Donnerstag, 19. Februar 2009

Die wirkliche Krise

Barry Schwartz mit einem leidenschaftlichen Ruf nach "praktischer Bildung". Er sieht sie als Gegengift gegen ausufernde Bürokratie und deren regelmäßigen Versagen. Warum Regeln versagen? Er argumentiert mit starken Worten.

Sein Plädoyer, Weisheit wird uns helfen, unsere Welt neu zu begründen.

Dienstag, 17. Februar 2009

Welcher Slogan?- für die Buskampagne in Deutschland







Welcher Slogan gefällt Euch. Abstimmung auf dem Brightsblog

Freitag, 13. Februar 2009

Guantanamo direkt zu Obama


Rechtsanwälte von Guantanamo-Gefangenen haben sich direkt an den Präsidenten der USA gewandt.
Hier nachzulesen.
Gefunden bei BoingBoing

Sonntag, 8. Februar 2009

Die Sklaverei des Geistes

Die meisten von uns, die kritisches Denken gewohnt sind, sind vertraut mit dem, was wir unter dem Komplex des Fundamentalismus verstehen, der ausdrücklich den christlichen Fundamentalismus einschließt.

Die Sklaverei des Geistes beschäftigt sich speziell mit dem jüdischen Fundamentalismus. Genau wie der Protestantismus ist vor allem der evangelikale Fundamentalismus eine potente Kraft in der Christenheit. Gleiches gilt für das orthodoxe Judentum unter den heutigen Juden. Das orthodoxe Judentum beansprucht die einzig gültige Form des Judentums zu sein, ähnlich dem der Fundamentalisten unter den Christen.

Im Prozess der Evangelisierung der Juden, vor allem der jüdischen Jugend, wird auf jene verwiesen, die ihre Loyalität vom reformierten Judentum zum orthodoxen überleiteten. Der Ursprung für die Teilung des Judentums in die ideologischen Bereiche orthodox, reformiert und konservativ, liegt in der jüdischen Aufklärung des 19. Jahrhunderts. Die meisten europäischen Denker betrachteten die Juden bis zur jüdischen Aufklärung kulturell und intellektuell als hoffnungslos rückständig. Die intellektuelle Isolation der Juden resultierte aus der Trennung von der sie umgebenden christlichen Gesellschaft und der damit über Jahrhunderte verbundenen Verfolgung.

Während die europäische Gesellschaft im 17. Jahrhundert als eine teilweise Reaktion auf die schrecklichen, religiösen Kriege (vor allem des 30-jährigen Krieges) effektiv säkularisiert wurde,, verblieben die Juden weitestgehend im Mittelalter.

Die Verbreitung der demokratischen Ideologien im 19. Jahrhundert führte zu einer Ablehnung des Antisemitismus, insbesondere unter den Intellektuellen jener Zeit und zur Reduzierung der gesetzlichen Isolation der Juden. Im Ergebnis dieser Reformen reagierten die jüdischen Intellektuellen mit der jüdischen Aufklärung.

Es wurden nicht nur die in ihrer Wirkung übertriebene Bekleidung hinterfragt, sondern auch die extreme Bedeutung der Ernährungsgesetze. Die Ablehnung dieser Eigenartigkeiten war das Ergebnis, es entstanden die reformierten Juden. Reformierte Juden wurden in der sie umgebenden Gesellschaft beteiligt und integriert. Der Ursprung des jüdischen Intellektualismus und die Wirkungen der jüdischen Philosophen, Mathematiker, Wissenschaftler, Künstler, klassischer Musiker und anderer - findet sich im 19. Jahrhundert, dem Jahrhundert ihrer Aufklärung.

Einigen Juden ging die Reformbewegung zu weit, insbesondere der Grad der Assimilation. Sie betonten daher ihre Rückkehr zur Praxis und zur Pflege der Ernährungsvorschriften, sie studierten die hebräische Sprache, kehrten aber nicht zu den Eigentümlichkeiten der Bekleidung zurück. Aus ihnen entwickelten sich die konservativen Juden. Wir dürfen diese Bewegung mit der katholischen Gegen-Reformation vergleichen, die eine Reaktion auf den Protestantismus darstellte.

Ein geschickter Vergleich zwischen jüdischen Fundamentalisten und amerikanischen Protestanten ist die Position der Akzeptanz einer modernen, wissenschaftlichen Sicht, vor allem der Evolutionstheorie. Über viele Jahrzehnte beteiligten sich die christlichen Fundamentalisten nicht an der allgemeinen Gemeinschaft der Protestanten und pflegten ihre Trennung von dieser. Für sie war es der Erhalt der Reinheit ihres Glaubenssystems. In den Turbulenzen der sozialen Unruhen begannen sie in den 60-ziger Jahren jedoch aktiv unter der Jugend zu missionieren. Bis 1980 wurden sie nicht nur in den verschiedenen Glaubensgemeinschaften - wie die Southern Baptists, wo die Fundamentalisten sogar liberale Kräfte von der geistigen “Führerschaft” vertrieben haben, eine aktive Kraft, sondern auch in der Politik.

“Bondage of the Mind” handelt von den aktiv missionierenden Rabbis , die speziell auf die Jugend der reformierten Juden abzielen. Gold konzentriert sich auf drei Bereiche, die von den Orthodoxen üblicherweise benutzt werden. In seiner Überprüfung der Gedanken, Ziele und Taktiken des wiederauflebenden jüdischen Fundamentalismus nutzt er: “On Judaism“, von Rabbi Emanuel Feldmann , “Choose Life” von Rabbi Ezriel Tauber und “Living Up … to the Truth” von Rabbi David Gottlieb .

In den letzten zwei Titeln sehen wir die bedingungslose Annahme der moralischen Überlegenheit durch die orthodoxen Rabbis: Wenn du meine religiöse Sicht akzeptierst und deinen Säkularismus fallen lässt, wählst du die Wahrheit und das Leben. Wenn du dem nicht zustimmst, wählst du absichtlich und offenkundig die Lüge und den Tod. Wie im christlichen Fundamentalismus zielen die orthodoxen Missionare auf die Jugend unter den säkularen und reformierten Juden.

Bart Ehrmann spricht in seinem Buch “Misquoting Jesus” über seine eigene Verwicklung in der evangelikalen Christenheit als Teenager. Er betont, dass die Missionierung der Jugend durch den protestantischen Fundamentalismus die Unsicherheiten und Ungewissheiten dieser Altersgruppe besonders ausnutzt. Die Orthodoxen tun dasselbe. Die Person, welche nach den Kandidaten für eine Bekehrung fischt, erscheint sehr positiv und sehr sicher in ihrem Auftreten. Sie wirkt in väterlichen Wohlwollen auf den potentiellen Konvertiten ein und siehe da, sie scheint etwas vom jugendlichen Denken zu verstehen. “Du bist verwirrt, nicht wahr?” Der Jugendlich denkt, “Wie kann er das wissen?” Ehrmann betont, dass er natürlich verwirrt war, schließlich war er noch ein Teenager.

Am Anfang seines Buches stellt Gold eine Reihe von einzelnen Kapiteln mit Details aus dem Alten Testament und deren Scheitern in der Praxis dar, die von den Orthodoxen jedoch als das Wort Gottes dargestellt werden, das den Schriften der Menschen gerecht wird. Der Anspruch, eine Paßfähigkeit zwischen der Bibel und der Archäologie zu erlangen, scheitert schon im Ansatz. Zahllose Versuche diesbezüglich verliefen ergebnislos. Es gibt jedoch eine Reihe von Archäologen der Bibel, die aus ihrer Verpflichtung heraus Indizien und Beweise finden wollen, mit denen sich eine große Zahl von Hebräern in der späten Bronzezeit Ägyptens(z.B. ägyptische Gefangenschaft) belegen lassen. Genauso suchen sie Beweise über den Exodus oder die Erorberung von Kanaan und das vereinigte Königreich unter David und Salomon .

Während die Bibel behauptet, dass die Armee Sennacheribs, König von Assyrien, in der Zeit der Belagerung Jerusalems wunderbarer Weise von den Engeln des Herrn in einer einzigen Nacht vernichtet wurde und König Hezekiah über die Assyrer triumphierte (2 Könige 19:35-37); liefern die Geschichte und die Archäologie eine andere Version des Ereignisses. König Sennacherib plünderte und verwüstete jede Stadt in Judäa außer Jerusalem, Hezekiah bezahlte einen riesigen Tribut an die Assyrer, bevor sich diese in Jerusalem und seiner Umgebung festsetzten. Detaiillert zeigt Gold die Fehler der biblischen Behauptungen über die göttliche Vergeltung und das Scheitern der biblischen Prophezeiungen.

Ein spektakuläres Beispiel, wie die Guten bestraft werden, die Schlechten und Bösen jedoch so davon kommen, finden wir am Ende des zweiten Buches der Könige. Manasse, der schlechte König von Judäa, der andere Götter anbetet, Wahrsager und Zauberer befragt, erfreute sich einer langen und friedvollen Herrschaft (692-639 v.u.Z, 53 Jahre), während König Josiah, der Größte unter den jüdischen Reformern im Kampf fiel, gerade 37 Jahre alt. Bei seiner Thronbesteigung war er 8 Jahre alt. Er regierte von 638-609 v.u.Z, also insgesamt 29 Jahre, viele Jahre davon war er minderjährig. Warum also gedieh der böse Könige Manasse in aller Herrlichkeit, während der gute König Josiah in der Blüte seines Lebens sterben musste? Die Bibel erklärt dass in dieser Art: (2 Könige 23:25-26)

  • Und vor ihm ist seinesgleichen kein König gewesen, der zur Jahwe umgekehrt wäre mit seinem ganzen Herzen, und mit seiner ganzen Seele und mit seiner ganzen Kraft, nach den Gesetzen Moses; und nach ihm ist seinesgleichen nicht auferstanden.
  • Doch kehrte Jahwe nicht um vor der großen Glut seines Zornes, womit sein Zorn wider Judäa entbrannt war, wegen all der Reizungen, mit welchen Manasse ihn gereizt hatte.

So ist es also. Entsprechend der Bibel tötet Gott die Guten für die Sünden der Bösen und bestraft die Menschen für die Fehler ihrer Könige. Das erinnert mich an eine alte Varité-Nummer: “Der Akt vor mir war so schlecht, dass das Publikum immer noch buhte, als ich die Bühne verließ”. Sowohl die christlichen, als auch die jüdischen Apologeten haben mit dem eben Zitierten gerungen. Oft in den bizarren Verschachtelungen ihrer Logik schwelgend, erklären sie uns, warum es wirklich Sinn macht, dass Gott gut ist, obwohl er Josiah tötete, während er Manasse nicht bestrafte.

Als nächstes bringt uns Gold das Dogma des einzigartigen Überlebens des jüdischen Volkes nahe. Das ist eins ihrer Hauptargumente, Gottes auserwähltes Volk zu sein. Die Argumentation folgt diesem Weg: Kein Volk der Geschichte hat einen Leidensweg zurücklegen müssen, wie es den Juden widerfahren ist. Bei allem was Recht ist, das jüdische Volk könnte heute ausgestorben sein. Bis heute haben sie nicht nur wunderbarerweise den Holocaust überlebt, sondern sind auch gegen alle Wahrscheinlichkeiten nach Israel zurückgekehrt und haben ihre uralte Nation wiederhergestellt. Gold betont, dass die Juden nicht das einzige Volk mit einem antiken Stammbaum sind, welches bis in die moderne Zeit überlebt hat. Das Überleben des jüdischen Volkes ist nicht das einzigartige Phänomen, welches die Orthodoxen für sich beanspruchen. So existieren die Basken zum Beispiel wesentlich länger als die Juden. Fakt ist, die Anwesenheit der Basken in den Pyrenäen geht den Geschichtsaufzeichnungen zeitlich voraus. Auf der Grundlage der jüngsten genetischen Untersuchungen ist feststellbar, dass sie über 40.000 Jahre in ihrem angestammten Gebiet siedeln. Das ist zehnmal mehr als die Dauer der identifizierbaren jüdischen Kultur. In dieser Zeit überstanden sie die Gewalt der Karthager, Römer, Mauren , Franken und Nazis. Anhand dieses Beispiels und anderer detaillierter Argumente betont Gold, das Überleben der Juden im Angesicht der Diaspora und der Pogrome ist bemerkenswert, aber es ist ohne göttliches Eingreifen erklärbar.

All das führt uns hin zum Kapitel 10, “Der Irrtum einer überlegenen, fundamentalistischen Moral.” In vielerlei Hinsicht könnte man denken, dass dieses Kapitel der große Höhepunkt des Buches ist. Ich nenne es das Mörder-Kapitel des Buches, und ein wenig Mörderhaftes haben die 44 Seiten, die man durchstehen muss, an sich, aber die Mühe ist es Wert. Am Anfang des Kapitels zitiert Gold zahlreiche Passagen aus Rabbi Feldmanns “On Judaism“, das unsere heutige Gesellschaft angreift, sie als tiefgreifend materialistisch, miserabel, hedonistisch und ohne Bedeutung charakterisiert. Nur durch Rückkehr zu den felsenfesten Werten der Orthodoxie können junge Juden ihren Weg aus dem säkularen Morast herausfinden. Gold betont, dass Feldmann darauf achtet emotional geladene Wörter zu verwenden, um seine Kritik auf alle Teile der Gesellschaft anwenden zu können, die nicht Bestandteil des orthodoxen Judentums sind. Er legt haargenau die orthodoxe Strategie fest und seine logischen Fehler sind sehr hübsch auf Seite 128 des Buches zu lesen. Was Feldmann und Gottlieb tun ist ganz offensichtlich. Sie versuchen das Allgemeine ganz groß zu schreiben, undeutlicher Glaube führt zum Verlust der religiösen Standards, das wiederum führt unvermeidlich zum Verlust des moralischen Standards. In dieser Taktik stecken zwei ernsthafte Fehler. Erstens, ein starkes Argument und ich benutze es, strikte religiöse Standards führen sehr oft zu Praktiken, die vielen von uns unmoralisch erscheinen. ich verweise nicht auf fromme Gläubige die auf Abwege geraten sind. Ich spreche über den Glauben und seine Praktiken die in den religiösen Doktrinen selbst eingebettet sind.

Nachdem betont wurde, dass die westliche Gesellschaft, trotz ihrer Probleme immer noch die ist, in welcher sich Männer und Frauen der größten persönlichen Freiheit erfreuen können, wendet Gold die Aufmerksamkeit auf die Problematik des Ersatzes der säkularen Freiheit durch die Werte des orthodoxen Judentums. Das Oberste Gericht Israels bestimmte im Jahr 2001, dass israelische Bürger die zum Judentum durch nicht-orthodoxe Rabbis konvertiert sind, als anerkannte Juden gelten. Diese Entscheidung muss hart gewesen sein. Für die Orthodoxen ist diese Entscheidung skandalös und disaströs.

Danach kommt Gold zur Stellung der Frau im orthodoxen Judentum. Die Frauen sind nicht nur von der Teilnahme an den Gottesdiensten ausgeschlossen, im religiösen Kontext werden sie schlichtweg als nicht-menschliche Wesen behandelt. Gold berichtet über die Art und Weise eines Interviews, welches Rabbi Menacham Mendel Taub im Jahr 2000 der Journalistin Deborah Sontag gewährte. Fragen und Antworten wurden durch einen Sekretär übermittelt, da der Rabbi keine Fragen von einer Frau entgegennehmen wollte. Assistenten stellten eine Sichtblende zwischen Sontag und den Rabbi, so dass er sie nicht sehen musste. Orthodoxe Männer danken jeden Morgen Gott in einem Gebet, dass er sie nicht zur Frau werden lassen hat. Eine der großen Reformen der jüdischen Aufklärung war die Tatsache, Frauen ein Recht auf Bildung zu zugestehen.

Gold betont, dass die orthodoxen Rabbis noch nicht einmal aus Versehen Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen haben, nicht gegenüber den Menschen und schon gar nicht der Regierung gegenüber. Erinnern wir uns daran was Rabbi Ovadia Yosef, der geistige Führer der Shas-Partei in Israel über den Bildungsminister Yossi Sarid zu sagen hatte. Sarid hatte mehr Übersicht und Kontrolle über die Shas-Schulen verlangt, insbesondere über etwas, was man höflich ausgedrückt, Unregelmäßigkeiten nennen könnte. Darüber hinaus resultiert die Verärgerung Yosefs aus der Tatsache heraus, dass der politische Führer der Shas-Partei, Aryeh Deri, wegen Hehlerei und Korruption verurteilt wurde. In einer Synagoge in Jerusalem nannte der Rabbi Sarid “einen Satan” und sagte anschließend, dass Gott Amalek ausrottete, vielleicht würde er ja mit Sarid ähnlich verfahren. So wie er uns gezeigt hat, in dem er Haman tötete und die Rache vollzogen wurde, so wird die Rache auch an Sarid vollstreckt werden. “Verflucht sei Haman. Verflucht sei Sarid”. Kurz nach diesem Vorfall erfolgte die Ermordung Yitzak Rabbins durch einen bekannten orthodoxen Juden. Der Generalstaatsanwalt von Israel hatte alles vorbereitet, um Yosef wegen Anstiftung zur Gewalt anzuklagen. Auf Grund der enormen politischen und religiösen Macht des Rabbis kam es jedoch nicht dazu. Im Buch werden weitere Beispiele starker, religiöser Raserei aufgezeigt. Gold macht einen exzellenten Vergleich der Rabbis mit den muslimischen Theokraten. Beiden Gruppen ist eine implizite, manchmal auch explizite Feindschaft in Richtung Demokratie zu eigen. Wenn jemand behauptet, dass Israel sich in eine Theokratie verwandeln könnte, ähnlich der im Iran unter Ayatollah Khomenei, braucht er sich nicht all zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Auf die oben genannte Anklageerhebung gegen Aryeh Deri, wegen Hehlerei und Korruption verweisend, beschreibt Gold nun, wie dieser langwierige Prozess mit vielen Einsprüchen, von überzeugten, orthodoxen Juden begleitet wurde. “Das Märtyrium in der Hand der säkularen Elite. “Offensichtlich ist die viel gepriesene überlegene Moral der Orthodoxen nur eine Frage der entsprechenden Definition. Ein solche Erklärung ist auf anderem Wege in die Verurteilung von Jack Abramoff, wegen Steuerhinterziehung und Betruges eingeflossen(Seite 159ff.). Eine faszinierende Frage ist, wie Abramoff und seine vier chassidischen Gefolgsleute für ihre konspirative Steuerhinterziehung verurteilt wurden, während andere fortfuhren, die gleichen Mittel und Wege zu benutzen, dieselben Ziele und Zwecke verfolgten, dabei aber brave, orthodoxe Juden waren, die den Shabbat einhielten, sich koscher ernährten, die vorgeschriebenen Gebete vollzogen und alles taten, um ihren orthodoxen Glauben zu leben und auf der anderen Seite ein unmoralisches und kriminelles Verhalten zeigten. Die orthodoxe Antwort? “Solche Personen sind per definitionem einfach keine religiösen Personen”, so Emanuel Feldmann. Ist das nicht der alte, rhetorische Trick, die Wahrheit zu definieren, wie wir schon vorher gesehen haben? So, im Falle Aryeh Deris, er ist eine religiöse Person, die nicht schuldig sein kann, für was sie schuldig ist und im Falle Jack Abramoffs, da er schuldig ist, kann er keine religiöse Person gewesen sein. Das ist eine klassische nichtfalsifizierbare Position. Nichtfalsifizierbare Positionen sind im Rahmen der Wissenschaften irrational und unehrlich. Ethische Angelegenheiten betreffend sind sie völlig verwerflich.

Gold führt noch andere Beispiele verwerflichen Verhaltens als Bestandteil der Orthodoxie an. Insbesondere die Tatsache, wie orthodoxe Autoritäten Rabbis schützen, bei denen sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bekannt wurde, bis hin zur Strafvereitelung. Dafür, dass die römisch-katholischen Autoritäten in ähnlicher Weise pädophile Priester respektierten, sehen wir dieses Problem als endemisch an. Religiöse, autoritäre Strukturen begünstigen unmoralisches, unethisches Verhalten bei einem Teil ihrer Funktionäre. Das ist natürlich nicht nur ein Problem religiöser Machtstrukturen allein. Zu tage tritt, wie immer, dass alle Machtstrukturen Kontrolle benötigen, dass sie für ihr Tun gegenüber den Menschen, verantwortlich sind. Das Problem mit den religiösen Machtstrukturen ist oftmals und im besonderen vor allem wahr. Wenn man bedenkt, was Gott durch den jüdisch-orthodoxen Glauben zu sagen hat, so verweigern sich die orthodoxen Autoritäten, oftmals mit Selbstgerechtigkeit, jedweder Kontrolle von Außen. Diese Strukturen sind nicht durchschaubar. Das hebt den totalen Bankrott der moralischen Überlegenheit des orthodoxen Judentums hervor.

Das Buch ist sorgfältig recherchiert, gut geschrieben und leicht lesbar. Bondage of the Mind ist R.D. Golds erstes Buch, ein viel versprechender Anfang.

von Tim Callahan

Montag, 2. Februar 2009

Goosama Bin Laden- Die Wahrheit über Flug 1549

Montag, 26. Januar 2009

Ein Bild von der DDR

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

Ende vergangenen Jahres erhielt ich den Brief einer Mutter, deren elfjährige Tochter in der Schule die DDR zeichnen sollte. Die Zeichnung des Kindes lag dem Brief bei: Der Vordergrund, mit »DDR« beschriftet, zeigt eine liegende Person mit kreisrund aufgerissenem Mund, aus deren Körper Blut fließt, flankiert von zwei Soldaten. Der Hintergrund ist durch einen dichten Zaun abgetrennt, hinter dem ein Hausdach mit rauchendem Schornstein zu sehen ist, das die Aufschrift »Freiheit« trägt.

Die Mutter, Frau Uta F., teilt über sich selbst mit, daß sie in der DDR aufgewachsen, in den 80er Jahren aber ausgereist sei. Und sie schreibt: »Sie waren einer der zentralen Beteiligten an der Wende. Deshalb wende ich mich an Sie. Soll tatsächlich ein solches Bild der Vergangenheit gezeichnet werden? Es erstaunt mich doch, in welchem Licht ganz junge Menschen heute die DDR sehen, die nichts damit zu tun gehabt haben. Sehen Sie das genauso?«

Mit ähnlichen Reaktionen, zwischen Unbehagen und Empörung, werde ich häufig konfrontiert.

Nach reiflicher Überlegung nehme ich diesen Brief und beiliegendes Bild mit Einverständnis von Frau F. zum Anlaß, meine Reaktion darauf Ihnen als höchstem Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland zu übermitteln. Und ich wähle die Form des offenen Briefes, da mir mehrfach die Enttäuschung von Persönlichkeiten der DDR vorgetragen wurde, die sich an Sie gewandt hatten, um Ihnen ihre honorigen Gründe für ein engagiertes Leben in der DDR darzulegen und im Interesse des vereinten Deutschland für eine Sicht auf das gescheiterte Land plädierten, die sich nicht in Delegitimierung erschöpft. Die Antworten aus ihrem Mitarbeiterkreis gingen am Kern des Anliegens vorbei.

Die Bedeutung Ihres hohen Amtes liegt nicht zuletzt in der Stil gebenden Ausübung Ihrer repräsentativen Funktion als Präsident des ganzen Volkes. Zum Umgang mit der Frage, die mir Frau Uta F. in ihrem Brief stellt, haben Sie sich für einen Stil entschieden, der nicht nur für die Fragestellerin enttäuschend sein dürfte. Nach Veröffentlichung einer Studie der Freien Universität Berlin mit Bewertung über das Wissen von Schülerinnen und Schülern über die DDR hielten Sie es für angebracht, in einem Gespräch mit ausgewählten Schülerinnen und Schülern davor zu warnen, die DDR zu »verklären« und die soziale Sicherheit zu loben. Die »scheinbare Vollbeschäftigung« sei mit enormen Auslandsschulden, verdeckter Arbeitslosigkeit, Raubbau an der Natur und einer Absenkung des Lebensstandards erkauft worden.

Ich habe mich am 1. Februar 1990 für eine etappenweise Vereinigung der beiden deutschen Staaten eingesetzt und galt über Jahre in den Medien der Bundesrepublik Deutschland (nicht der DDR) als politischer Hoffnungsträger. Dennoch möchte ich hier nicht meine eigene kritische Sicht auf die Geschichte der DDR und der beiden deutschen Nachkriegsstaaten darlegen. Die gescholtene »Verklärung« sozialer Sicherheit in der DDR hat aber zweifelsfrei mit heutiger Erfahrung sozialer Verunsicherung und Deklassierung zu tun, die wiederum auch Ursachen im Verfahren beim Anschluß der DDR an die Bundesrepublik Deutschland hat. Sie trugen als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium für die Tätigkeit der Treuhandanstalt eine Mitverantwortung für das vorgegebene Tempo der Privatisierungen, bei dem die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland keine Rolle spielen konnte. Ich war Mitglied des Deutschen Bundestages, als Sie im Treuhanduntersuchungsausschuß zur Abwicklung des Volkseigentums durch die Treuhandanstalt aussagten: »Bei Abwicklung mußte das gemacht werden, was zu machen war. Es ging ja auch um Auffangmaßnahmen. Wir haben die Treuhandanstalt ja in diese ABM-Maßnahmen usw. reingebracht. Das war notwendig. Ich habe jetzt nicht im einzelnen die Effizienzkontrolle im Kopf, wo wir die Abwicklungsausgaben sozusagen im einzelnen irgendwo nachvollzogen haben, aber wir haben die Kontrolle, Aufsicht über die einzelnen Fälle versucht, dafür zu sorgen, daß das alles rechtmäßig zugeht und daß das auch im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten liegt.« Im Resultat ist das Volkseigentum der DDR zu 85 Prozent in den Besitz bundesdeutscher Unternehmen, zu zehn Prozent in die Hände ausländischer Unternehmer und nur zu fünf Prozent zum Eigentum Ostdeutscher geworden.

Vielleicht sollte solchen Fakten in den Schulen mehr Aufmerksamkeit geschenkt und den Schülerinnen und Schülern neben den inneren auch die äußeren Zusammenhänge der Vereinigung mit dem 2-plus-4-Vertrag vermittelt werden. Dieser Vertrag verweist schließlich auf die Nachkriegsgeschichte und den Platz beider deutscher Staaten in ihr.

Im Juni 1961 trafen sich Chruschtschow und Kennedy in Wien, und beide wußten, die Welt beginnt zu einem Pulverfaß zu werden. Jeder Schritt, der die Rechte einer der Siegermächte über den Hitlerfaschismus in der bestehenden Nachkriegsordnung berührt, kann zum Auslöser eines neuen Weltkrieges werden. Für einen solchen Fall haben sich sowohl Eisenhower als auch Kennedy zu einer bewaffneten Auseinandersetzung, notfalls einem »totalen Krieg« unter Einsatz von Nuklearwaffen bekannt. Da aber mit dem Berliner Mauerbau die alliierten Zugangsrechte nach Westberlin nicht betroffen waren, griffen die Westmächte nicht ein. Was am 13. August in Berlin geschah, war nicht einfach der Mauerbau in Berlin, sondern das Schließen der Grenze von der Ostsee bis an die griechische und türkische Grenze, über die DDR, die CSSR und Ungarn bis Bulgarien. Die beiden militärischen und, nicht zu vergessen, wirtschaftlichen Blöcke Warschauer Vertrag/RGW und NATO waren bei gegenseitiger Akzeptanz der Siegermächte durch eine militärisch gesicherte Grenze voneinander getrennt, mit den bittersten Folgen für Menschen, einschließlich dem Verlust von Leben und Gesundheit. Zwischen zwei deutschen Staaten verlaufend, war diese Grenze auch gegen anhaltenden »Aderlaß«, d.h. wirtschaftliche Schädigung, gerichtet, wiederum auch mit destabilisierenden Auswirkungen für den Staatenblock. Die Trennlinie zwischen den Blöcken war ein Umstand, an dem die Sowjetunion, nicht zuletzt auch ihr Präsident Gorbatschow, bis zum 9. November 1989 immer festgehalten hat; ein Umstand, an dem auch die übrigen drei Siegermächte des Zweiten Weltkrieges stets festhielten, ungeachtet rhetorischer Anklagen gegen die »Mauer«. Als die beiden deutschen Nachkriegsstaaten im September 1973 zur gleichen Stunde Mitglieder der Vereinten Nationen wurden und auch danach, wurde das Thema dieser Grenze im Rahmen der Völkergemeinschaft nicht berührt, ging es dabei doch immer auch um die Interessen der Siegermächte. Aus meiner Sicht waren das Versäumnisse auf und nach der Konferenz von Helsinki im Jahre 1975.

Heute sind selbst junge Menschen mehr denn je mit den Zusammenhängen zwischen lokalen und globalen, zwischen kurz- und langfristigen Entwicklungen konfrontiert. Da wäre es durchaus naheliegend und zeitgemäß, auch die Geschichte der beiden deutschen Nachkriegsstaaten eher in solchen Zusammenhängen zu betrachten als in den gängigen selektiven Klischees von Gut und Böse.

Ich komme auf den Anlaß meines offenen Briefes zurück. Herr Präsident, vielleicht prüfen Sie noch vor der Wahl im Mai 2009, ob es die Aufgabe der deutschen Schule sein kann, einen Gewissenskonflikt zwischen Eltern und Kindern auszulösen und ob die Schule Wissen vermitteln soll, das sich auch 20 Jahre nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten an Bildern des Kalten Krieges orientiert, die nicht zur Achtung und Versöhnung beitragen.

Meinen Anspruch an den neuen Präsidenten oder eine Präsidentin der Bundesrepublik Deutschland als, wie Frau F. schreibt, ein »zentraler Beteiligter an der Wende« bringe ich hier mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck. Es war Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der im Mai 1985 in einer international sehr beachteten Rede, die ich mit großer Achtung zur Kenntnis nahm, von der Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus sprach und damit den historischen Raum damaliger Gegenwart absteckte und wertete. Die Existenz zweier deutscher Staaten war Teil dieser Geschichte. Bis in das Jahr 2010 werde wir Jahrestage begehen, die Abschnitte darin markieren. Im Jahr 2009 werden wir Wahlen und Wahlkämpfe haben. Die Parteien und ihre Repräsentanten werden sich in den Wahlkämpfen und zu den verschiedenen Jahrestagen verhalten. Nach meinem Verständnis liegt es in der Verantwortung des Bundespräsidenten, mit dem Stil der Ausübung seines hohen Amtes einem politischen Gebrauch dieser Anlässe entgegenzutreten, der die Würde von Menschen im östlichen Teil des Landes verletzt und ihnen die Achtung verweigert. (…)

Mit hochachtungsvollem Gruß

Hans Modrow

Berlin, 20.01.2009
Veröffentlicht(leicht gekürzt) in der Jungen Welt

Donnerstag, 22. Januar 2009

Uranwaffen - ein erstes Urteil

Das italienische Verteidigungsministerium wurde von einem Gericht in Florenz zur Zahlung von einer halben Million Euro verurteilt. Diese Summe stellt eine Entschädigung an einen in Somalia bei der Operation IBIS mit radioaktiven Stoffen -- Uran - kontaminierten und daran erkrankten Soldaten dar. Im Gerichtsurteil wurde von einem Kausalzusammenhang zwischen den eingeatmeten Uranstäuben und der Entstehung eines Non-Hodgekin Lymphosoms gesprochen.

Der Kausalzusammenhang ist in der Veröffentlichung des Urteils vittimeuranio.org dargelegt, ausgearbeitet von einem ärztlich-juristischen Berater des Gerichts.

Das Gericht bezeichnete es als ein Vergehen, dass das Prinzip der Vorsorge vom italienischen Verteidigungsministerium nicht angewandt wurde. Bei 40 Grad im Schatten hätten die US Militärs im Einsatz in Somalia Schutzanzüge, Schutzmasken, Handschuhe und Brillen getragen, während die italienischen Soldaten mit kurzen Hosen und Unterhemden herumliefen. Falco Accame, der eine Vereinigung der an radioaktiver Uranmunition erkrankten Soldaten eingerichtet hat, äussert sich zum Urteil:

Seit 1984 seien dem italienischen Verteidigungsministerium Unterlagen zum Einsatz von Uranmunition vorgelegen, so wie sehr wahrscheinlich auch den anderen Natoländern. Im Golfkrieg 1991 sei das Prinzip der Vorsorge von den USA noch nicht angewendet worden, hingegen 1993 beim Einsatz in Somalia schon. Erst 1999 sei diese Gefahr durch die KFOR Truppen im Balkan in Italien oeffentlich geworden. Die Nichtanwendung des Prinzips der Vorsorge müsse als Verbrechen eingestuft werden, so das Gericht in Florenz.

Montag, 19. Januar 2009

Religiöse Spinner

Die Amtseinführung Barack Obamas als Präsident der Vereinigten Staaten steht kurz bevor. Wer nun gedacht hat mit dem Ende der Bush-Ära hat die religiöse Spinnerei ein Ende, sieht sich getäuscht.

Im nachfolgenden Clip ist ein republikanischer Abgeordneter aus Georgia zu sehen, welcher mit zwei klerikalen Spinnern eine Tür salbt, durch welche Obama, zwecks Leistung seines Amtseides schreiten muss. Religiöse Idioten allerorten, Gottesstaat USA leibhaftig und in Farbe.

Freitag, 16. Januar 2009

Presseerklärung der "Volksinitiative"

Schlägerüberfall nach linker Veranstaltung

Am Samstag, 10. Januar, fand in Berlin die erste Veranstaltung der neugegründeten "Volksinitiative" unter dem Motto "Weltwirtschaftskrise: Versagen die Linken? Was ist zu tun?" statt. Mit 120 Besuchern war der Andrang Interessierter beträchtlich.

Hauptreferent Jürgen Elsässer, Buchautor und Mitarbeiter der sozialistischen Tageszeitung "Neues Deutschland", stellte gleich zu Anfang klar, wo die erwünschte Breite der Initiative ihre klare Grenze hat. "Eine Mitarbeit von NPDlern in unserer Initiative oder auch eine Zusammenarbeit lehnen wir strikt ab. Mit Leuten, die den Holocaust verharmlosen oder beschönigen oder den Nazismus verharmlosen oder
rechtfertigen, wird es keine Form der Kooperation geben. Wer, wie die NPD, immer noch im blutigen Sumpf der Vergangenheit steckt, ist für eine zukunftsorientierte Politik nicht zu gebrauchen." Am Vortag der Veranstaltung hatte sich die NPD mit einer Erklärung der "Volksinitiative" angebiedert und auf deren "unverkrampftes" Herangehen an Bündnisse spekuliert. Elsässer dazu: "Die NPD kann sich das abschminken. Das wird nicht passieren. Zwischen uns von der 'Volksinitiative' und Nazis, und zwar nicht nur der NPD, sondern jedweder Couleur, steht eine Feuerwand der Abgrenzung." Intendiert, so Elsässer, sei eine „Volksfront" in der Tradition des Bündnisses von Kommunisten, Sozialdemokraten und Bürgerlichen in den dreißiger Jahren, die sich „gegen Faschismus und Krieg" richtete. „Ein Spektrum von Lafontaine bis Gauweiler ist das, was wir wollen."

Die Veranstaltung dauerte etwa zweieinhalb Stunden und war von einer sachorientierten Diskussion geprägt, unter anderem um die Vorbereitung eines großen "Volkskongresses" zur Kritik des Finanzkapitals, der spätestens im Mai stattfinden soll. Gegen 23 Uhr löste sich die Zusammenkunft auf.

Eine knappe halbe Stunde später, als nur noch etwa 40 Leute im Saal waren, stürmten sechs bis acht Vermummte herein und begannen mit Prügeleien. Offensichtlich hatten sie es auf einen Mann abgesehen, den sie als Nazi bezeichneten. Woher dieses Wissen rührte, war unklar, denn weder diese Person noch irgend sonst jemand hatte sich während der Veranstaltung durch Diskussionsbeiträge, Zwischenrufe oder Ähnliches als Rechtsradikaler zu erkennen gegeben. Wären wir als Veranstalter darauf hingewiesen worden, dass sich Nazis in der Versammlung befinden, hätten wir selbstverständlich Platzverweise ausgesprochen.

Der angebliche Nazi wurde mit einer Flasche niedergeschlagen und brach blutüberströmt zusammen. Ein zufällig am Nebentisch sitzendender junger Mann wurde ähnlich brutal zu Boden geprügelt. Beide mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Weiterhin wurde ein Mitglied der "Volksinitiative", das sich den Vermummten in den Weg gestellt hatte, ins Gesicht geschlagen.

Wir werten diese Attacke als schweren Angriff auf die grundgesetzlich garantierte Meinungs- und Organisationsfreiheit. Offensichtlich maßt sich eine "antifaschistisch" kostümierte Schlägertruppe an, unliebsame linke Organisationsansätze wie die "Volksinitiative" durch physische Gewalt an der Verbreitung und Diskussion ihrer Ideen zu hindern. Dass
sich angeblich ein Nazi unter den über hundert Anwesenden befunden haben soll, war nur ein Vorwand für das Rollkommando: Tatsächlich war schon am 07.01. auf der Website indymedia dazu aufgerufen worden, die
Veranstaltung zu stürmen: "Lassen wir Elsässer nicht alleine, besuchen wir ihn im Wirtshaus Max & Moritz und bereiten ihm und uns einen schönen Abend. Wirksame Gegen-Argumente sollten treffsicher vorgebracht werden." (Indymedia hatte den Post nach kurzer Zeit
gelöscht.)

Die "Volksinitiative" wird sich nicht einschüchtern lassen, sondern ganz im Gegenteil ihre Arbeit verstärken. Wir werden eng mit Polizei und Staatsschutz kooperieren, um die kriminelle Vereinigung, die für den Angriff verantwortlich ist, zu überführen - und um unsere künftigen Veranstaltungen zu sichern.

Die Volksinitiative, 12. Januar 2009

Donnerstag, 15. Januar 2009

Absetzung der Anne Will Sendung zu Gaza

Prof. Dr. M. Massarrat

Hofbreede 64
D-49078 Osnabrück
Tel: 0541/442284
Fax: 0541/4430528
e-mail: mohssen.massarrat (at) uos.de

Prof. Dr. M. Massarrat, Hofbreede 64, D-49078 Osnabrück

Osnabrück, 12. Januar 2009


Sehr geehrter Herr Baumann,
sehr geehrter Herr Cichowicz,
sehr geehrte Frau Will,

sie erhalten nachstehend den Offenen Brief anläßlich der Absetzung der für die ARD-Talkshow "Anne Will" geplanten Sendung zum Krieg in Gaza zu Ihrer Kenntnis. Der Brief wurde inzwischen (innerhalb von ca. 20. Stunden nach dessen Versand) von mehreren Hundert Personen bzw. Organisationen unterzeichnet. Wir haben über 250 von ihnen registriert. Minütlich kommen neue dazu. Wir fühlen uns außerstande, alle eingegangene Namen aufzuführen. Wir können insofern davon ausgehen, dass die Sorgen, die im Brief zum Ausdruck kommen, von einem beachtlichen Teil der Menschen in unserem Land geteilt werden.

Die wenigen Zeilen, die Frau Anne Will uns und vielen anderen Menschen als Grund der Absetzung in ihrem mail vom 12. Jan., 13.57 Uhr, genannt hat, werfen mehr Fragen auf als offene Fragen zu beantworten. Uns ist zwar das Verfahren bis zur endgültigen Entscheidung für das Thema der Woche sehr wohl bekannt. Es fällt uns jedoch sehr schwer, dem von Anne Will genannten Grund für die Absetzung zu folgen, weil

  • - erstens das Palästinathema bis zum 8. Januar in Fernsehprogrammankündigungen zu sehen war und erst ab dem 9. Januar ohne Begründung verschwand,
    - zweitens die ausgewählten Teilnehmer sicherlich nicht eingeladen werden, bevor die Themenauswahl entschieden ist, und hier wissen wir definitiv, dass Rupert Neudeck, Daniel Barenboim und Sumaya Farhat-Naser eingeladen worden waren und letztere sogar in Deutschland angereist war,
    - drittens ein politisch hoch brisantes und aktuelles Thema nicht so ohne weiteres zu Gunsten eines zeitlosen Themas einfach fallen gelassen wird,
    - und weil viertens eine Redaktion in aller Regel sich hütet, zunächst eine so prominente Besetzung wie die o. g. Personen sowie Joschka Fischer und Avi Primor einzuladen, um sie dann ohne irgend einen schwerwiegenden Grund wieder auszuladen,
    - und weil fünftens und letztlich derartige Entscheidungen, soweit uns bekannt ist, in der Regel Mittwochs endgültig feststehen, die Ausladung aber in diesem Falle am Donnerstag, dem 08. Januar, ausgesprochen worden ist.
Mit freundlichen Grüßen
i. A. aller Unterzeichnerinnen und Unterzeichner

Prof. i. R. Dr. Mohssen Massarrat
*
von SteinbergRecherche

Offener Brief
An den Chefredakteur der ARD, Herrn Thomas Baumann,
an Herrn Andreas Cichowicz
und an Frau Anne Will

Sehr geehrter Herr Baumann,
sehr geehrte Frau Will,

wir haben mit Entrüstung davon Kenntnis erhalten, dass die ARD eine aktuelle Sendung der Talkshow "Anne Will" zum Konflikt im Gazastreifen kurzfristig abgesetzt hat, die für Sonntag, den 11. Januar, vorgesehen war. Zu dieser Talkshow wurden nach unserer Kenntnis u. a. auch der israelische Dirigent Daniel Barenboim und die palästinensische Hochschullehrerin Frau Dr. Sumaya Farhat-Naser sowie Rupert Neudeck eingeladen. Herr Barenboim, Frau Farhat-Naser und Herr Neudeck gehören zu den herausragenden Persönlichkeiten, die sich jeweils auf bewunderswerte Weise für den palästinensisch-israelischen Dialog engagieren und dafür sorgen, dass der noch bestehende dünne Faden menschlicher Beziehungen zwischen beiden Völkern nicht abreisst. Daniel Barenboim hat mit seinem West-Eastern-Divan-Orchestra palästinensische und israelische Musiker zusammengebracht. Sumaya Farhat-Naser sorgt seit Jahren unerschrocken für einen ständigen Dialog zwischen palästinensischen und israelischen Frauen.

Uns sind die Umstände, die zur Absetzung der geplanten Sendung führten, nicht bekannt. Im Ergebnis ist diese Entscheidung der Redaktion auf jeden Fall aber ein harter Schlag gegen die Pressefreiheit und die Demokratie in Deutschland, um so inakzeptabler, wenn die ARD unter politischem Druck gehandelt hat.

Wir bedauern sehr die Absetzung der Sendung. Die deutsche Öffentlichkeit hat gerade wegen der besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel und Palästina einen Anspruch auf umfassende und differenzierte Information über den Krieg in Gaza, zumal die deutschen Massenmedien ihrer Verpflichtung, über den aktuellen Konflikt objektiv zu berichten, überwiegend nicht nachkommen und die Menschen hierzulande nur einseitig informieren. Die erst geplante und dann abgesetzte Sendung der ARD-Talkshow "Anne Will" wäre ein erster und dringender Versuch gewesen, den bestehenden Missstand der einseitigen Berichterstattung zu einem höchst brisanten wie aktuellen Krieg ein wenig zu beheben.

Wir wollen Sie, sehr geehrter Herr Baumann, sehr geehrte Frau Will, ermutigen, Ihre Entscheidung zu revidieren und die Sendung mit der Teilnahme von Daniel Barenboim und Sumaya Farhat-Naser so bald wie möglich nachzuholen und gegen jeglichen politischen Druck, von welcher Seite auch immer, standhaft zu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Naturalismus - kein Dogma!

Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräfte gewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir haben herausgefunden, dass diese Erde groß genug ist, dass sie jedem hinlänglichem Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; dass diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf die Kosten des anderen leben will; und das wir nicht nötig haben, die ärmere Klasse an alle Himmel zu verweisen.

Heinrich Heine, Romantische Schule, 1835

Logo

RB_Star

Aktuelle Beiträge

payday loans online
dkshndc http://paydayloans2xt.com/ payday loans online...
payday loans online (Gast) - 14. Oktober, 19:13
fast payday loans
ssvjmea http://paydayloans2xj.com/ fast payday loans...
fast payday loans (Gast) - 1. Oktober, 03:28
payday loans
iycvte http://paydayloans2uw.com/ payday loans MCekQ...
payday loans (Gast) - 9. September, 16:24
order viagra online
lbevkx http://viagraonlinemtb.com / order viagra online...
order viagra online (Gast) - 29. August, 03:05
hello
tpjezn http://otquwx.com/ wlrvlcrn [url=http://egijxe.com/]wl rvlcrn[/url]
hello (Gast) - 16. August, 07:44
roxrzrrv
atkidbfp
roxrzrrv (Gast) - 12. August, 16:47
Osho
Osho mit den Moslems auf eine Stufe zu stellen, finde...
Eichhrnchen (Gast) - 19. Februar, 22:57
Zeit der Dummköpfe
Welcher Schrott wird nicht in den Fußgängerzonen deutscher...
nickpol - 16. April, 10:56
Judgment Day: Intelligent...
In this award winning documentary, NOVA captures the...
nickpol - 28. November, 12:00
Gerhard Gundermann -...
nickpol - 26. Oktober, 10:21

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Meine Kommentare

Der hätte die Abrissfirma...
Der hätte die Abrissfirma mit einem Handtuch erschlagen....
nickpol - 15. Juni, 13:59
in doors we trust
yeah, that'll be true :)
nickpol - 21. Januar, 10:30
Wer hat denn Wissenschaft...
Wer hat denn Wissenschaft zur Religion erhoben. Etwas...
nickpol - 19. Juni, 09:17
Bei mir hier heissen...
Bei mir hier heissen die Mulwarp, und wenn sich einer...
schlafmuetze - 27. Februar, 20:44
Danke Misanthrop, dir...
Danke Misanthrop, dir auch :)
nickpol - 31. Dezember, 13:31
Ich halte nicht viel,...
Ich halte nicht viel, oder besser gesagt gar nichts...
nickpol - 18. Oktober, 15:03
sieht doch gut aus, in...
sieht doch gut aus, in meiner verehelichten Zeit lief...
schlafmuetze - 17. August, 22:57
@Ansuzz
nicht aus allen Philosophien und Religionen etwas....
schlafmuetze - 8. August, 20:23

Suche

 

Status

Online seit 7481 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober, 19:13

Credits

RSS Box

Global

Social Bookmarking
Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Power Oldie Bookmark bei: Newskick Bookmark bei: Linksilo Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: Slashdot Bookmark bei: Netscape Bookmark bei: Furl Bookmark bei: Yahoo Bookmark bei: Spurl Bookmark bei: Google Bookmark bei: Blinklist Bookmark bei: Diigo Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Smarking
Bloggers' Rights at EFF

«#Euro Blogs?»

My status Locations of visitors to this page