Die Hölle auf Erden

Die Frankfurter Rundschau über die Rolle der Frauen in Pakistan. Der Artikel ist von Betsy Udink. Angesichts des zu lesenden Inhalts kann man wohl nicht von der Rolle der Frau in einer Gesellschaft reden, eher von »Tierhaltung«.
Die Frau ein Besitzobjekt, mit dem nach Gutdünken verfahren werden kann. Grundlage ist eine 1400 Jahre alte Rechtsordnung, die wahrlich männlich ist. Die islamistische Gesellschaft ein dumpfes, althergebrachtes Konstrukt, ohne Humanismus. Der Staat unternimmt nicht viel.
»Es geht auf das Ende der Monsunzeit zu. In der dunklen Frauenbaracke des Gefängnisses von Peshawar ist es feucht und drückend heiß. Auf dem Boden aus gestampfter Erde sitzt Gulnaz mit dem Rücken zu dem hohen Tor. Ihre Gesichtshaut ist aschgrau. Sie starrt auf den Kalk, der von den schmuddeligen Wänden blättert.
Gulnaz war noch ein Kind, als sie einem Schuster zur Frau gegeben wurde, einem Analphabeten wie sie selbst. Von den Kindern, die sie von ihm bekam, leben noch drei. Gulnaz hat die Jahre ihrer Ehe nicht gezählt, aber es waren viele, bis sie der Schuster eines Tages aus dem Haus warf. Dreimal rief er: "Ich verstoße dich!", und nach den Vorschriften des Islam war er damit von ihr geschieden. Sie durfte ihre Kinder nicht mehr sehen, und jedesmal, wenn sie es versuchte, jagte er sie weg, beschimpfte sie oder schlug sie zusammen.
Gulnaz bekam von ihrem zweiten Mann ein Kind, ein Mädchen. Plötzlich erschien der Schuster wieder auf der Bildfläche. Er beschuldigte sie der Zina, des Ehebruchs, und behauptete, er sei nie von ihr geschieden worden. Was für einen eindeutigeren Beweis für ihren Ehebruch gab es als das Kind, das sie geboren hatte? Der Schuster erhob Anklage, und Gulnaz wurde verhaftet. Sie wurde aufgrund der Hudud-Verordnungen ins Gefängnis gebracht, aufgrund von Dekreten, die auf 1400 Jahre alten Regeln des Koran basieren.«
Mittelalterliche Religiosität, festgeschrieben für die Ewigkeit, so scheint es. Im Dritten Jahrtausend ist die »Viehhaltung« von Frauen immer noch möglich. Und Pakistan ist da kein Einzelfall. Ich erinnere mich an die namenlosen Gräber in Jordanien. Getötete Frauen, die von ihren Ehemännern oder Brüdern umgebracht wurden, aus ähnlichen Gründen. Die Grabsteine ohne Inschrift, ohne Namen, diese Frauen sollen aus dem Gedächtnis ihrer Familien gelöscht werden. Die Frauen in den jordanischen Gefängnissen sind oftmals zu ihrem Schutz inhaftiert, damit sie nicht von ihren krankhaft-religiösen männlichen Verwandten, die zudem noch von sturer althergebrachter Tradition besessen sind, getötet werden.
Es ist erlaubt Parallelen zum Christentum zu ziehen und es ist kein Verdienst desselben, dass derartiges hier nicht mehr stattfinden kann.
Trackback URL:
https://nickpol.twoday.net/stories/4156909/modTrackback