Uranwaffen - ein erstes Urteil

Das italienische Verteidigungsministerium wurde von einem Gericht in Florenz zur Zahlung von einer halben Million Euro verurteilt. Diese Summe stellt eine Entschädigung an einen in Somalia bei der Operation IBIS mit radioaktiven Stoffen -- Uran - kontaminierten und daran erkrankten Soldaten dar. Im Gerichtsurteil wurde von einem Kausalzusammenhang zwischen den eingeatmeten Uranstäuben und der Entstehung eines Non-Hodgekin Lymphosoms gesprochen.
Der Kausalzusammenhang ist in der Veröffentlichung des Urteils vittimeuranio.org dargelegt, ausgearbeitet von einem ärztlich-juristischen Berater des Gerichts.
Das Gericht bezeichnete es als ein Vergehen, dass das Prinzip der Vorsorge vom italienischen Verteidigungsministerium nicht angewandt wurde. Bei 40 Grad im Schatten hätten die US Militärs im Einsatz in Somalia Schutzanzüge, Schutzmasken, Handschuhe und Brillen getragen, während die italienischen Soldaten mit kurzen Hosen und Unterhemden herumliefen. Falco Accame, der eine Vereinigung der an radioaktiver Uranmunition erkrankten Soldaten eingerichtet hat, äussert sich zum Urteil:
Seit 1984 seien dem italienischen Verteidigungsministerium Unterlagen zum Einsatz von Uranmunition vorgelegen, so wie sehr wahrscheinlich auch den anderen Natoländern. Im Golfkrieg 1991 sei das Prinzip der Vorsorge von den USA noch nicht angewendet worden, hingegen 1993 beim Einsatz in Somalia schon. Erst 1999 sei diese Gefahr durch die KFOR Truppen im Balkan in Italien oeffentlich geworden. Die Nichtanwendung des Prinzips der Vorsorge müsse als Verbrechen eingestuft werden, so das Gericht in Florenz.