Interreligiöser Dialog?!

Juden, Muslime und Christen diskutieren über die Möglichkeiten und Formen religiösen Zusammenlebens in unserer Gesellschaft. Die, die nicht glauben scheinen vom Dialog ausgeklammert, scheinen nicht zur Gesellschaft zugehörig zu sein, ein bedauernswertes Minus in der Auseinandersetzung, um die Gesellschaftsfähigkeit des religiösen Diskurses. Gerade hier liegen die grössten Reserven, so will es scheinen. Juden und Muslime treffen sich in einem katholischen Gotteshaus und diskutieren über die Möglichkeiten des Zusammenlebens. Die Kategorien der Diskussion werden nicht bestimmt. Unklar ist, diskutiert man über Religion, Kultur oder Ethnie. Die Grenzen sind fliessend und so verwässern die Inhalte. Ressentiments drängen ins Gespräch, Vorurteile sowieso, Emotionen bedrängen den Einzelnen, einzelnes Erleben wird zur Abstraktion stilisiert. Streitkultur wird dem subjektiven Anspruch an Geschichte geopfert, Geschichte geklittert.
Der Versuch, die Möglichkeiten des Zusammenlebens zu diskutieren, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Aber ohne die Grenzen zu benennen, ohne die Rechte jedes Einzelnen zu akzeptieren, werden diese Versuche zu nichts führen. Fehlerdiskussionen ohne Ende, aufzählen der Verbrechen, die die Einen an den Anderen begangen haben. Das Scheitern liegt im Nichtvorhandensein des unvoreingenommenen Aufeinanderszugehens, den Anderen zu repspektieren, ohne zu tolerieren.
Die Christen halten sich in der Diskussion zurück, sie ahnen wahrscheinlich die Fakten, solange ihre Kirchen den "göttlichen Alleinvertretungsanspruch", auf der Grundlage des Reichskonkordats und eines Staatsvertrages, mit allen damit verbundenen Privilegien verwirklichen, wird es keinen echten interreligiösen Diskurs geben. So wie es DAS Christentum nicht gibt, gibt es DEN Islam und DAS Judentum eben auch nicht. Keine der Religionen kann für sich beanspruchen monolithisch zu sein, keine ist im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit, alle Beteiligten sollten dies aus ihrer Geschichte erkennen und die Konsequenzen ziehen. Unsere Gesellschaft wird es ihnen danken.
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