Montag, 29. Oktober 2007
Donnerstag, 25. Oktober 2007
Vom Baptisten bis Pfingstler
Baptisten
Die ersten Gemeinden entstanden Anfang des 17. Jahrhunderts aus der Reformationsbewegung heraus. Die Baptisten lehnen die Säuglingstaufe ab, weil sie der Überzeugung sind, dass sich jeder Mensch bewusst für Jesus Christus entscheiden soll. In Deutschland sind sie im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden organisiert, dem mitgliederstärksten Zusammenschluss evangelikaler Christen.
DEA
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) ist ein Verbund evangelikaler Christen, der vor allem die Mission zum Ziel hat. Mit der DEA arbeiten nach eigenen Angaben etwa 190 Organisationen zusammen, sie selbst hat mehr als 1000 Ortsgruppen. Zudem sind unter anderem die Missionsorganisation Pro Christ und der Evangeliums-Rundfunk eng mit ihr verbunden.
FEG
Wie die Baptisten sehen sich die Freien Evangelischen Gemeinden als Gemeinschaft von bewusst Glaubenden. Es gibt keine prinzipielle Unterscheidung von Klerus und Laien. Die erste deutsche FEG wurde 1854 gegründet, die Mannheimer Gemeinde existiert seit 1992 und hat 90 Mitglieder.
Fundamentalisten
Charakteristisch für Fundamentalisten sind eine Fixierung auf das Böse sowie die Ablehnung des Feminismus, des Pluralismus und der historisch-kritischen Bibelauslegung. Reinhard Hempelmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen unterscheidet zwischen Wort- und Geistfundamentalismus: Ersterer glaubt an die absolute Irrtumslosigkeit aller Aussagen der Bibel, Letzterer an Heilungen oder Ekstase als sichtbare Gottesbeweise.
Pfingstler
Im Mittelpunkt der Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Pfingstbewegung steht der Glauben an das Wirken des Heiligen Geistes in der Form von Heilungen, Visionen und Ekstase der Gläubigen. Seit den 70ern gründeten sich zahlreiche autonome, sogenannte charismatische Gemeinden, die diese Glaubenspraxis übernahmen. Experten haben zuletzt einerseits eine abnehmende Radikalität, andererseits eine stärkere Zusammenarbeit dieser Freikirchen beobachtet.
Wort und Wissen
Die "Studiengemeinschaft" verteidigt mit wissenschaftlichem Vokabular den Kreationismus, also die Lehre von der biblischen Schöpfungsgeschichte als historischer Tatsache. 2006 soll in zwei hessischen Schulen ein W+W-Buch verwendet worden sein. Kultusministerin Karin Wolff (CDU) schlug später vor, theologische Fragen sollten im Unterricht zusammen mit biologischen behandelt werden. In Mannheimer Schulen gab es über dieses Thema nach Auskunft der Behörden bislang keine Auseinandersetzungen.
Dienstag, 23. Oktober 2007
Christopher Hitchens und Alister McGrath Debatte 1v11
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Online kommen die Spione
Kollateralschaden am Rande: die Abschaffung von Demokratie und der angeblich verteidigten Freiheit
Aber wir werden doch im 21. Jahrhundert nicht wieder in das antiaufklärerische Denken verfallen, dass das Vorhandensein eines bestimmten Buches in der Bibliothek oder einer bestimmten Datei auf dem Rechner, ein Einverständnis mit dessen Inhalten bedeutet, oder doch?!
Eigentlich sind Online-Durchsuchungen eine gute Sache: Sie helfen terroristische Anschläge zu verhindern und bedeuten für den unschuldigen Bürger keine Gefahr. Auf den ersten Blick zumindest.
Was schrecken mich Online-Durchsuchungen?
Ich habe doch nichts zu verbergen! Oder doch? Nein, eigentlich nicht. Nur, wenn jemand aus dem Vorhandensein bestimmter Dateien falsche Schlüsse zieht (oder ziehen will), dann vielleicht doch.
In den letzten Jahren haben Micromedien wie E-Mails, SMS, Blogs und Internetforen neben den etablierten Medien einen weiteren Diskussionsraum eröffnet, der es zwar ermöglicht, im geschlossenen Zirkel seine Meinungen zu kolportieren, aus dem heraus es jedoch immer wieder einmal weitreichende Zurkenntnisnahme gibt. Beispiele dafür sind der Karikaturenstreit (siehe Kirchner, Henner (2007): „Micromedien in der arabischen Welt.“ In: Debatin, Bernhard (Hg.): Der Karikaturenstreit und die Pressefreiheit ) ebenso wie das Onlinetagebuch von Riverbend (http://riverbendblog.blogspot.com), das es geschafft hat, einen Einblick in die Rückentwicklung des Irak nach der Invasion zu verschaffen. Dan Sieradski (orthodoxanarchist.com) ist es während des Libanonkriegs 2006 gelungen via Internet mit jungen Libanesen Kontakt aufzunehmen – die Liste der internetten Grenzüberschreitungen ließe sich lange fortsetzen. Während gerade das Internet es vermag, ansonsten ausgeblendete Themen sichtbar zu machen, ermöglicht es gleichzeitig auch, dass sich bestimmte Zirkel, seien es nun fundamentalistische, rechts- oder linksradikale oder sonstige, subversive Botschaften zuschustern, konzertierte Aktionen planen und zur Gewalt aufrufen.
Diese Foren zu beobachten ist darum eine sinnvolle und lohnende Beschäftigung für unsere Verfassungsschützer. Der aktuell als Highlight im „Antiterrorkampf“ gefeierte Vorschlag, die längst realisierten Online-Durchsuchungen zu legalisieren, führt aber in eine ganz andere Richtung. Während man eigentlich mit den aktuellen Fahndungserfolgen zufrieden sein könnte, wird in Medien bundesweit und international angekündigt, dass man 2008 Anschlagspläne wie die zum 11. September nicht mehr ohne das Mittel der Online-Durchsuchung vereiteln könne. Woher wissen die Sprecher das? Häufiges Wiederholen wird aber auch diese Gedankenverrenkung schließlich plausibel erscheinen lassen. Wenn wir 2008 allerdings immer noch kriegführende Partei sind, könnte das Szenario „Anschlag in Deutschland“ vielleicht sogar stimmen.
Vielen Menschen fehlt derzeit vielleicht noch die Fantasie, wohin die aktuelle Entwicklung in den nächsten zwanzig Jahren führen könnte. Einen Vorgeschmack allein durch die Feststellung dessen, was in den letzten Jahren schon alles vorbereitet wurde, gibt das Buch von Rolf Gössner „Menschenrechte in Zeiten des Terrors“, das man auch „Menschenrechte in Zeiten des Antiterrorkampfes“ hätte nennen können. Kollateralschaden am Rande: die Abschaffung von Demokratie und der angeblich verteidigten Freiheit. Stattdessen wird ein System von „Präventivmaßnahmen“ installiert, das u.a. die Verwischung von Grenzen zwischen Polizei und Geheimdiensten vorantreibt und eine massive Militarisierungskampagne national wie international betreibt. Wir führen Krieg und sollen es laut Weißbuch der Bundeswehr auch dauerhaft tun. Ein Staat, der nach außen Macht ausübt, muss aber auch nach innen Macht ausüben, sonst ist das System gefährdet. Andere lassen sich nur beherrschen, wenn man die eigenen Leute kontrolliert – der heute noch zaghaften, aber wachsenden Auflehnung gegen diese Politik wird nun schon „präventiv“ der Riegel vorgeschoben für die langfristige Sicherheit des Machtapparates.
Welche Rolle spielen Online-Durchsuchungen hierbei? Nun, vielleicht nur diese, die Menschen von der Nutzung des Internets abzuschrecken, denn ein Stand-Alone-Gerät ist ohne Hausdurchsuchungsbefehl zunächst eine relativ private Angelegenheit. Dann wären die PR- und Lobbygruppen gefütterten Mainstream-Medien (siehe exemplarisch Becker/Beham 2006: Operation Balkan – Werbung für Krieg und Tod) wieder eine wichtigere Quelle für eine große Zahl von Bürgerrechtlern, die in den letzten Jahren via Internet für Ihre Anliegen eine ansehnliche Mitstreiterschaft auf die Beine stellen konnten. Das ganze also vielleicht auch eine kleine Einschüchterungskampagne für allzu forsche Friedensbewegte? Oder Wissenschaftler, die sich durch allerlei Schriftwerk merkwürdigster Autoren wühlen, um herauszufinden, wie das Volk denkt? Wer darf zu welchem Thema forschen und dazu Daten sammeln und speichern? Wer macht sich mit welchem Material auf dem Computer verdächtig? Hauptverdächtiger der Zukunft müssten also eigentlich Polizei und Verfassungsschutz sein, weil sich auf den Rechnern der Beamten erwartungsgemäß etliche subversive Daten befinden dürften.
Aber wir werden doch im 21. Jahrhundert nicht wieder in das antiaufklärerische Denken verfallen, dass das Vorhandensein eines bestimmten Buches in der Bibliothek oder einer bestimmten Datei auf dem Rechner, ein Einverständnis mit dessen Inhalten bedeutet, oder doch?! Wenn dem so ist, kann das Institut für Medienverantwortung schließen. Natürlich befassen wir uns mit Texten rechtsradikaler, islamistischer, evangelikaler, zionistischer und neokonservativer Autoren, mit übelsten medialen Gewaltdarstellungen u.v.m. – darum sind diese auch auf unserem Rechner ebenso vorhanden wie in unserer Bibliothek. Zu Studienzwecken leihen wir uns Mein Kampf aus Universitätsbibliotheken aus, sind also im Buchungsverzeichnis zu finden, und prüfen gar die Übersetzung ins Englische. Goebbels Tagebücher sind eigentlich Pflichtlektüre für Medienwissenschaftler, um sich mit den Darlegungen der einfachsten und effektivsten Formen von Propaganda auseinanderzusetzen, die man heute in Teilen in verschiedensten Bereichen wieder finden kann und muss. Apotheker sollten eigentlich recherchieren, wie man mit welchen Substanzen Bomben baut, um bei eventueller Nachfrage nach bestimmten Substanzen der Polizei einen Hinweis geben zu können. Aber angesichts der Überwachungspläne ist das wohl nicht mehr ratsam. Schon gar nicht für Apotheker mit einem arabischen Namen. Oder man stelle sich einen türkischsprachigen Wissenschaftler vor, der zum Thema „Islamismus in der Türkei“ forscht – oder einen jüdischen Wissenschaftler, der sich die Ideologie der Siedler-Bewegung in Israel zur Analyse vornimmt ...
Uns bleibt zu hoffen, dass man also nur dann verhaftet wird, wenn es wirklich explizit um persönlich verfasstes Material geht, das zu Gewalt und Terror aufruft. Und das kann es schließlich nicht geben, nicht bei uns! Der Gedanke beruhigt – aber nur für einen kurzen Moment. Wer nämlich garantiert, dass sich nicht per Trojaner Dateien solchen Inhalts auf unseren Server schleichen. Hat schon jemand behauptet, dass der Datentransfer nur eine Einbahnstraße ist?
Offline ist die Teilnahme an den egalitär demokratisch nutzbaren Micromedien schon wesentlich eingeschränkter. Man muss jedes Mal ins Internetcafé gehen, wenn man internetten Kontakt mit der Welt aufnehmen will. Das ist freilich für Wissenschaftler, ehrenamtliche Friedensaktivisten und andere Menschen mit Zeitnot nicht realisierbar. Diese Strategie müssen wir dann denen überlassen, die wirklich etwas zu verbergen haben – und die werden clever genug sein, das Internetcafé auch öfter mal zu wechseln.
Montag, 15. Oktober 2007
Uni HH - eine christlich-esoterische Medrese?
- Sabine Rohwer: Gebetsheilung – eine Form des Geistigen Heilens
- Dr. Uwe Böschemeyer: „Gottesleuchten“– Begegnungen mit dem unbewussten Gott in unserer Seele
- Karsten Behrendt: Personalpolitik neu gedacht – christliche Werte in der Wirtschaft
- Dr. Rhami Oruc Güvenc: Heilende Klänge und Tänze des islamischen Sufismus
- Rev. Dr. Marcus Braybrooke: Globale Spiritualität – eine persönliche Transformation
- Hans-Dieter Gödecke: Gehmeditation – mit den Füßen beten
All das natürlich zu einem deftigen Eintrittspreis von 70 Euro. Ich halte es für ein Armutszeugnis und eine Peinlichkeit, dass eine öffentliche Universität ihre Räumlichkeiten für obskure Veranstaltungen dieser Art zur Verfügung stellt.
Gebetskongress
danke Tapuak
Freitag, 12. Oktober 2007
Mittwoch, 10. Oktober 2007
Sonntag, 7. Oktober 2007
Nutzten Ted Haggard und Larry Craig den selben Begleiter?
Dieselbe Person, die für den Untergang von Ted Haggard sorgte, beansprucht nun auch der männliche Begleiter für Senator Larry Craig gewesen zu sein. Während eines Werbeinterviews für sein neues Buch, beim Sender KNWQ-AM in Palm Springs, zögerte Mike Jones etwas über diese Beziehung über den Sender gehen zu lassen. Aber er tat es. Jones enthüllte einiges über die Inhalte in »Bulldog Bill Feingold Show«. Feingold fragte Jones ob er den Senator ausfgesucht habe. Jones antwortet »Nein, er kam zu mir.«. Dieser Besuch in Denver, wäre anhand der Reiseunterlagen des Senators nachvollziehbar.
Hoffentlich hatten sie Spass.
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Freitag, 5. Oktober 2007
Anti-Schwulen Bewegung im Westen der USA
Russisch-sprechende, christliche Fundamentalisten haben im Westen der USA eine Anti-Schwulen Bewegung organisiert, die ihresgleichen sucht. Es handelt sich dabei um Immigranten aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion. Satender Singh wurde am 01.07. diesen Jahres, wegen seiner Homosexualität zu Tode geprügelt.
Die russischen Baptisten haben sich im Westen der USA breitgemacht. Ihren Hass auf Menschen, die nicht so sind wie sie haben sie mitgebracht.
Die Anti-Schwulen-Bewegung geht von Sacramento aus, dort wo sich die meisten russischen Kirchen befinden, die alle Bestandteil der Bewegung sind. WeiterlesenMittwoch, 3. Oktober 2007
Gysi Bullshistic
von Religionswissenschaft
Die Kirchen sind nach Überzeugung des Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, eine einzigartige
moralische Instanz. Weder der Kapitalismus noch die Linke in Europa schafften es, allgemeine Moralnormen aufzustellen, sagte Gysi am Dienstag bei einer Buchvorstellung in Berlin. Dazu seien offenbar nur die Kirchen in der Lage. Mit Blick darauf fügte Gysi hinzu: «Eine gottlose Gesellschaft wäre auch eine wertlose Gesellschaft.» Daher sollte man den Glauben «einfach respektieren».Eine ähnliche moralische Rolle wie die Kirchen haben laut Gysi die Linken im 19. Jahrhundert gespielt. Durch den Staatssozialismus sei diese Rolle aber gründlich diskreditiert worden. Die Linke müsse daher die «Fehler und Verbrechen» des Staatssozialismus aufarbeiten. Der CDU-Politiker Friedrich Merz sagte voraus, der Linken werde es nie gelingen, zur moralischen Instanz zu werden.
Die beiden Politiker diskutierten mit dem Autor Manfred Lütz über dessen Buch «Gott», das den Untertitel «Eine kleine Geschichte des Größten» trägt. Lütz wirft die Fragen nach Gott in humorvoller Form auf. «´Gott´ ist ein Buch für Atheisten und Gottgläubige und solche, die es werden wollen», heißt es in der Ankündigung des Verlages.

























