Sonntag, 3. Mai 2009

Das Guttenberg Dossier

Als uns vor kurzem der neuen Wirtschaftsminister Karl-Theodor von und zu Guttenberg präsentiert wurde, stellte sich bald ziemlich alles, was über seine angebliche Erfahrung in der „freien Wirtschaft“ berichtet wurde, als falsch heraus. Aus den Medien war und ist außer nachweislichen Falschinformationen und Plattitüden kaum etwas Sachdienliches zu erfahren. Wer aber ist zu Guttenberg wirklich, woher kommt er? Und wofür steht er? ZeitGeist-Autorin Friederike Beck begab sich auf Spurensuche und fand erstaunlich Brisantes. Ihr Beitrag gibt aber auch Einblick in eine Form des investigativen Journalismus, die man eigentlich von den großen Nachrichtenmagazinen zu erwarten hätte ... Aufgrund der Fülle des Materials wird das „Guttenberg-Dossier“ in mehreren Teilen veröffentlicht – exklusiv auf ZeitGeist Online.
Laut SPIEGEL (11/2009) wird das Familienvermögen des feschen Freiherrn auf ca. 600 Millionen Euro geschätzt. Die Familie von und zu Guttenberg, die auf ihrem Schloss im Fränkischen bei Kulmbach residiert, gehört damit zu den 300 reichsten Familien bzw. Personen Deutschlands. Wenn die Informationen des SPIEGEL stimmen, vermisst man eine nachvollziehbare Angabe darüber, wie dieses unvorstellbare Vermögen aufgehäuft werden konnte. Adel steht, das weiß jeder, längst nicht mehr für noble Verhältnisse; vielmehr übte man sich – besonders nach dem Zweiten Weltkrieg – oft eher in der edlen Kunst des stilvollen Verarmens. Und das Heizen von alten Schlössern geht auch ganz schön ins Geld. Auch „KT’s“ Vater Enoch (ein Dirigent, der wirklich gute Musik macht) kann diese Millionen unmöglich mit dem Dirigentenstöckchen herbeigezaubert haben. Die Frage nach dem „Woher“ steht also unbedingt im Raum, zumal Karl-Theodor nachweislich nie in der „Freien Wirtschaft“ tätig war: Er ist promovierter Jurist und arbeitete ein Jahr lang in einer New Yorker Kanzlei. Welcher ist unbekannt.
von Frederike Beck - zeitgeist-online. Es empfiehlt sich dort weiter zu lesen.

Dienstag, 28. April 2009

Von den Ley(ai)en aus dem Guttenbergischen

Eine Woche ist es her, dass der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Karl-Theodor zu Guttenberg, im Kabinett, die Gesetzesvorlage zur Sperrung von pädophilen Internetseiten, beim gleichzeitigen mitloggen der Verbindungen, durch das BKA, eingebracht hat. Initiator Frau von der Leyen, ihres Zeichens Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Da das Internet aber etwas technisches ist, fällt es in den Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftministers, eben Technologie. Dass das so ist, kann unser aller Glück bedeuten, auch fallen mir jede Menge Blondinenwitze ein, wenn ich das nachfolgend Gesagte interpretieren muss. Die Witze verkneife ich mir, dass nachfolgend Gesagte ist schlimm genug.
von der Leyen:
“Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft”.
So so, 80% der Nutzer des Internets sind normal! Zur Normalität gehört eben nicht, so Frau von der Leyen, via DNS Internetsperren zu umgehen. Da muss man Experte sein. Wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann? Frau von der Leyen, ganz einfach, zum Beispiel die Mitarbeiter des BSI, des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Eine Einrichtung ihres Kollegen Schäuble, Bundesinnenminister. Der wesentlichste Teil dieser Einrichtung des Bundes dürfte in der Lage sein, ad hoc und ohne viel Federlesens aktiv Sperren zu umgehen. Nimmt man ihre Aussage, müsste ihr Kollege Schäuble sofort die zuständige Staatsanwaltschaft einschalten, da es im BSI, in konzentrierter Form, “schwere” Pädokriminelle gibt. Rein statistisch gesehen, natürlich, oder aber, es gibt den Pädokriminellen von Amts wegen. Daher auch die Einschränkung in der Gesetzesvorlage, für Ämter gilt die Internetsperre nicht.
Desweiteren ist jeder Admin, superuser (schon verdächtig, da kein normaler User), root in der Lage, locker, flockig DNS-Sperren zu umgehen. Kompetenz macht verdächtig. Völlig unabhängig davon, die Millionen Surfer im Internet, die den mitschnüffelnden Staat nicht wollen und Anonymisierungsdienste nutzen. Der Firefox-Browser scheint ein ganz übles Werkzeug der Umgehung zu sein, bietet er doch eine Reihe von Add-ons an, die man ohne weitere Kenntnisse zu besitzen, nutzen kann um eben jene Sperren zu umgehen.
Ausgehend von ihrer genannten Statistik, völlig normal, dass sie uns den Usprung derselben verschweigen, müssten sich hier auf dem Blog tausende von Pädos tummeln. Mit dem “War on Terror” wird die Einschränkung wesentlicher Persönlichkeitsrechte begründet, mit dem “War on Pedophilia” wird die Sache nun gesteigert. Interessant ist die dabei zum Vorschein kommende Inkompetenz ihresgleichen. Millionen von Internet-Nutzern zu verdächtigen ist wesentlich einfacher, als dafür zu sorgen, dass Plattformen mit pädophilen Inhalten einfach abgeschaltet werden. Insofern sind ihre Verlautbarungen die Aussagen eines DAUs.

Das Guttenbergische liegt irgendwo in Oberfranken, dieses gehört zu Bayern.

Nach golem.de

Freitag, 24. April 2009

Das ist das Ziel

Samstag, 18. April 2009

Zensursula - endlich auch in Deutschland

Mittwoch, 15. April 2009

Ronald Reagan ein billiger "Schnüffler"

Ronald Reagan SchnüfflerDokumente, welche bereits 2001 offengelegt wurden zeigen nun, was Ronald Reagan, der spätere Präsident der USA, wirklich war, ein FBI-Schnüffler. Er informierte die Behörde über das Leben seiner Freunde, ihre Hintergründe, ein ganz simpler Bullenschnüffler. "Snitcher" nennt man das in den USA. Es ging nicht um irgendwelche Schnüffelei, die Yankees zur damaligen Zeit vom roten, weil kommunistischen Verfolgungswahn befallen, betrieben Gesinnungsschnüffelei. Wer verdächtig war, kommunistischen Ideen zu folgen, musst sich unter McCarthy rechtfertigen. Etliche Karrieren wurden auf diese Art und Weise zerstört. Reagan war einer der Handlanger. Igitt.
Quelle: BoingBoing

Samstag, 11. April 2009

Wenn Bakterien schwatzen

Die Biologin Bonnie Bassler über die erstaunliche Fähigkeit von Bakterien, untereinander zu kommunizieren. Sie benutzen dafür eine Art "chemische" Sprache, mit der sie Verteidigungsmassnahmen koordinieren, ebenso wie Angriffe. Das hat phänomenale Konsequenzen für die Medizin, die Industrie und für unser eigenes Verständnis.

Samstag, 4. April 2009

Über Schafe


Wer Mitglied in einer Schafherde sein will, muss zu aller erst ein Schaf sein.

Dienstag, 31. März 2009

Noch Fragen?

Donnerstag, 26. März 2009

Tim Berners-Lee 20 Jahre Web und die Zukunft

Samstag, 21. März 2009

Warnung vor »Pro Reli«

Eindeutige Fakten, verfasst vom Vorsitzenden der IBKA Landesverband Berlin-Brandenburg und der Atheistischen Hochschulgruppe Wolfgang Mahnfitz.

Unter der verlogenen Parole “Wir wollen Wahlfreiheit” begehrt der Kirchen-Verein die Freistellung, die Abwahl-Pflicht vom Ethikunterricht für alle Schüler, die an katholischem, evangelischem, jüdischem oder islamischem Religionsunterricht teilnehmen!
Fakten

Jeder Schüler in Berlin kann einen Religionsunterricht (RU) seiner Wahl besuchen. Ist er unter 14 Jahre alt, bestimmen die Eltern. RU ist ein freiwillig zu belegendes Angebot. Die Kirchen beklagen einen Teilnehmerrückgang (wie auch beim Gottesdienstbesuch). Um die RU-Attraktivität zu erhöhen, will „Pro Reli“ die RU-Teilnehmer vom Fach Ethik freistellen lassen. Gleichzeitig bezweckt „Pro Reli“ eine Aufwertung der div. christlichen, jüdischen, islamischen und sonstigen Religionsunterrichte zu 100%-staaatsfinanzierten Fächern: Auch die Ausbildung und Einstellung der RU-Lehrer wäre danach vom Staat zu leisten.

Die bislang geführte Pro-&-Contra-Debatte (Vorteile gemeinschaftlichen Lernens gegenüber der Separierung in isolierte Gruppen) ließ meist vergessen, dass es beim „Pro Reli“-Skandal nicht um zwei Meinungen geht, sondern um einen kirchlichen Generalangriff auf die staatliche Schule! Deshalb die folgenden Texte:

Religionsunterricht - Schulfach mit einzigartigen Privilegien!

Schon, dass der RU als einziges Schulfach ins Grundgesetz aufgenommen wurde, lässt dies erkennen. Und GG Art 7 Absatz 3 sagt, allerdings auf die meisten alten Bundesländer beschränkt (gilt und galt aber noch nie für Berlin, vergl. GG Art 141):
Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach.
Weder der Deutschunterricht noch die Naturwissenschaften sind im GG auch nur erwähnt.
Hier wird die Forderung in GG Art 3 (3),
Niemand darf wegen seines … Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden, prompt verhöhnt.


Gleich folgend werden in Art 7 (3) den Religions- (wohlgemerkt: nicht allen Weltanschauungs-) gemeinschaften einzigartige Privilegien zugesprochen:
Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt.
Bisher wurden alle Versuche, auch Petitionen, Art. 7 (3) abzuschaffen, zur Verhandlung beim Verfassungsgericht nicht zugelassen.

RU wird in allen Bundesländern staatlich finanziert. In Berlin werden die div. Religionsunterrichte mit 60% bis zu 90% (je nach Schülergruppengröße) bezuschusst, jährlich mit insges. 36 Mill. €. Der Steuerzahler stellt für die Durchführung einer einzigen Stunde Glaubensunterweisung 2, 3, 4 oder auch 5 Lehrer zur Verfügung; es ist Doktrin, dass in getrennten Gruppen – evangelisch, katholisch, jüdisch, islamisch – gelehrt wird. Es gibt an vielen Berliner Schulen darüber hinaus noch Unterrichte der Zeugen Jehovas, der Orthodoxen Kirche, Buddhistischer Gruppen…

RU ist Kleingruppen-Unterricht. Diese besten Arbeitsbedingungen sollte mal ein Deutsch- oder Mathelehrer fordern! Man würde ihn auslachen und sagen, das sei niemals finanzierbar. In allen anderen Fächern mutet man Lehrern wie Schülern oft über 30 in einer Klasse zu, auch in Eckstunden! Schüler, die an musischen, wissenschaftlichen oder sportlichen Arbeitsgruppen oder an Förderstunden teilnehmen, tun dies selbstverständlich auch am Nachmittag oder in der nullten Stunde.

Die Religionsunterrichte aber haben das Privileg, zu allermeist mitten am Schulvormittag stattzufinden, denn die RU-Ausführungsvorschriften zum Berliner SchulG schreiben in §5 vor:
Der Religions- oder Weltanschauungsunterricht wird bei der Aufstellung des Stundenplans mit den ordentlichen Unterrichtsfächern gleich behandelt.
Was sich wie faire Gleichbehandlung anhört, schafft, wie beschrieben, eine unglaublich privilegierte Position, verlängert den Schultag für alle und erfordert (unbezahlte) Aufsichtsstunden bei den nicht am RU teilnehmenden Schülern, die jeder Studienrat kennt. Dies zur Kommentierung der „Pro Reli“-Lügen, der RU werde schulisch „an den Rand gedrängt“, finde nur „am Nachmittag statt“ usw. Niemand hat an diesen Privilegien des RU in Berlin gerüttelt. Es findet demnach kein „Kulturkampf“ statt, sondern „Pro Reli“ ist ein einseitiger Überrumpelungsangriff, dem die Bevölkerung völlig unaufgeklärt gegenübersteht. Die Versuche, Berlin mit den alten Bundesländern gleichzuschalten und RU zum „Ordentlichen“ (= zu 100 % staatsfinanzierten) Fach zu machen, gehen in die 1990er Jahre zurück, haben also nichts mit der Einführung des Ethikunterrichts zu tun!

Ethikunterricht für ALLE ist eine essentielle Pflicht des Staates!

Wer §1 des Berliner Schulgesetzes liest und auch in den §§12 und 13 die Ausführungen zu RU und Ethik, der kann nicht guten Gewissens die „Pro Reli“-Forderung nach Freistellung vom Ethikunterricht unterstützen!

Vielmehr fragt man sich als Bürger, wie unsere Regierung eine Abstimmung darüber überhaupt zulassen kann!

Die bislang geführte Pro-&-Contra-Debatte mit Hervorhebung der Vorteile gemeinschaftlichen Lernens gegenüber der Separierung in isolierten Gruppen trifft noch nicht das Wesentlichste: Die Menschenrechte und Werte unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung zu lehren, ist wichtigste Schulaufgabe überhaupt, und zwar aus der den verschiedenen weltanschaulichen Sichtweisen übergeordneten neutralen Position des Staates als Moderator! Es ist demnach essentielle Pflicht des Staates, den Ethikunterricht für alle Schüler verbindlich zu halten, und diese ihm ureigene Pflicht darf er auch nicht delegieren. Wer dies leugnet, verneint den staatsbürgerlichen Bildungsauftrag der Schulen!

„Pro Reli“ bezeichnet Ethik als „Zwangsfach“. Versuche, Schüler aus religiösen Gründen von Unterrichtsfächern freistellen zu lassen bzw. abmelden zu dürfen, sind nichts Neues: Der moslemische Vater verlangt die Freistellung seiner Tochter vom „Zwangsfach“ Sport, Evangelikale verlangen die Freistellung vom „Zwangsfach“ Biologie wegen Unvereinbarkeit mit ihrem Schöpfungsmythos. Verwerflicher noch ist das Anliegen der Kirchen, das „Zwangs-“fach Ethik, das Kernfach zu Demokratie und Toleranz, abwählbar zu machen!

Folgen von „ProReli“

1. Vordringen des Islam

Jeder fünfte Schüler in Berlin hat moslemische Eltern. Diese Kinder waren einst der Auslöser zur Einführung des Faches Ethik, um sie aus der „Parallelgesellschaft“ ihrer Stadtbezirke samt „Ehrenmord“-Ideologie herauszuführen. Sie sollen so besser als zuvor die Normen, Regeln, Gesetze und Werte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung kennen und anerkennen!

Falls sich „Pro Reli“ durchsetzt, kann gerade diese Zielgruppe vom Ethikunterricht abgemeldet werden, um stattdessen Islamische Bekenntnislehre (Koranunterricht) zu erhalten. Ausschließlich, statt Ethik, von Klasse 1 bis Schulabschluss!

Und dies zu 100% auf Staatskosten und mit versetzungsrelevanten Noten. Denn geht es nach „Pro Reli“, werden sämtliche Religionsunterrichte zu „Ordentlichen Lehrfächern“, also vom Staat garantiert und voll finanziert. Kontrollieren, wer da ihre Heilsbotschaften lehrt, würden auch weiterhin die Religionsgesellschaften, abgesichert durch ihre Staatsverträge.

Islam-Unterricht gibt es auch jetzt schon als freiwilliges Angebot wie die anderen Religionsunterrichte. Aber man erahnt, wie gern die meisten „Eltern mit Migrationshintergrund“ dieses Staatsangebot in „Orientalischer Heimatkunde“ annehmen würden, und man sollte erahnen, welcher Gruppendruck gegen diejenigen Migrantenkinder entstehen würde, deren Eltern sie im Ethikunterricht belassen! Sie wären die Hauptleidtragenden bei Aufwertung des islamischen Religionsunterrichts zum „Ordentlichen Lehrfach“.

Auch der Umgang mit den dieses Fach beherrschenden islam. Verbänden erführe zweifellos eine Änderung: Die Bereitstellung eines Gebetsraumes in allen Schulen könnte obligatorisch werden, die Teilnahme von Mädchen am Sport oder die Frage der Kleidung wären wahrscheinlich viel „respektvoller“ zu diskutieren: Etwa nicht mit der Frage, ob ein Kopftuch zuzulassen, sondern ob es Pflicht werden müsse!
2. Ethikunterricht ab Klasse 1?

Ein Konzept zur Durchführung eines Ethikunterrichts in den unteren Grundschulklassen existiert nicht; es gibt nicht einmal klare inhaltliche Vorstellungen. Viele Erziehungswissenschaftler äußern erhebliche pädagogische Zweifel an der Machbarkeit überhaupt. Hier können die Kirchen auf besonderen Zulauf von Schulanfängern zum RU hoffen, der mit niedlichen Bildergeschichten zur Bibel aufwarten kann…
Folgekosten von „ProReli“

Auf der Website des Berliner Landeswahlleiters liest man
Amtliche Kostenschätzung: Mit der Einführung eines zweistündigen Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion für allgemeinbildende Schulen sind insbesondere für die Stundentafelerhöhung und die Teilungsstunden jährliche Mehrkosten in Höhe von ca. vier Millionen € verbunden.
Eine Begründung wird nicht gegeben. Die vier Mio. Euro dürfen bezweifelt werden, denn bisher findet Ethikunterricht nur in der Sekundarstufe statt. „Pro Reli“ will aber den „Wahlpflichtbereich Ethik/Religion“ für alle Klassenstufen!

Neu zu finanzieren wäre also das Fach Ethik in allen Grundschulen (Kl. 1–6) und Oberstufen (Kl. 11–13). Sämtliche Religionsunterrichte wären zu 100% vom Staat zu bezahlen; bisher machte die Bezuschussung zu 60–90% jährlich 36 Mio. Euro aus. Wo die RU-Träger bisher zu wenig Teilnehmer sahen, hielten sie keinen RU ab.

Bei staatlicher Verpflichtung, die div. Religionsunterrichte auszurichten, wäre dieser Spielraum viel kleiner: Die Durchführung des RU auch bei nur wenigen Schülern würde zum ständigen Politikum, ebenso die Ausbildung und Einstellung der RU-Lehrer für sämtliche Glaubensrichtungen.

Die Behauptung von „Pro Reli“, durch Schülerabgang beim Ethikunterricht in den Kl. 7–10 werde Geld gespart, ist deshalb falsch, denn dass sämtliche Schüler zu den Religionsfächern wechseln würden, daran glauben die Kirchen wohl selber nicht: Kein Lehrer wird also eingespart!

Sämtliche RU-Lehrer, auch die Koranlehrer, wären in den Staatsdienst zu übernehmen, mit weit besseren, aber kostenträchtigeren Arbeitsverträgen.

Weiter amtlicherseits: Erhebliche zusätzliche Kosten entstehen zudem für die Lehrerbildung.
Der Steuerzahler hat sich Jahrhunderte lang daran gewöhnt, die theologischen Fakultäten an den Universitäten zu bezahlen, an denen auch die RU-Lehrer nach Gusto der Kirchen ausgebildet werden. (Bitte nicht verwechseln mit der Fakultät für Religionswissenschaft, deren kulturelle Wichtigkeit niemand bezweifelt!)
Neu einzurichten wären aber Islam-theologische Fakultäten zur Ausbildung der Islam-Lehrer…
Eine Schätzung der jährlichen Mehrkosten auf 50….100 Mio. € ist daher wohl realistischer.
(Ein Volksbegehren zur besseren KiTa-Ausstattung wurde 2008 wegen 50 Mio. Mehrkosten vom Senat nicht zugelassen…)
Quintessenz:

Bisher ist Ethik in den Klassen 7-10 ein normales Fach für alle Schüler. In diesem Kernfach üben sie, einander mit Respekt und Toleranz zu begegnen, Grundwerte unserer Verfassung zu kennen und anzuerkennen und Konflikte friedlich zu lösen. Auch detaillierte Religionskunde gehört zum Lehrplan, sogar unter Einbeziehung von Geistlichen!
Unter dem Eindruck von Morden und Gewalttaten in der “Parallelgesellschaft” in Neukölln war das Fach Ethik gezielt auch für die Migrantenkinder eingerichtet worden. Gemäß “Pro Reli” soll gerade diese Zielgruppe von ihren moslemischen Eltern vom Ethik-Unterricht abgemeldet werden können, um stattdessen von Klasse 1 bis Schulabschluss Islam-Unterricht zu erhalten, der, wie auch die anderen Religionsunterrichte, dann zum Ordentlichen Lehrfach an allen Schulen wird, mit versetzungsrelevanten Noten und zu 100% vom Land Berlin bezahlt!

Wollen Sie etwa Schulabsolventen, die weltanschaulich ausschließlich in getrennten Gruppen im Muff unter der Käseglocke katholischer oder evangelischer oder jüdischer oder islamischer Ideologie erzogen wurden?

Der Angriff von “Pro Reli” zur Abwertung des Ethikunterrichts ist Kulturbarbarei, zutiefst undemokratisch und integrationsfeindlich! Ethikunterricht muss für ALLE sein!

NEIN zu “Pro Reli” !!!

Kontakt: AthHG(ät)TU-Berlin.de

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Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräfte gewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir haben herausgefunden, dass diese Erde groß genug ist, dass sie jedem hinlänglichem Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; dass diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf die Kosten des anderen leben will; und das wir nicht nötig haben, die ärmere Klasse an alle Himmel zu verweisen.

Heinrich Heine, Romantische Schule, 1835

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nickpol - 15. Juni, 13:59
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nickpol - 21. Januar, 10:30
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