Protest gegen selektive Abtreibungen
Selektive Abtreibungen: Sie sind fast überall in der Welt an der Tagesordnung. Jetzt hat ein Fall in Italien die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt: Bei einer Zwillingsschwangerschaft wurde bei einem der Embryonen Down-Syndrom diagnostiziert. Die Mutter bat, das behinderte Kind abzutreiben. Doch der Arzt tötete aus Versehen das gesunde Kind der Schwangeren. Für die Kirche ist jedwede selektive Abtreibung inakzeptabel, sagt der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Elio Sgreccia:
So zu lesen bei Radio Vatikan.
Ist es nicht eine Entscheidung der Eltern, sind doch erhebliche Probleme mit einer Erbkrankheit verbunden. Wenn man soetwas fordert müssen die gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen geschaffen werden. Eltern brauchen Hilfe und Unterstützung, wenn sie sich entscheiden, ein krankes Kind großzuziehen. »Ja, in der Tat muss man beklagen, dass überall auf der Welt man immer weniger Gesichter von Kindern mit Down-Syndrom sieht. Das ist ein schlechtes Zeichen für die fortschrittlichen Gesellschaften. Selektive Abtreibungen nehmen immer mehr zu auch bei anderen Krankheiten: In manchen Ländern wird abgetrieben, nur weil es sich um ein Mädchen handelt, andere weil der Zeitpunkt der Geburt nicht in die Lebensplanung der Familien hineinpasst. Jedesmal wenn solche Kriterien angelegt werden, wird ein Mensch getötet, aber nicht nur dies: die Gesellschaft wird beleidigt und letztlich die gesamte Menschheit.«
Das Down Syndrom stellt hohe Anforderungen an die Eltern und die werden oftmals in unserer Gesellschaft allein gelassen.
In jedem Fall sollte die Entscheidung bei den Eltern liegen und diese Entscheidung ist zu respektieren, auch von der katholischen Kirche.
Was für ein Vergleich ...
Wie auch immer: die Entscheidung der Eltern ist zu respektieren, da hat ihnen keiner hineinzureden - und auf Menschen, die sich bewusst gegen eine Familie entschieden haben (Zölibat), sollte man in solchen Fällen sowieso nicht hören.
Auch Mädchen werden in vielen Kulturen als "nicht gerade harmlos" angesehen und deshalb ganz selbstverständlich abgetrieben. Dass man hierzulande schockiert wäre, wenn jemand ein Kind wegen dem "falschen Geschlecht" abtreiben wollte, ist rein kulturell bedingt. Ebenso ist rein kulturell bedingt, dass man hierzulande ganz selbstverständlich Kinder mit genetischen Defekten abtreibt; in anderen Kulturen wäre das wohl undenkbar. Und deshalb ist der Vergleich keineswegs infam, sondern leider absolut passend.
Die Annahme, dass Röntgen eine Ursache für DS sei, ist soweit ich weiss längst widerlegt.
Dass Eltern die Wahlfreiheit haben, ist für mich unbestritten. Allerdings wird ihnen diese Wahlfreiheit allzu oft genommen, weil die Ärzte ein Schreckenszenario präsentieren, in dem das Kind taub und stumm und körperlich schwerstbehindert und geistig eine Trockenblume sein muss und eine Abtreibung eigentlich die einzige ethisch vertretbare "Therapie" darstellt. Da gibt es dann keine echte Wahlfreiheit mehr.
Klar ist ein Kind mit DS eine gewisse Herausforderung. Aber alle Eltern, die mehrere Kinder haben, sagen eigentlich dasselbe: Man lernt unheimlich viel von diesen Kindern. Und es ist nicht das Kind mit Down Syndrom, das ihnen am meisten Kummer bereitet hat.