Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräfte gewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir haben herausgefunden, dass diese Erde groß genug ist, dass sie jedem hinlänglichem Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; dass diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf die Kosten des anderen leben will; und das wir nicht nötig haben, die ärmere Klasse an alle Himmel zu verweisen.
Heinrich Heine, Romantische Schule, 1835
Was für ein Vergleich ...
Wie auch immer: die Entscheidung der Eltern ist zu respektieren, da hat ihnen keiner hineinzureden - und auf Menschen, die sich bewusst gegen eine Familie entschieden haben (Zölibat), sollte man in solchen Fällen sowieso nicht hören.
Auch Mädchen werden in vielen Kulturen als "nicht gerade harmlos" angesehen und deshalb ganz selbstverständlich abgetrieben. Dass man hierzulande schockiert wäre, wenn jemand ein Kind wegen dem "falschen Geschlecht" abtreiben wollte, ist rein kulturell bedingt. Ebenso ist rein kulturell bedingt, dass man hierzulande ganz selbstverständlich Kinder mit genetischen Defekten abtreibt; in anderen Kulturen wäre das wohl undenkbar. Und deshalb ist der Vergleich keineswegs infam, sondern leider absolut passend.
Die Annahme, dass Röntgen eine Ursache für DS sei, ist soweit ich weiss längst widerlegt.
Dass Eltern die Wahlfreiheit haben, ist für mich unbestritten. Allerdings wird ihnen diese Wahlfreiheit allzu oft genommen, weil die Ärzte ein Schreckenszenario präsentieren, in dem das Kind taub und stumm und körperlich schwerstbehindert und geistig eine Trockenblume sein muss und eine Abtreibung eigentlich die einzige ethisch vertretbare "Therapie" darstellt. Da gibt es dann keine echte Wahlfreiheit mehr.
Klar ist ein Kind mit DS eine gewisse Herausforderung. Aber alle Eltern, die mehrere Kinder haben, sagen eigentlich dasselbe: Man lernt unheimlich viel von diesen Kindern. Und es ist nicht das Kind mit Down Syndrom, das ihnen am meisten Kummer bereitet hat.