindung zu Sarah Palin gehabt zu haben oder noch zu haben. In einem Festakt, in Wasilla, wurde Palin vor Gott gesalbt und als politischer Führer dieser religiösen Gruppe eingesetzt.
Am 13. Juni 2008 bei der Eröffnung der "Gate of Heaven on Earth" Konferenz, auf der viele Top-Vertreter der apostolischen Reformation anwesend waren, gab Glazier zu verstehen, dass die politische Karriere von Sarah Palin den Gebeten ihrer ganz persönlichen Gruppe zu verdanken sei.

Als Gott zu sprechen begann, war sie 24 Jahre alt, über diese Zwiesprache mit dem Herrn erhielt sie die Intention in die Politik zu gehen. Sie wurde ein Teil unserer Gebetsgruppe in Wasilla. Jahre später wurde sie Bürgermeisterin von Wasilla und im vergangenen Jahr zum Gouverneur des Staates Alaska gewählt. Bei ihrer Amtseinführung widmete sie den Staat Alaska Jesus Christus. Hallelujah! Hallelulah!

Diese gute Nachricht verbreitete sich im Netz der Neuapostolischen Reformation. Pastor Jan-Aage Torp schrieb am 06. September 2008 begeistert in seinem Blog:" Palin ist ein Gebets-Krieger und ein Pfingstler".
Pastor Torp, Oslo, ist ein Apostel in C.Peter Wagners Internationaler Koalition der Apostel, einem Netzwerk von rund 500 Aposteln in den Vereinigten Staaten und 42 weiteren Nationen. Torp berichtete in seinem Blog, dass er C. Peter Wagner und dessen Ehefrau Doris in den vergangenen Wochen besucht habe, zu dem Zeitpunkt, als Palin zum Vize-Präsidentschaftskandidaten von John McCain ernannt wurde. Mit Spannung notiert Torp weiter, dass die Medien in den USA nicht auf die Zugehörigkeit Palins zum Predigernetzwerk verweisen, sondern es sich bei Palin um eine interessante Persönlichkeit handelt, die im Mittelpunkt der Gruppe um Mary Glazier steht.
Mary Glazier ist einer der Propheten aus Wagners inneren Führungskreis, dem Ältestenrat der Propheten, des Apostolischen Rates. Die Neuapostolische Reformation ist der Titel der Struktur, welche Peter Wagner, in den späten 90igern, als "Dritte Welle des Heiligen Geistes" bezeichnete. Mary Glazier ist die Führerin von Wagners US strategischem Predigernetzwerk in Alaska. In mindestens 4 öffentlichen Zeremonien wurde Sarah Palin, durch auflegen der Hand, gesalbt. 3 dieser Zeremonien wurden gefilmt und befinden sich auf der offiziellen Webseite des Staates Alaska. Das wohl häufigste Video ist die Salbung durch den kenianischen Priester Thomas Muthee, in der Kirche von Wasilla, bevor Palin zum Gouverneur des Staates gewählt wurde. Während eine Reihe von Medien die Tatsache herausstellten, dass Muthee in seiner Heimat Kiambu Hexen jagt, muss man betonen, dass er nicht irgendein Hexenjäger ist. Er ist unter anderem international dafür bekannt, die Hauptrolle zu spielen und endgültige Multimedia-Instrumente zu produzieren, welche die evangelikalen Anstrengungen zeigen "Die Dritte Welle des Heiligen Geistes" und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Neuapostolische Reformation darzustellen.

Heute ist die Neuapostolische Reformation ein separater Zweig, mit eigener Theologie, apostolischen Netzwerken, Schulen, schulischen Zulassungssystemen, Konferenzen und Medien. Jeder von Wagners rund 500 Aposteln hat eigene Netzwerke, schenkt man den Angaben dieser Apostel Glauben, dann reden sie von hunderten bis tausenden Gemeindemitgliedern. Sie allen betrachten sich als Teil der radikalsten Umstrukturierung des Christentums seit der Reformation und glauben, dass sie am Ende aller Zeiten Millionen von Seelen, bei der Rückkehr Jesus' , ernten können.
Die neuen Apostolen haben einen einzigartigen Satz von evangelikalen Werkzeugen und Bedingungen entwickelt, auf der Grundlage des Konzepts der spirituellen Kartierung, um Dämonen zu vertreiben. Zu diesem besonderen Zweck bieten sie Kurse an, um in Städten, die Widerstand gegen das Evangelium leisten, die territorialen Dämonen austreiben zu können. Diese Konzepte werden unter die Öffentlichkeit gebracht, insbesondere durch die Medien und Videos, die von George Otis jr. produziert werden. Die "Sentinel Group", der Otis angehört, dokumentiert mittels dieses Filmmaterials die erfolgreichen Transformationen durch die "Spiritual Warfare" und anderer, neuer Technologien. Diese Videos vermitteln die soziale Botschaft, dass eine, nur im Glauben ultimative Gesellschaft, durch das Wirken Gottes verbessert werden kann. Die vom "Geist erfüllten" Christen sind zu vereinen, um die Dämonen aus ihren Gemeinden zu vertreiben und all jene, aus den Behörden zu entfernen, die "nicht wiedergeboren" sind.
Das Jahr 2001 erklärte Wagner zum Beginn des Neuapostolischen Zeitalters. Aber bereits 1999 war die Bewegung mit den Gemeinden im neuen, "spiritual warfare" verbunden, so wie es in den Videos und Büchern dargestellt wird.
Thomas Muthee spielt beim Erfolg der neuapotolischen Gemeinden eine Schlüsselrolle. Die spirituelle Kriegsführung war und ist nicht nur auf Afrika beschränkt. Videos mit den dokumentierten Transformationen hatten ebenso in Almolonga, Guatemala; Cali, Kolumbien und Hemet, Kalifornien Erfolg. In Hemet soll es den spirituellen Kriegern sogar gelungen sein, durch Gebete, ein brennendes Meditations-Zentrum zu retten, sprich zu löschen. In diesem Video berichtet George Otis, dass die mit "Geist-gefüllten" Christen die Kontrolle über die Regierung und die öffentlichen Schulen übernommen hätten.Transformation wurde ein Schlagwort für Glaubens-basierte, soziale Programme im Umfeld der evangelikalen Gemeinden und wird für missionarische Zwecke genutzt.
Melbourne wurde in eine große Erneuerung(christlich) transformiert. Die dortige Gruppe, um die Neuapostolische Prophetin Ana Mendez veröffentlichte Zeugnisse dieser Transformation. Mendez hatte, gemeinsam mit Wagner und dessen Ehefrau Doris, sowie weiteren Top-Aposteln und Propheten 1997 an einer Mission in den Himalaya teilgenommen, "Operation Ice Castle". Dieses Unternehmen, der spirituellen Kriegsführung, diente dazu, das Oberhaupt aller territorialen Dämonen, die "Königin des Himmels" zu bekämpfen.Später, in seinem Buch, bezeichnete Wagner dieses Unternehmen als Kraftprobe. Im Angesicht der "Königin des Himmels", welche verantwortlich dafür ist, dass das Evangelium in der römisch-katholischen Kirche und dem Islam nicht angenommen wird.
Mendez schrieb über die Tranformation der Stadt Melbourne, dass die Expedition erfolgreich war und bezog den Tod von Mutter Teresa in die Ergebnisse mit ein.
In Predigten und Vorträgen kommentierte Glazier die überragende Rolle von Palin im Rahmen der Neuapostolischen Reformation, bis hin zur Kontrolle von Staats-und Regierungschefs durch die "Sieben-Berge-Strategie". Diese Bemühungen, die Kontrolle über Religion, Familie, Bildung, Kunst und Unterhaltung, Medien sind klar in den Zielen der Öffentlichkeitsarbeit definiert und werden in zahlreichen Konferenzen immer wieder betont. Vor der Salbung von Sarah Palin betonte Muthee die Notwendigkeit der Übernahme der "Sieben Königreiche" in einer kurzen Predigt. Ein hervorstechendes Merkmal für die Gottesdienste der Neuapostolischen Reformation ist die Verwendung eines militanten Vokabulars. Die römisch-katholische Kirche und die Mormonen werden als korrupte Gemeinschaften dargestellt. Auf einer Website, von Diane Buker, Leiterin einer Gemeinde, die sich "Streitaxt-Brigade" nennt, wird ein Arm dargestellt, der einen Streitkolben hält, ganz konkret gegen den Katholizismus und das Mormonentum gerichtet. Man rühmt sich, am Tod Mutter Teresas mitverantwortlich zu sein und gibt sich Dienstgrade, wie sie eigentlich beim Militär üblich sind. In Predigten wird immer wieder Gewalt angemahnt, den Gewaltsamen wird Gott mit Gewalt überbracht. Das ist die Rhetorik der spirituellen Kriegsführung. Die Führung der Neuapostolischen Reformation betont immer wieder, dass die spirituelle Kriegsführung nicht gegen menschliche Wesen gerichtet sei, sondern eben nur für diese Kriegsführung benötigt werde.

weitere Informationen:

Palin und die Apostel

Palins Kirche und die Dritte Welle

Samstag, 1. November 2008

Der Tanz um den "Goldenen Bullen"

Gläubige Menschen sind ja von Natur aus etwas irrational, können diesen unlogischen Aspekt ihres Lebens aber mehr oder weniger gut handhaben. Wenn dann der Glauben in ekklesiogene Neurosen umschlägt wird es ernst. Wie im Beispiel hier:

Gläubige beten am Börsen-Bullen in New York gegen die "Bären" und "Bullen" des sogenannten freien Marktes. Sie bitten Gott um einen Markt der Löwen. Desweiteren soll der "Herr" die Kontrolle über den Markt übernehmen. Das ökonmische System würde sich nicht dem normalen Menschen offenbaren. In der Bibel tanzten sie um das Goldene Kalb, heute um einen Bullen, der als Statue an Beliebigkeit nicht zu übertreffen ist, aber das ist wohl ein Stigma des Glaubens.

Idee: Pharyngula

Samstag, 4. Oktober 2008

Politik und Religion sind Technologien



So Noah Feldman, was auch immer die Unterschiede sind, so sind sie entworfen worden um grosse Gruppen von Menschen zu verbinden und zu managen.

Freitag, 1. August 2008

Dodo des Monats gewählt


Auf dem Brightsblog ist der Dodo des Monats gewählt worden. Es hat wieder mal einen römisch-katholischen Popanz erwischt.
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Gerhard Ludwig Müller

Michael Schmidt-Salomon, ein weiterer Autor und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Gesellschaft hat ein Buch geschrieben mit dem Titel “Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleineFerkel”. Darin lässt er ein Schwein auftreten, das einen jüdischen Rabbi, einen katholischen Bischof und einen muslimischen Geistlichen über Gott befragt. Die Gottesfrage der großen Philosophen, Religionen und monotheistischer Theologen wird in das Maul eines sprechenden Schweins gelegt und somit verspottet. Schmidt-Salomon verzerrt die drei großen monotheistischen Weltreligionen samt ihrer Vertreter zu gewaltbereiten, rücksichtslosen Karikaturen ihrer selbst.

Die Christen beispielsweise mutieren zu „Trauerklösen“, der heilige Leib Christi als „Plätzchen“ wird wieder ausgespuckt und die Gläubigen aufgrund des katholischen Eucharistieverständnisses als „Menschenfresser“ verhöhnt, die „den Sohn vom Herrn Gott verspeisen“. Schließlich versteigt sich Schmidt-Salomon zum abschließenden Resümee, das er seinen Figuren in den Mund legt: „’Wer Gott kennt, dem fehlt etwas!’ Nämlich hier oben… Das Ferkel tippte sich lachend an die Stirn. Der kleine Igel nickte: Die Leute vom Tempelberg sind wirklich verrückt!“ In diesem Buch werden letztlich alle, die an Gott glauben, unter dem geistigen Niveau eines Schweins angesiedelt. Man gefällt sich in dem Spruch „Glaubst du noch, oder denkst du schon?“ und spricht damit allen Gläubigen das Denken ab.

Vor diesem Hintergrund ist es nur folgerichtig, dem christlichen Gottesglauben jegliche ethische und humanistische Auswirkung abzusprechen. Der Mensch sei doch verfügbar für den anderen Menschen. Warum sollten Kindstötung, Abtreibung und therapeutisches Klonen verboten sein?

Dienstag, 22. Juli 2008

Irdischer Segen

WIESBADEN. (hpd) Das Aufkommen aus der Kirchensteuer ist für 2007 um rund 9 Prozent gestiegen und summiert sich für beide Kirchen zusammen auf rund 9 Mrd. Euro

Nach den jetzt vorliegenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die von den Kirchensteuerstellen der katholischen und der evangelischen Kirche übermittelt werden, betragen die Einnahmen aus Kirchensteuern 2007 für die evangelische Kirche EUR 4,2 Mrd. (€ 4.198.818.000) und für die römisch-katholische Kirche EUR 4,7 Mrd. (€ 4.657.006.000), insgesamt also EUR 8,9 Mrd. (€ 8.855.824.000).

Im Vergleich zu den Kirchensteuereinnahmen von 2006, die gegenüber 2005 um EUR 509 Mio. (oder 6,7 %) angestiegen waren, ist das ein weiterer Anstieg um EUR 720 Mio. (oder 8,9 %). Seit dem Tiefpunkt der Kirchensteuereinnahmen nach der Jahrtausendwende im Jahr 2005 (EUR 7,6 Mrd.) haben sich die Einnahmen aus der Kirchensteuer für beide Kirchen zusammen um 1,23 Mrd. Euro (oder 16 %) erhöht.

Damit ist die Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft für 2006 und 2007, die parallel zum Wirtschaftsaufschwung einen Anstieg von 6,8 % (2006) und 4,9 % (2007) voraussagten, deutlich übertroffen.

Sind nun alle Finanzfragen der Kirche behoben?

Wer nun allerdings meint, dass würde nun alle Finanzfragen der Kirchen und ihre Folgen (Entlassungen, Personalabbau, Schließung von Kirchen und Einrichten, etc.) aufheben, den kann ein einfaches Rechenbeispiel vielleicht vom Gegenteil überzeugen.

In den Jahren 2001 bis 2005 hatten beide Kirchen zusammen Mindereinnahmen aus der Kirchensteuer von insgesamt EUR 1,13 Mrd. zu verbuchen. Mit den Mehreinnahmen wandeln sich diese Mindereinnahmen dann (im ersten Schritt) in ein verbleibendes Plus von 160 Millionen Euro. Legt man jetzt aber (als zweiten Schritt) zugrunde, dass die Kirchensteuereinnahmen jährlich um 2 % hätten steigen müssen, um den in 2000 vorhandenen ‚Bestand’ weiterhin zu finanzieren, so müssten sich die Kirchensteuereinnahmen 2007 auf insgesamt 9,67 Mrd. Euro belaufen, was sie aber nicht tun. Die Differenz von diesem Soll-Wert zu dem Ist-wert 2007 (EUR 8,86 Mrd.) beläuft sich auf 810 Mio. Euro. Dagegen muss zwar das Plus von EUR 160 Mio. abgezogen werden, es verbleibt aber - zur Bestandssicherung auf der Basis 2001 - ein absolutes Defizit von rund 650 Mio. Euro.

Bei ähnlicher Mitgliederzahl 458 Mio. Euro Mehreinnahmen

Bewegte sich das Kirchensteueraufkommen aller Landeskirchen der EKD von 1953 bis 1988 stets oberhalb des Aufkommens aller katholischen (Erz-)Bistümer, so hat sich das seit 1989 ins Gegenteil gewandelt. In dieser Entwicklung zeigen sich innerkirchliche Veränderungen:

  • * In der ersten Phase (bis 1988) gleicht sich allmählich die Mitgliederzahl der katholischen Bistümer - durch eine höhere Zahl der „katholischen” Geburten/Taufen - an. Der “Pillenknick“der Jahre 1965 bis 1975 / 1980 führt dazu, dass pro Jahr in den katholischen religiös homogenen Ehen (Beide Eltern katholisch, die ihre Kinder taufen lassen) rund 50.000 Kinder mehr geboren werden als von den entsprechenden evangelischen Eltern. Von 1975 bis 1996 sind das etwa rund 1 Million mehr katholisch getaufte Kinder.
    * In der zweiten Phase (seit 1987) kommt der dadurch entstandenen jüngere Altersaufbau der Katholiken als ein Mehr an erwerbstätigen katholischen Kirchensteuerzahlern allmählich zum Tragen. (Die 1975 Geborenen sind heute - im Jahr 2008 - 33 Jahre alt und werden um das Jahr 2040 in Rente gehen.)
    * In der dritten Phase (seit 1996) wird dieser Unterschied immer ausgeprägter und führt 2005 zu einem ‚katholischen’ Ergebnis, dass um rund 327 Mio. Euro höher ist als das evangelische Kirchensteueraufkommen. Dieser Unterschied weitet sich 2006 auf 368 Mio. Euro aus und für 2007 sind es 458 Mio. Euro, die von den katholischen Bistümern mehr eingenommen werden als in den evangelischen Landeskirchen.

Diese Spanne, oder die höheren Einnahmen aus der Kirchensteuer für die katholische Kirche in Deutschland, wird sich auch in den nächsten Jahren kontinuierlich erweitern. Die katholischen Bistümer haben insofern schon von 1995 bis 2007 insgesamt 3,46 Mrd. Euro mehr aus der Kirchensteuer eingenommen als die evangelischen Landeskirchen.

„Seid fruchtbar und mehret euch”

Diesen Befunden entspricht schließlich auch, dass für die katholische Kirche die 4,66 Mrd. Euro aus der Kirchensteuer 2007 die höchste Jahreseinnahme nach dem 2. Weltkrieg darstellt. Bei der Evangelischen Kirche hat es bereits fünf Jahre vorher gegeben (1992, 1993, 1995,1999, 2000) in denen die Kirchensteuereinnahmen über den 4,2 Mrd. Euro von 2007 lagen. Mit anderen Worten: während die katholischen Einnahmen aus der Kirchensteuer mit verbesserten Wirtschaftslage und sinkender Arbeitslosigkeit zu neuen Höhen ‚durchstarten’, bleibt der Anstieg der evangelischen Kirchensteuereinnahmen unterhalb der höheren Ergebnisse von früheren Jahren.

Auch wenn sich der Abstand zwischen den katholischen und den evangelischen Kirchensteuereinnahmen weiter vergrößern wird, so bewegen sich die Einnahmen beider Kirchen insgesamt im Absinken und Anstieg parallel zueinander, da sie als Annexsteuer zur Einkommensteuer auch alle Schwankungen der staatlichen Einnahmen aus der Einkommensteuer zwangsweise begleiten.

CF

Dienstag, 10. Juni 2008

The Creation

The Creation By Mr. Fish

Montag, 26. Mai 2008

Conservapedia: Artikel des Jahres

Conservapedia erklärt den Atheismus Artikel zum "Artikel des Jahres. :)

Montag, 19. Mai 2008

Die Sklaverei des Geistes

Bondage of Mind_Cover

von Tim Callahan

Die meisten von uns, die kritisches Denken gewohnt sind, sind vertraut mit dem, was wir unter dem Komplex des Fundamentalismus verstehen, der ausdrücklich den christlichen Fundamentalismus einschließt.

Die Sklaverei des Geistes beschäftigt sich speziell mit dem jüdischen Fundamentalismus. Genau wie der Protestantismus ist vor allem der evangelikale Fundamentalismus eine potente Kraft in der Christenheit. Gleiches gilt für das orthodoxe Judentum unter den heutigen Juden. Das orthodoxe Judentum beansprucht die einzig gültige Form des Judentums zu sein, ähnlich dem der Fundamentalisten unter den Christen.

Im Prozess der Evangelisierung der Juden, vor allem der jüdischen Jugend, wird auf jene verwiesen, die ihre Loyalität vom reformierten Judentum zum orthodoxen überleiteten. Der Ursprung für die Teilung des Judentums in die ideologischen Bereiche orthodox, reformiert und konservativ, liegt in der jüdischen Aufklärung des 19. Jahrhunderts. Die meisten europäischen Denker betrachteten die Juden bis zur jüdischen Aufklärung kulturell und intellektuell als hoffnungslos rückständig. Die intellektuelle Isolation der Juden resultierte aus der Trennung von der sie umgebenden christlichen Gesellschaft und der damit über Jahrhunderte verbundenen Verfolgung.

Während die europäische Gesellschaft im 17. Jahrhundert als eine teilweise Reaktion auf die schrecklichen, religiösen Kriege (vor allem des 30-jährigen Krieges) effektiv säkularisiert wurde,, verblieben die Juden weitestgehend im Mittelalter.

Die Verbreitung der demokratischen Ideologien im 19. Jahrhundert führte zu einer Ablehnung des Antisemitismus, insbesondere unter den Intellektuellen jener Zeit und zur Reduzierung der gesetzlichen Isolation der Juden. Im Ergebnis dieser Reformen reagierten die jüdischen Intellektuellen mit der jüdischen Aufklärung.

Es wurden nicht nur die in ihrer Wirkung übertriebene Bekleidung hinterfragt, sondern auch die extreme Bedeutung der Ernährungsgesetze. Die Ablehnung dieser Eigenartigkeiten war das Ergebnis, es entstanden die reformierten Juden. Reformierte Juden wurden in der sie umgebenden Gesellschaft beteiligt und integriert. Der Ursprung des jüdischen Intellektualismus und die Wirkungen der jüdischen Philosophen, Mathematiker, Wissenschaftler, Künstler, klassischer Musiker und anderer - findet sich im 19. Jahrhundert, dem Jahrhundert ihrer Aufklärung.

Einigen Juden ging die Reformbewegung zu weit, insbesondere der Grad der Assimilation. Sie betonten daher ihre Rückkehr zur Praxis und zur Pflege der Ernährungsvorschriften, sie studierten die hebräische Sprache, kehrten aber nicht zu den Eigentümlichkeiten der Bekleidung zurück. Aus ihnen entwickelten sich die konservativen Juden. Wir dürfen diese Bewegung mit der katholischen Gegen-Reformation vergleichen, die eine Reaktion auf den Protestantismus darstellte.

Ein geschickter Vergleich zwischen jüdischen Fundamentalisten und amerikanischen Protestanten ist die Position der Akzeptanz einer modernen, wissenschaftlichen Sicht, vor allem der Evolutionstheorie. Über viele Jahrzehnte beteiligten sich die christlichen Fundamentalisten nicht an der allgemeinen Gemeinschaft der Protestanten und pflegten ihre Trennung von dieser. Für sie war es der Erhalt der Reinheit ihres Glaubenssystems. In den Turbulenzen der sozialen Unruhen begannen sie in den 60-ziger Jahren jedoch aktiv unter der Jugend zu missionieren. Bis 1980 wurden sie nicht nur in den verschiedenen Glaubensgemeinschaften - wie die Southern Baptists, wo die Fundamentalisten sogar liberale Kräfte von der geistigen "Führerschaft" vertrieben haben, eine aktive Kraft, sondern auch in der Politik.
"Bondage of the Mind" handelt von den aktiv missionierenden Rabbis , die speziell auf die Jugend der reformierten Juden abzielen. Gold konzentriert sich auf drei Bereiche, die von den Orthodoxen üblicherweise benutzt werden. In seiner Überprüfung der Gedanken, Ziele und Taktiken des wiederauflebenden jüdischen Fundamentalismus nutzt er: "On Judaism", von Rabbi Emanuel Feldmann , "Choose Life" von Rabbi Ezriel Tauber und "Living Up ... to the Truth" von Rabbi David Gottlieb .

In den letzten zwei Titeln sehen wir die bedingungslose Annahme der moralischen Überlegenheit durch die orthodoxen Rabbis: Wenn du meine religiöse Sicht akzeptierst und deinen Säkularismus fallen lässt, wählst du die Wahrheit und das Leben. Wenn du dem nicht zustimmst, wählst du absichtlich und offenkundig die Lüge und den Tod. Wie im christlichen Fundamentalismus zielen die orthodoxen Missionare auf die Jugend unter den säkularen und reformierten Juden.

Bart Ehrmann spricht in seinem Buch "Misquoting Jesus" über seine eigene Verwicklung in der evangelikalen Christenheit als Teenager. Er betont, dass die Missionierung der Jugend durch den protestantischen Fundamentalismus die Unsicherheiten und Ungewissheiten dieser Altersgruppe besonders ausnutzt. Die Orthodoxen tun dasselbe. Die Person, welche nach den Kandidaten für eine Bekehrung fischt, erscheint sehr positiv und sehr sicher in ihrem Auftreten. Sie wirkt in väterlichen Wohlwollen auf den potentiellen Konvertiten ein und siehe da, sie scheint etwas vom jugendlichen Denken zu verstehen. "Du bist verwirrt, nicht wahr?" Der Jugendlich denkt, "Wie kann er das wissen?" Ehrmann betont, dass er natürlich verwirrt war, schließlich war er noch ein Teenager.

Am Anfang seines Buches stellt Gold eine Reihe von einzelnen Kapiteln mit Details aus dem Alten Testament und deren Scheitern in der Praxis dar, die von den Orthodoxen jedoch als das Wort Gottes dargestellt werden, das den Schriften der Menschen gerecht wird. Der Anspruch, eine Paßfähigkeit zwischen der Bibel und der Archäologie zu erlangen, scheitert schon im Ansatz. Zahllose Versuche diesbezüglich verliefen ergebnislos. Es gibt jedoch eine Reihe von Archäologen der Bibel, die aus ihrer Verpflichtung heraus Indizien und Beweise finden wollen, mit denen sich eine große Zahl von Hebräern in der späten Bronzezeit Ägyptens(z.B. ägyptische Gefangenschaft) belegen lassen. Genauso suchen sie Beweise über den Exodus oder die Erorberung von Kanaan und das vereinigte Königreich unter David und Salomon .

Während die Bibel behauptet, dass die Armee Sennacheribs, König von Assyrien, in der Zeit der Belagerung Jerusalems wunderbarer Weise von den Engeln des Herrn in einer einzigen Nacht vernichtet wurde und König Hezekiah über die Assyrer triumphierte (2 Könige 19:35-37); liefern die Geschichte und die Archäologie eine andere Version des Ereignisses. König Sennacherib plünderte und verwüstete jede Stadt in Judäa außer Jerusalem, Hezekiah bezahlte einen riesigen Tribut an die Assyrer, bevor sich diese in Jerusalem und seiner Umgebung festsetzten. Detaiillert zeigt Gold die Fehler der biblischen Behauptungen über die göttliche Vergeltung und das Scheitern der biblischen Prophezeiungen.

Ein spektakuläres Beispiel, wie die Guten bestraft werden, die Schlechten und Bösen jedoch so davon kommen, finden wir am Ende des zweiten Buches der Könige. Manasse, der schlechte König von Judäa, der andere Götter anbetet, Wahrsager und Zauberer befragt, erfreute sich einer langen und friedvollen Herrschaft (692-639 v.u.Z, 53 Jahre), während König Josiah, der Größte unter den jüdischen Reformern im Kampf fiel, gerade 37 Jahre alt. Bei seiner Thronbesteigung war er 8 Jahre alt. Er regierte von 638-609 v.u.Z, also insgesamt 29 Jahre, viele Jahre davon war er minderjährig. Warum also gedieh der böse Könige Manasse in aller Herrlichkeit, während der gute König Josiah in der Blüte seines Lebens sterben musste? Die Bibel erklärt dass in dieser Art: (2 Könige 23:25-26)

Und vor ihm ist seinesgleichen kein König gewesen, der zur Jahwe umgekehrt wäre mit seinem ganzen Herzen, und mit seiner ganzen Seele und mit seiner ganzen Kraft, nach den Gesetzen Moses; und nach ihm ist seinesgleichen nicht auferstanden.
Doch kehrte Jahwe nicht um vor der großen Glut seines Zornes, womit sein Zorn wider Judäa entbrannt war, wegen all der Reizungen, mit welchen Manasse ihn gereizt hatte
.

So ist es also. Entsprechend der Bibel tötet Gott die Guten für die Sünden der Bösen und bestraft die Menschen für die Fehler ihrer Könige. Das erinnert mich an eine alte Varité-Nummer: "Der Akt vor mir war so schlecht, dass das Publikum immer noch buhte, als ich die Bühne verließ". Sowohl die christlichen, als auch die jüdischen Apologeten haben mit dem eben Zitierten gerungen. Oft in den bizarren Verschachtelungen ihrer Logik schwelgend, erklären sie uns, warum es wirklich Sinn macht, dass Gott gut ist, obwohl er Josiah tötete, während er Manasse nicht bestrafte.

Als nächstes bringt uns Gold das Dogma des einzigartigen Überlebens des jüdischen Volkes nahe. Das ist eins ihrer Hauptargumente, Gottes auserwähltes Volk zu sein. Die Argumentation folgt diesem Weg: Kein Volk der Geschichte hat einen Leidensweg zurücklegen müssen, wie es den Juden widerfahren ist. Bei allem was Recht ist, das jüdische Volk könnte heute ausgestorben sein. Bis heute haben sie nicht nur wunderbarerweise den Holocaust überlebt, sondern sind auch gegen alle Wahrscheinlichkeiten nach Israel zurückgekehrt und haben ihre uralte Nation wiederhergestellt. Gold betont, dass die Juden nicht das einzige Volk mit einem antiken Stammbaum sind, welches bis in die moderne Zeit überlebt hat. Das Überleben des jüdischen Volkes ist nicht das einzigartige Phänomen, welches die Orthodoxen für sich beanspruchen. So existieren die Basken zum Beispiel wesentlich länger als die Juden. Fakt ist, die Anwesenheit der Basken in den Pyrenäen geht den Geschichtsaufzeichnungen zeitlich voraus. Auf der Grundlage der jüngsten genetischen Untersuchungen ist feststellbar, dass sie über 40.000 Jahre in ihrem angestammten Gebiet siedeln. Das ist zehnmal mehr als die Dauer der identifizierbaren jüdischen Kultur. In dieser Zeit überstanden sie die Gewalt der Karthager, Römer, Mauren , Franken und Nazis. Anhand dieses Beispiels und anderer detaillierter Argumente betont Gold, das Überleben der Juden im Angesicht der Diaspora und der Pogrome ist bemerkenswert, aber es ist ohne göttliches Eingreifen erklärbar.

All das führt uns hin zum Kapitel 10, "Der Irrtum einer überlegenen, fundamentalistischen Moral." In vielerlei Hinsicht könnte man denken, dass dieses Kapitel der große Höhepunkt des Buches ist. Ich nenne es das Mörder-Kapitel des Buches, und ein wenig Mörderhaftes haben die 44 Seiten, die man durchstehen muss, an sich, aber die Mühe ist es Wert. Am Anfang des Kapitels zitiert Gold zahlreiche Passagen aus Rabbi Feldmanns "On Judaism", das unsere heutige Gesellschaft angreift, sie als tiefgreifend materialistisch, miserabel, hedonistisch und ohne Bedeutung charakterisiert. Nur durch Rückkehr zu den felsenfesten Werten der Orthodoxie können junge Juden ihren Weg aus dem säkularen Morast herausfinden. Gold betont, dass Feldmann darauf achtet emotional geladene Wörter zu verwenden, um seine Kritik auf alle Teile der Gesellschaft anwenden zu können, die nicht Bestandteil des orthodoxen Judentums sind. Er legt haargenau die orthodoxe Strategie fest und seine logischen Fehler sind sehr hübsch auf Seite 128 des Buches zu lesen. Was Feldmann und Gottlieb tun ist ganz offensichtlich. Sie versuchen das Allgemeine ganz groß zu schreiben, undeutlicher Glaube führt zum Verlust der religiösen Standards, das wiederum führt unvermeidlich zum Verlust des moralischen Standards. In dieser Taktik stecken zwei ernsthafte Fehler. Erstens, ein starkes Argument und ich benutze es, strikte religiöse Standards führen sehr oft zu Praktiken, die vielen von uns unmoralisch erscheinen. ich verweise nicht auf fromme Gläubige die auf Abwege geraten sind. Ich spreche über den Glauben und seine Praktiken die in den religiösen Doktrinen selbst eingebettet sind.

Nachdem betont wurde, dass die westliche Gesellschaft, trotz ihrer Probleme immer noch die ist, in welcher sich Männer und Frauen der größten persönlichen Freiheit erfreuen können, wendet Gold die Aufmerksamkeit auf die Problematik des Ersatzes der säkularen Freiheit durch die Werte des orthodoxen Judentums. Das Oberste Gericht Israels bestimmte im Jahr 2001, dass israelische Bürger die zum Judentum durch nicht-orthodoxe Rabbis konvertiert sind, als anerkannte Juden gelten. Diese Entscheidung muss hart gewesen sein. Für die Orthodoxen ist diese Entscheidung skandalös und disaströs.

Danach kommt Gold zur Stellung der Frau im orthodoxen Judentum. Die Frauen sind nicht nur von der Teilnahme an den Gottesdiensten ausgeschlossen, im religiösen Kontext werden sie schlichtweg als nicht-menschliche Wesen behandelt. Gold berichtet über die Art und Weise eines Interviews, welches Rabbi Menacham Mendel Taub im Jahr 2000 der Journalistin Deborah Sontag gewährte. Fragen und Antworten wurden durch einen Sekretär übermittelt, da der Rabbi keine Fragen von einer Frau entgegennehmen wollte. Assistenten stellten eine Sichtblende zwischen Sontag und den Rabbi, so dass er sie nicht sehen musste. Orthodoxe Männer danken jeden Morgen Gott in einem Gebet, dass er sie nicht zur Frau werden lassen hat. Eine der großen Reformen der jüdischen Aufklärung war die Tatsache, Frauen ein Recht auf Bildung zu zugestehen.

Gold betont, dass die orthodoxen Rabbis noch nicht einmal aus Versehen Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen haben, nicht gegenüber den Menschen und schon gar nicht der Regierung gegenüber. Erinnern wir uns daran was Rabbi Ovadia Yosef, der geistige Führer der Shas-Partei in Israel über den Bildungsminister Yossi Sarid zu sagen hatte. Sarid hatte mehr Übersicht und Kontrolle über die Shas-Schulen verlangt, insbesondere über etwas, was man höflich ausgedrückt, Unregelmäßigkeiten nennen könnte. Darüber hinaus resultiert die Verärgerung Yosefs aus der Tatsache heraus, dass der politische Führer der Shas-Partei, Aryeh Deri, wegen Hehlerei und Korruption verurteilt wurde. In einer Synagoge in Jerusalem nannte der Rabbi Sarid "einen Satan" und sagte anschließend, dass Gott Amalek ausrottete, vielleicht würde er ja mit Sarid ähnlich verfahren. So wie er uns gezeigt hat, in dem er Haman tötete und die Rache vollzogen wurde, so wird die Rache auch an Sarid vollstreckt werden. "Verflucht sei Haman. Verflucht sei Sarid". Kurz nach diesem Vorfall erfolgte die Ermordung Yitzak Rabbins durch einen bekannten orthodoxen Juden. Der Generalstaatsanwalt von Israel hatte alles vorbereitet, um Yosef wegen Anstiftung zur Gewalt anzuklagen. Auf Grund der enormen politischen und religiösen Macht des Rabbis kam es jedoch nicht dazu. Im Buch werden weitere Beispiele starker, religiöser Raserei aufgezeigt. Gold macht einen exzellenten Vergleich der Rabbis mit den muslimischen Theokraten. Beiden Gruppen ist eine implizite, manchmal auch explizite Feindschaft in Richtung Demokratie zu eigen. Wenn jemand behauptet, dass Israel sich in eine Theokratie verwandeln könnte, ähnlich der im Iran unter Ayatollah Khomenei, braucht er sich nicht all zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Auf die oben genannte Anklageerhebung gegen Aryeh Deri, wegen Hehlerei und Korruption verweisend, beschreibt Gold nun, wie dieser langwierige Prozess mit vielen Einsprüchen, von überzeugten, orthodoxen Juden begleitet wurde. "Das Märtyrium in der Hand der säkularen Elite. "Offensichtlich ist die viel gepriesene überlegene Moral der Orthodoxen nur eine Frage der entsprechenden Definition. Ein solche Erklärung ist auf anderem Wege in die Verurteilung von Jack Abramoff, wegen Steuerhinterziehung und Betruges eingeflossen(Seite 159ff.). Eine faszinierende Frage ist, wie Abramoff und seine vier chassidischen Gefolgsleute für ihre konspirative Steuerhinterziehung verurteilt wurden, während andere fortfuhren, die gleichen Mittel und Wege zu benutzen, dieselben Ziele und Zwecke verfolgten, dabei aber brave, orthodoxe Juden waren, die den Shabbat einhielten, sich koscher ernährten, die vorgeschriebenen Gebete vollzogen und alles taten, um ihren orthodoxen Glauben zu leben und auf der anderen Seite ein unmoralisches und kriminelles Verhalten zeigten. Die orthodoxe Antwort? "Solche Personen sind per definitionem einfach keine religiösen Personen", so Emanuel Feldmann. Ist das nicht der alte, rhetorische Trick, die Wahrheit zu definieren, wie wir schon vorher gesehen haben? So, im Falle Aryeh Deris, er ist eine religiöse Person, die nicht schuldig sein kann, für was sie schuldig ist und im Falle Jack Abramoffs, da er schuldig ist, kann er keine religiöse Person gewesen sein. Das ist eine klassische nichtfalsifizierbare Position. Nichtfalsifizierbare Positionen sind im Rahmen der Wissenschaften irrational und unehrlich. Ethische Angelegenheiten betreffend sind sie völlig verwerflich.

Gold führt noch andere Beispiele verwerflichen Verhaltens als Bestandteil der Orthodoxie an. Insbesondere die Tatsache, wie orthodoxe Autoritäten Rabbis schützen, bei denen sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bekannt wurde, bis hin zur Strafvereitelung. Dafür, dass die römisch-katholischen Autoritäten in ähnlicher Weise pädophile Priester respektierten, sehen wir dieses Problem als endemisch an. Religiöse, autoritäre Strukturen begünstigen unmoralisches, unethisches Verhalten bei einem Teil ihrer Funktionäre. Das ist natürlich nicht nur ein Problem religiöser Machtstrukturen allein. Zu tage tritt, wie immer, dass alle Machtstrukturen Kontrolle benötigen, dass sie für ihr Tun gegenüber den Menschen, verantwortlich sind. Das Problem mit den religiösen Machtstrukturen ist oftmals und im besonderen vor allem wahr. Wenn man bedenkt, was Gott durch den jüdisch-orthodoxen Glauben zu sagen hat, so verweigern sich die orthodoxen Autoritäten, oftmals mit Selbstgerechtigkeit, jedweder Kontrolle von Außen. Diese Strukturen sind nicht durchschaubar. Das hebt den totalen Bankrott der moralischen Überlegenheit des orthodoxen Judentums hervor.

Das Buch ist sorgfältig recherchiert, gut geschrieben und leicht lesbar. Bondage of the Mind ist R.D. Golds erstes Buch, ein viel versprechender Anfang.

Samstag, 3. Mai 2008

Mausoleum Padre Pio

Wie schon bei seiner Heiligsprechung 2002 feierten die Gläubigen auch heuer ihren Padre Pio. (reuters)

Italien hat seinen "Säurenheiligen" Padre Pio ausgraben lassen. Es hat schon etwas von Leichenfledderei und Störung der Totenruhe an sich, was da geschehen ist. Da liegt er in seinem Glasschrein, wächsernes Gesicht und sieht aus als mache er ein Nickerchen, wenn man den ungesunden Teint mal übersieht, welcher einen doch an einen Zombie erinnert.

Für alle die ihn nicht kennen, Lenin, wie er in seinem Mausoleum in Moskau seit über 80 Jahren ausgestellt ist. Ähnlich wie dem "Säurenheiligen", hat er als untote Kultfigur jedoch viel Leid in die Welt gebracht. Seine Fans lieben und bewundern ihn, ganze Generationen haben sein Mausoleum besucht und stundenlang gewartet um an seinen Schrein zu treten. Die Parallelen die sich mir da auftun sind so überraschend nicht. Die katholische Kirche gräbt ihre toten Heiligen wieder aus, ihr Antikommunismus hat sie nicht daran gehindert es den Kommunisten nachzutun. Demnächst, so wird angedroht soll sogar JP2 ausgebuddelt und verglast ausgestellt werden. Vielleicht kann man ja ein paar arbeitslose Konservierer aus Moskau kommen lassen, die umfangreiche Erfahrungen im Einwachsen von Leichen haben, Pio seit 40 Jahren tot, sieht dafür überraschend gut aus, die Konservierer der katholischen Kirche haben einen guten Job gemacht.

Jetzt folgte der ernste Teil der Story.

15'000 Gläubige pilgern zu Padre Pio

Volksheiliger in Glassarg in Süditalien aufgebahrt

Tausende katholische Pilger haben sich in Süditalien versammelt, um dem vor 40 Jahren verstorbenen Padre Pio die Ehre zu erweisen. Die Gläubigen wollen den kürzlich exhumierten und präparierten Leichnam des Volksheiligen besichtigen.

Padre Pio wird im süditalienischen San Giovanni Rotondo in den kommenden neun Monaten in einem gläsernen Sarg ausgestellt. Mehr als 15'000 Besucher werden allein am ersten Tag in der Krypta der Kirche Santa Maria delle Grazie erwartet.

Die Feierlichkeiten begannen mit einer Messe und einer Prozession. Internationale Medien reisten für dieses religiöse Grossereignis an, Fernsehsender berichteten live.

Padre Pio in Italien verehrt

Der Kapuzinermönch und Wunderheiler Padre Pio wird in Italien verehrt, die Bilder des Mönchs hängen in zahlreichen italienischen Häusern, Restaurants und Geschäften. Der als Francesco Forgione geborene Ordensmann lebte von 1887 bis 1968.

Im Alter von 23 Jahren tauchten an seinen Händen, Füssen und der Brust Wunden auf, die an die Kreuzigungsmale Jesu erinnerten. Bereits zu Lebzeiten wurde er wie ein Heiliger verehrt. Im Jahr 2002 sprach Papst Johannes Paul II. Padre Pio heilig.

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Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräfte gewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir haben herausgefunden, dass diese Erde groß genug ist, dass sie jedem hinlänglichem Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; dass diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf die Kosten des anderen leben will; und das wir nicht nötig haben, die ärmere Klasse an alle Himmel zu verweisen.

Heinrich Heine, Romantische Schule, 1835

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nickpol - 19. Juni, 09:17
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Bei mir hier heissen die Mulwarp, und wenn sich einer...
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