Christentum und Mammon

Ein düsteres Bild von der Welt und den Kirchen malt ein führender evangelikaler Theologe Lateinamerikas. Der Götze Mammon regiere die Welt, und gleichzeitig breite sich ein „synkretistisches Christentum“ aus, das die Werte der Konsumgesellschaft oft mehr widerspiegele als das Reich Gottes, sagte der Argentinier René Padilla (Buenos Aires) bei einer internationalen Theologentagung Mitte September in Schmitten-Dorfweil (Taunus).
An sich nichts Neues, Armut sei aber nicht nur ein ökonomisches Problem, sondern eine Kombination von wirtschaftlichen, sozialen, politischen, kulturellen und religiösen Faktoren. Aus biblischer Sicht sei Armut »die Unterdrückung der Schwachen durch die Reichen«. Heute sei der Wirtschaftsimperialismus offensichtlich: Die Armen seien den Reichen „auf Gedeih und Verderb“ ausgeliefert. Unter den Folgen litten nicht nur Millionen Menschen in der Dritten Welt - auch in Industrieländern wachse die Zahl der Armen, und die Umweltzerstörung schade allen Menschen.
Da mischen doch alle Kirchen kräftig mit. Die katholische, sprich der Vatikan schon seit 2.000 Jahren: Aus diesem Teufelskreis kommen die Kirchen doch locker wieder heraus, indem sie das Seelenheil im Paradies versprechen. Letztlich geht es bei allen Religionen nur um die Macht, Macht über die Menschen, verbunden mit wirtschaftlichem Einfluss und in vielen Ländern mit politischen Einfluss.