Broders geistiges regurtieren

Beim Festival in Osnabrück geht es um Kultur, klassische, arabische Musik, Tanz bis hin zum Rock aus dem Iran. Hochkarätiger Kulturaustausch schlechthin und Islamismus, das Mullah-Regime im Iran in der Kritik, mit Recht, ohne wenn und aber. Der Auftritt des Osnabrückers Symphonieorchesters eine unfreiwlilige Propaganda für ein totalitäres Regime? Ein Brennpunkt in der Diskussion der Osnabrücker Lagerhalle.
Die Debatte unter dem Titel »Isolation oder Wandel durch Annäherung? «. Und nun kommt Herr Broder ins Spiel, hat er doch in zwei "Spiegel"-Artikeln den Osnabrücker Musikern vorgeworfen, mit ihrem Auftritt für eine "positive Aussenwirkung" des Regimes gesorgt zu haben.Christiane Hoffmann (FAZ-Autorin) und der Journalist Martin Ebbing widersprechen. »Den Begriff „totalitär“ hält die Journalistin nicht für passend. „Das ist ein politisches System, das weit von einer Demokratie entfernt ist“, erklärte sie zwar. Allerdings würden die Iraner ihren Unmut an der Regierung laut in aller Öffentlichkeit äußern. Das habe sie anderswo auch schon anders erlebt.«
Für Broder ist der Iran eine Diktatur, mit seinem, das Nazi-Regime relativierenden Vergleich. Die argumentative Schwachheit ist Broder klar, darum geht es nicht, es ist die moralische Keule, die er mit seinem Nazi-Vergleich gebraucht. Das macht sich gut und ist rational nicht zu widerlegen.
Im Verlauf der weiteren Diskussion wirft der Osnabrücker Politikwissenschaftler Prof. Mohssen Massarrat ein, dass der Iran dämonisiert werde um Argumente für einen Krieg zu entwickeln. Dieser Ansatz, interessant allemal, führt zu einem Tiefpunkt der Streitkultur, Broder nun zu Massarrat: „Gut, dass Sie hier sind, ich wollte Ihnen schon immer mal sagen, dass Sie eine Dreckschleuder sind." Broder besitzt klare Feindbilder, ohne wenn und aber. Dass diese mitunter schon pathologisch anmuten ist nicht verwunderlich, da wird ein ausgezeichneter Therapeut gebraucht.
Prof. Mohssen Massarrat hat nun den Broderschen Würfelhusten zum Anlass genommen und eine Stellungnahme veröffentlicht, die nachfolgend gelesen werden kann. Wenn Menschen wie Broder in den kulturellen und interreligiösen Dialog eingreifen kann einem Angst und Bange werden, er hat die Wirkung eines intellektuellen Dum-Dum-Geschosses.
Stellungnahme
zu beleidigenden Äußerungen von Henryk M. Boder
anlässlich der Podiumsdiskussion „Isolation oder Wandel durch Annäherung“ im Rahmen des Mogenlandfestivals am 30.09.2008 in der Lagerhalle, Osnabrück
Broder hat bei seinem Auftritt am 30. September in der Lagerhalle nicht nur mich mit seiner unqualifizierten Äußerung beleidigt, er hat auch die FAZ-Journalistin Christiane Hoffmann und den im Iran lebenden Journalisten Martin Ebbing als naiv und blind und die „gesamten deutschen Intellektuellen“ als „mit einem Hang zum Totalitarismus“ und darüber hinaus auch den renommierten Islam- und Orientexperten Prof. Udo Steinbach als „Kollaborateur des Mullahregimes“ diffamiert. Alle sachlichen Argumente und Fakten der Podiumsteilnehmer über die Realität im Iran, die seinem offensichtlich unerschütterlichen Bild vom Iran entgegenstanden, prallten an Broders Schwarz-Weiß-Schema ab. Schließlich strickt er seit Jahren mit erheblichem Aufwand an einem Iran-Bild, dessen Regime totalitär, dem der Nazis vergleichbar und dessen Präsident, der das „Gesicht Irans“ repräsentiere, ein neuer Hitler sei.
Das Morgenland Festival in Osnabrück und die Aufführung des Osnabrücker Symphonieorchesters 2007 in Teheran sowie die breite internationale Berichterstattung darüber hatten am Broder-Phantom „Iran gleich Nazi Deutschland“ gerüttelt und war daher zur Zielscheibe seiner massiven Angriffe geworden. Ich halte den produktiven Kulturaustausch mit Iran für einen verdienstvollen und praktischen Weg, um einer gezielten Dämonisierung eines Landes, das teils durch die schädliche Politik seiner Regierung und teils von Außen in die Isolation getrieben worden ist, entgegenzuwirken. Mit dem historisch belasteten Vergleich sind Teile der deutschen und internationalen Medien und Personen wie Broder im Begriff, nicht nur den Hitlerfaschismus zu verharmlosen, sondern durch Dämonisierung auch den Boden für einen Krieg der USA und Israels gegen Iran psychologisch vorzubereiten. Alle Kriegsgegner sollen in die Ecke von Kollaborateuren gerückt werden. Kollaboration mit dem Feind ist ein Sprachklischee, das Broder gegen differenziert denkende Experten und Journalisten häufig vorbringt, stammt aus dem Klischeerepertoire der Nazis, mit denen diese den Krieg gegen die Nachbarn psychologisch vorbereitete. Gerade in Nazi-Deutschland war die Dämonisierung der Juden als Untermenschen der erste und entscheidende Schritt zum Holocaust. Diese besonders subtile Verunmenschlichung machte die Deutsche Bevölkerung immun gegen die Barbarei und Verbrechen an sechs Millionen Menschen. Diese Methode ist tatsächlich substanzieller Bestandteil des totalitären Denkens und gehörte daher aus den Diskursen in Demokratien verbannt. Der inhaltlichen Kritik an seiner unsäglichen Rolle in der deutschen Diskurslandschaft hat Broder nichts als Beleidigungen entgegen zu setzen. Er diffamierte schon früher auch andere, wie z. B. Evelyn Hecht Galinski (die Tochter des verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Heinz Galinski), die Broder wegen ihrer sachlichen Kritik an Israels gegenwärtiger Politik gegenüber den Palästinensern u. a. als „histerische geltungsbedürftige Hausfrau“ diffamierte. Wie Frau Hecht-Galinski werde auch ich die Äußerung Broders gegen mich juristisch überprüfen lassen, um diesem selbstgerechten Menschen, der offenbar mit Narrenfreiheit dabei ist, die Diskurskultur in Deutschland zu vergiften, auch mit juristischen Mitteln Einhalt zu gebieten. Es fragt sich nun, ob die Einladung an einen unbelehrbaren notorischen Gegner des Dialogs und des Kulturaustauschs dem Anliegen des Morgenlandfestivals gerecht geworden ist.
Osnabrück, den 02. Oktober 2008 Prof. Dr. Mohssen MassarratEmpfehlung, die Kommentare lesen