Dienstag, 13. Januar 2009

Die Dinge, von Den Haag aus betrachtet

Gideon Levy, Ha'aretz, Israel

... Die Fragen, die zu stellen sein werden, und so umsichtig wie möglich, lauten: Wer ist schuld, und wer ist verantwortlich. Die überzogene Bereitschaft der Welt, Israel zu vergeben, muß diesmal zerbrechen. Die Piloten und Schützen, die Panzerbesatzungen und Infanteriesoldaten, die Generäle und die Tausende, die mit einer ordentlichen Portion Eifer in diesen Krieg gezogen sind, werden das Ausmaß des bösen und unterschiedslosen Charakters ihrer Militärschläge erfassen. Sie vielleicht, werden keinen Preis zahlen. Sie sind in die Schlacht gezogen, doch andere haben sie geschickt.

Der öffentlichen, moralischen und gerichtlichen Prüfung unterliegen werden die drei israelischen Staatsleute, die die israelischen Verteidigungsstreitkräfte in den Krieg geführt haben; gegen eine hilflose Bevölkerung, eine, die nicht einmal Platz zum Flüchten hatte; sie geführt haben in den vielleicht einzigen Krieg der Geschichte gegen einen umzäunten Landstrich. Ehud Olmert, Ehud Barak und Tzipi Livni werden in der vordersten Reihe der Schuldigen stehen...

... Im Gegensatz zu den Behauptungen, die ansonsten aufgestellt werden, dürfen wir annehmen, daß diese drei Führer nicht aus wahltaktischen Gründen in den Krieg zogen. Jeder Moment ist gut für Krieg in Israel. Wir haben uns zum vorigen Krieg drei Monate nach der Wahl aufgemacht, nicht zwei Monate vorher. Wird Israel sie im Lichte der Bilder aus Gaza hart beurteilen? Sehr zweifelhaft. Barak und Livni legen gerade in den Umfragen zu, statt zu verlieren. Diese drei Personen erwartet keine lokale Prüfung. Sicher, internationale Staatsleute haben den israelischen Schlägen zynischen Beifall gespendet. Sicher, Amerika hat geschiegen, Europa gestottert und Ägypten unterstützt, aber andere Stimmen werden sich aus dem Schlachtenlärm erheben...

... Israelische Basketballspieler werden nicht die einzigen sein, die in einer Sportarena schamvoll werden in Deckung gehen müssen. Und hohe Offiziere, die in diesem Krieg befohlen haben, werden nicht die einzigen sein, die sich werden in El-Al-Maschinen verstecken müssen, um der Verhaftung zu entgehen. Dieses Mal werden unsere höchsten Staatsleute, die Mitglieder des Kriegsküchenkabinetts, einen persönlichen und nationalen Preis zahlen müssen.

Ich schreibe diese Worte nicht mit Freude, sondern mit Bedauern und in tiefer Scham. Trotz aller Nachlässigkeit, mit der die Welt uns behandelt hat, seit wir uns erinnern können, trotz der Nachsicht mit Israel, könnte diesmal die Welt anders sprechen. Wenn wir so fortfahren, dann mag eines Tages ein neues Sondergericht in Den Haag zusammentreten.

Ha'aretz Steinbergrecherche

Sonntag, 11. Januar 2009

Song for Gaza - We will not go down!

Donnerstag, 8. Januar 2009

Dollar-Krach und Nahost-Krieg

Liebe Freunde,

wenn am kommenden Samstag die VOLKSINITIATIVE zur Veranstaltung

Weltwirtschaftskrise: Versagen die Linken? Was ist zu tun?

einlädt (10.01., 20.30 Uhr, Berlin-Kreuzberg, Wirthaus "Max und Moritz",
Oranienstr. 162), muß natürlich der neue israelische Krieg auch eine Rolle
spielen.

In meinem Einleitungsreferat werde ich deswegen beide Themen verbinden.
Eckpunkte meiner Argumentation skizziert mein Essay, der heute im Neuen
Deutschland erschienen ist (siehe unten).

Bitte verbreitet diesen Text per Email weiter und postet ihn auf Euren
Websites.

Jürgen Elsässer

Drei Wochen vor dem Amtsantritt des neugewählten US-Präsidenten Barack Obama begann Israel seinen mörderischen Krieg. Damit ist der charismatische Hoffnungsträger mit einer Herausforderung konfrontiert, die ihm auch aus seinem Beraterkreis vorhergesagt worden war. »Passt auf, wir kriegen eine internationale Krise, eine ›gemachte‹ Krise, um den Mut dieses Burschen auf die Probe zu stellen«, sagte Joe Biden, der designierte Vizepräsent des »Burschen« Obama, auf einer Wahlkundgebung im Oktober.

Wenn Biden von einer »gemachten« Krise spricht – wer ist dann im Gaza-Krieg der »Macher«? Man will uns einreden, dies sei die Hamas gewesen, die zu Jahresende den vorherigen Waffenstillstand aufgekündigt habe. Dem kann man ein Zitat des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak zu Kriegsbeginn entgegenhalten: »Unsere Sicherheitskräfte haben sich seit Monaten auf eine solche Operation vorbereitet.« Offensichtlich geschah dies mit Unterstützung der Bush-Administration: Schon im September beschloss sie die Lieferung bunkerbrechender Präzisionswaffen, die sich jetzt, Tod und Vernichtung bringend, in die Keller und Tunnel des Gaza-Streifens bohren. Immer weiter dreht Israel an der Schraube der Gewalt, dass man fast den Eindruck hat, hier sollen Gegenschläge islamischer Staaten regelrecht provoziert werden, bis die ganze Region in Flammen steht.

Warum unterstützt Washington dieses Spiel mit dem Feuer? Ist an der Studie der RAND-Corporation, die im Oktober aus französischen und chinesischen Quellen durchsickerte, aber von dem Thinktank selbst dementiert wurde, doch etwas dran, dass die USA einen »größeren Krieg« bräuchten, um eine Rezession abzuwenden? Erinnerungen werden wach an die frühen 70er Jahre. Damals verschuldeten sich die USA in Folge des Vietnamkrieges so sehr, dass Präsident Nixon 1971 die Golddeckung des Dollars abrupt aufhob. Die folgende Entwertung des Greenback reduzierte die Außenstände der USA, aber untergrub seine Stellung als Weltgeld.

Erst der israelisch-arabische Jom-Kippur-Krieg 1973 und der folgende Öl-Boykott der OPEC stabilisierte den Hegemon wieder: Der um 400 Prozent steigende Ölpreis belastete zwar weltweit die Industriestaaten, nützte aber den »sieben Schwestern« des angloamerikanischen Öl-Business, die die OPEC-Exporte vermarkteten. Vor allem: Die durch radikale Kämpfer bedrohten Scheichtümer am Golf, allen voran Saudi-Arabien, schlossen sich enger um die USA zusammen und pumpten ihre Petrodollars in die Banken von New York und London. Weiterhin garantierten sie, ihre Ölexporte nur in Dollar zu fakturieren. Dies zwingt alle anderen Staaten bis heute zum Umtausch ihrer Währungen in Dollar, um Energielieferungen einzukaufen.

Wurde der Jom-Kippur-Krieg, der mit einem Angriff Ägyptens und Syriens begann, vom damaligen US-Außenminister Henry Kissinger provoziert, indem er beiden Seiten anstachelnde Informationen zuspielte? Dies behauptet William Engdahl in seinem Buch »Mit der Ölwaffe zur Weltmacht«, das vom damaligen saudischen Energieminister Zaki Jamani als »einzige zutreffende Darstellung« der Ereignisse von 1973 gelobt wird. Zu viel Verschwörungstheorie? Fakt ist immerhin, dass Kissinger und seine Finanzfreunde den Jom-Kippur-Krieg gut zu nutzen wussten. Nun wiederholt sich die damalige Dollarkrise auf höherer Stufe. Die US-Verschuldung explodiert, die Notenpresse rotiert in immer schnelleren Umdrehungen. Den Kollaps der US-Währung könnte verhindern, wenn das Öl trotz Rezession wieder teurer und der Profit im US-Bankensystem angelegt würde.

Deswegen gaben die Petro-Strategen um US-Vizepräsident Dick Cheney offensichtlich dem israelischen Premier Ehud Olmert bei seinem Besuch in Washington im Dezember grünes Licht zur Entfesselung eines Krieges, bevor Obama ans Ruder kommt. Tatsächlich stieg der Fasspreis mit den ersten Toten in Gaza von 32 auf 48 Dollar. Kannte Biden diese Pläne, als er den »Burschen« warnte?

veröffentlicht im ND vom 08.01.2009

Samstag, 3. Januar 2009

Die Auflösung der USA

Kevin Kelly diskutiert den bisher "unmöglichen" Gedanken der Auflösung der USA. Das jüngste Szenario des Zusammenbrechens der USA wurde am 02. Januar 2009 im Wallstreet Journal veröffentlicht. Der russische Professor Igor Panarin prophezeit den Zusammenbruch für das Jahr 2010. Seit 10 Jahren bringt er immer wieder seine Theorie in die Medien, jetzt scheint es im mainstream angekommen zu sein. Die ökonomischen, finanziellen und demografischen Entwicklungen in den USA werden eine enstprechende Krise auslösen. Soziale Unruhen und ein Bürgerkrieg werden folgen. Entlang etnischer Linien und Interessengebieten ausländischer Mächte werden sich die Vereinigten Staaten aufteilen und zerbrechen. Na ja, vielleicht hat der Typ ja zu lange und zu oft an der Wodka-Flasche geschnüffelt und hofft nun, angesichts der Krise der Finanzmärkte, dass die USA auseinanderbrechen. Panarin sollte mal die Droge wechseln, Ylang-Ylang soll beruhigend sein. Seine esoterischen Kollegen haben mit ihren Prognosen völlig daneben gelegen.

Die Auflösung der USA

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Guten Rutsch ins Neue Jahr

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Lasst Euch nicht unterkriegen.

Dienstag, 23. Dezember 2008

Jesus: I will survive


Jesus ein Musical - MyVideo

:))

Freitag, 19. Dezember 2008

The Grinches of Wallstreet

Twas the night before Christmas
And through the Senate and House
The money was flowing
To each Wall Street louse
The hedge fund managers and CEOs
Had told their tales of financial woes
Their stories were naughty - not very nice
They told of private jets and gluttonous vice
Meanwhile on Main Street the people were sad
No one could explain why things had gotten so bad.
Some said the cause was market speculation
Others said Capitalism was the right explanation
Santa’s elves should create a People’s State
End all war, poverty, and hate
A Single Payer System would keep us healthy
Enough food for all - no need to be wealthy
At the shelter, the children were snuggled in their beds
As nightmares of foreclosure danced through their heads
A holiday miracle is what we need -
On second thought - we just might have to secede.
von RockCreekFreePress.
Rosemarie Jackowski is an advocacy journalist living in Vermont.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Yahyas dumpfer Kreationismus

Nathan Schneider vom SeedMagazin.com hat Harun Yahya aka Adnan Oktar in Istanbul interviewt. Wie etliche vor ihm, die BBC, Le Monde, Der Spiegel, und viele andere mehr, hat er die Reise an den Bosporus unternommen. Yahya selbst hatte jahrelang Interviews seiner eigenen Person abgelehnt. Die schlechte Presse, als Ursache seines seltsamen Verständnisses zur Meinungsfreiheit haben ihn wohl umgestimmt.

Vor zwei Jahren hat alles begonnen, in den Briefkästen der Wissenschaftler, kreuz und quer in Europa und den USA, lag er, der Atlas der Kreation des Harun Yahya. Hochwertige Farbdrucke, viel Photoshop, barockhafte Aufmachung und aalglatt kam der Wälzer daher. Dummheit und Unwissenschaftlichkeit gut verpackt. Liest man den Text von Nathan Schneider, so scheint es, dass sich Yahya in ähnlicher Art und Weise darstellt, ölig und barockhaft, von Wissenschaftlichkeit keine Spur. Alle heute existierenden Lebewesen wurde durch IHN im Laufe von Jahrmillionen kreiert und haben sich bis heute nicht verändert. Soweit, so schlecht. Harun Yahya ist ein kreationistischer Idiot, bar jedweder demokratischer Verantwortung. Wegen kritischer Berichterstattung über sich, ließ er alle Wordpress-Blogs in der Türkei sperren und jüngst Richard Dawkins. Yahya ist ein Narziß, par exellence, genau so stellt er sich dar.

Mit einem guten finanziellem Background ausgestattet, lässt er seinen Atlas unter den Produktionskosten verkaufen und verschickt oftmals gratis-Exemplare. Die Wurzel allen Übels ist für ihn Darwins Evolutionstheorie.

Er macht sie für alle Krankheiten dieser Welt verantwortlich, Terrorismus, Faschismus und sogar das Columbine-Massaker in den USA. Der Terrorismus könne einzig und allein durch die Liebe besiegt werden. In 10 Jahren wird Jesus auf Erden erscheinen und all diese kranken Ideologien werden ausradiert. Solche Leute kann man gar nicht mehr ernst nehmen, er ist ein esoterisch-muslimisch-christlicher Phantast, wie soviele vor ihm und wie so viele noch aufkreuzen werden. Ich schätze, solch exorbitante Dummheit wird uns nicht erspart bleiben.

Auf dem unterem Bild stellt er sich selbst dar, wie er sich sieht, entschlossen für das Reich Gottes kämpfend, wenn auch mit reichlich Pomade versehen ist er ein Versace-Osmane.

Freitag, 12. Dezember 2008

Zucker - das neue Heroin

Neue Forschungen zeigen, die Abhängigkeit von Zucker ist eine reale.

Laborratten stellen das gleiche Verhalten dar, wie Junkies, die einen neuen Schuss brauchen. Schokoholismus ist also nicht länger nur ein Witz. Die Gefahr ist real.Psychologen der Princeton Universität haben in den letzten Tage eine Studie vorgestellt, die beweist, dass Zucker Abhängigkeiten hervorruft, die denen der Rauschgifte entsprechen.

Bart Hoebel, der sich auf Verhaltensmuster bei Abhängigkeiten und dem Funktionieren des Gehirns, in seiner Forschung konzentriert hat, hat die Stärke der Abhängikeit von Ratten, speziell bei Zucker, über mehrere Jahre untersucht. Seine Untersuchungen bei den Nagetieren zeigen, nach den Phasen der steigenden Einnahme von Zucker, kommen Phasen der immer stärker werdenden Entzugserscheinungen. Ebenso konnten die Wissenschaftler die Begierde, also das Verlangen nach Zucker und den Rückfall in eben jene Verhaltensmuster feststellen. Bedrohlich in dem Zusammenhang, nach intensiver Einnahme von Zucker und nachfolgendem Entzug, war das Verlangen nach Alkohol bei den Ratten signifikant grösser. Extreme Empfindlichkeiten zu winzigen Mengen von Amphetaminen konnten ebenso festgestellt werden. Es wird betont, dass es die erste umfangreiche Studie zu Abhängigkeiten, durch Zucker, bei Ratten ist, ebenso, die Mechanismen, die wirken und den Weg und die Erscheinungen der Abhängigkeit aufzeigen. Die Wissenschaftler wollen die Ergebnisse der Studie in einem Ernährungsmagazin veröffentlichen. Die extreme Einnahme von grossen Zuckermengen führt zu erhöhter Ausschüttung von Dopamin im Gehirn der Ratten. Alarmierend, Zuckerentzug, führt zu den selben Symptomen, wie sie die Wissenschaftler bei Drogenabhängigen feststellen können.
Quelle: Miller-McCune.com

Montag, 8. Dezember 2008

Über virtuelle Welten

Warum bauen wir virtuelle Welten? Philip Rosedale spricht über die virtuelle Gesellschaft, die er gegründet hat, Second Life. Einmal mehr wird die menschliche Kreativität unterstrichen. Ein Ort der so unterschiedlich ist, das Alles passieren kann.

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Naturalismus - kein Dogma!

Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräfte gewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir haben herausgefunden, dass diese Erde groß genug ist, dass sie jedem hinlänglichem Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; dass diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf die Kosten des anderen leben will; und das wir nicht nötig haben, die ärmere Klasse an alle Himmel zu verweisen.

Heinrich Heine, Romantische Schule, 1835

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Der hätte die Abrissfirma...
Der hätte die Abrissfirma mit einem Handtuch erschlagen....
nickpol - 15. Juni, 13:59
in doors we trust
yeah, that'll be true :)
nickpol - 21. Januar, 10:30
Wer hat denn Wissenschaft...
Wer hat denn Wissenschaft zur Religion erhoben. Etwas...
nickpol - 19. Juni, 09:17
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Bei mir hier heissen die Mulwarp, und wenn sich einer...
schlafmuetze - 27. Februar, 20:44
Danke Misanthrop, dir...
Danke Misanthrop, dir auch :)
nickpol - 31. Dezember, 13:31
Ich halte nicht viel,...
Ich halte nicht viel, oder besser gesagt gar nichts...
nickpol - 18. Oktober, 15:03
sieht doch gut aus, in...
sieht doch gut aus, in meiner verehelichten Zeit lief...
schlafmuetze - 17. August, 22:57
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schlafmuetze - 8. August, 20:23

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