Noch Fragen?

Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach.Weder der Deutschunterricht noch die Naturwissenschaften sind im GG auch nur erwähnt.
Niemand darf wegen seines … Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden, prompt verhöhnt.
Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt.Bisher wurden alle Versuche, auch Petitionen, Art. 7 (3) abzuschaffen, zur Verhandlung beim Verfassungsgericht nicht zugelassen.
Der Religions- oder Weltanschauungsunterricht wird bei der Aufstellung des Stundenplans mit den ordentlichen Unterrichtsfächern gleich behandelt.Was sich wie faire Gleichbehandlung anhört, schafft, wie beschrieben, eine unglaublich privilegierte Position, verlängert den Schultag für alle und erfordert (unbezahlte) Aufsichtsstunden bei den nicht am RU teilnehmenden Schülern, die jeder Studienrat kennt. Dies zur Kommentierung der „Pro Reli“-Lügen, der RU werde schulisch „an den Rand gedrängt“, finde nur „am Nachmittag statt“ usw. Niemand hat an diesen Privilegien des RU in Berlin gerüttelt. Es findet demnach kein „Kulturkampf“ statt, sondern „Pro Reli“ ist ein einseitiger Überrumpelungsangriff, dem die Bevölkerung völlig unaufgeklärt gegenübersteht. Die Versuche, Berlin mit den alten Bundesländern gleichzuschalten und RU zum „Ordentlichen“ (= zu 100 % staatsfinanzierten) Fach zu machen, gehen in die 1990er Jahre zurück, haben also nichts mit der Einführung des Ethikunterrichts zu tun!
Amtliche Kostenschätzung: Mit der Einführung eines zweistündigen Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion für allgemeinbildende Schulen sind insbesondere für die Stundentafelerhöhung und die Teilungsstunden jährliche Mehrkosten in Höhe von ca. vier Millionen € verbunden.Eine Begründung wird nicht gegeben. Die vier Mio. Euro dürfen bezweifelt werden, denn bisher findet Ethikunterricht nur in der Sekundarstufe statt. „Pro Reli“ will aber den „Wahlpflichtbereich Ethik/Religion“ für alle Klassenstufen!

Wir denken besser selber nach! Fehldiagnose führt zu Fehlbehandlung. Die Krise ist da. Und mit ihr das Heer der Heilkünstler. Den Finger besserwissend im Wind. Nun sind sie da, die Krise, ihre Symptome, die Heilkünstler und ihre vernebelnden
Erklärungsmodelle: Wie höre ich da hoch hüpfen, die Wissenden. Krisen kämen von Überproduktion, durch Verzocke, als allgemeine Krise des Kapitals oder als zyklische Krisen kapitalistischer Berg- und Talfahrt. Aus einer Enzyklopädie1 hole ich mir die Weltwirtschaftskrise: “Bezeichnung für eine heftige oder andauernde wirtschaftliche Krise, die nicht auf einen einzelnen Staat beschränkt bleibt, sondern zu einem umfassenden Zusammenbruch in allen Teilen der Weltwirtschaft führt. Gemeinhin wird mit dem Begriff Weltwirtschaftskrise jener Konjunktureinbruch bezeichnet, der in den Jahren 1929 bis 1933 die Weltwirtschaft in einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß traf und zur größten wirtschaftlichen Katastrophe der Neuzeit wurde… Die Krise von 1929 bis 1933 betraf vor allem die USA und Deutschland. Ein unbändiger Konjunkturoptimismus und der Glauben an eine anhaltende Prosperität der amerikanischen Wirtschaft führte in den USA zu umfangreichen Aktienspekulationen (zwischen 1927 und 1929 verdoppelten sich die Aktienkurse). Am Freitag, dem 25. Oktober 1929, dem so genannten Schwarzen Freitag, kam es in New York zu massiven Kursstürzen und in der Folge zum Konjunktureinbruch. Liquiditätsschwierigkeiten sorgten für Kündigungen von Krediten in den USA und zu Rückrufen der nach Europa gegebenen, zumeist kurzfristigen Kredite. Davon war vor allem Deutschland betroffen, das sich - zur Erfüllung von Reparationsverbindlichkeiten und zur Modernisierung der durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse entwerteten Produktionsanlagen -, im Ausland hoch verschuldet hatte. In Deutschland führte diese Entwicklung zu einer schweren Bankenkrise, zu zahlreichen Konkursen sowie zu Massenarbeitslosigkeit (1932 rund sechs Millionen)…” und zum Friedenschaffen2
Viel “moderne” Lösungswege: Keynes´sche Globalregulierung3, Friedmannscher Geldmengenausgleich4, Samuelsons Formelland5, Tinbergens Politikross6 etc. pp. - 2009 nicht zu unterschlagen, der neulinke Nationalstaat - Sozialismus ohne Sozialismus, doch mit starkem Nationalkapital7.
Allerorts rote Tücher. Als hätte es nie Marx gegeben. Kein Geldumlaufgesetz8, kein tendenzieller Fall der Profitrate9, kein Krisenkreislauf10, aber - was tausendmal unverzeihlicher ist - wenig Nachdenken über vorhandenes Wissen und böse Erfahrungen.
Krisen umschwirren das Kapital, wie die Motten das Licht. Je nachdem wie man sie ordnet, mehr oder weniger als ein Dutzend zu Marx Zeiten.
Und dementsprechend beschäftigen sich auch seine Arbeiten recht umfassend mit der Analysis von Krisen. Kapitalistischer Praxis ordnet Marx den gesetzmäßigen ökonomischen Kreislauf zu: mittlere Lebendigkeit - Prosperität - Überproduktion - Krise - Stagnation.11
Nichts ist alldem hinzuzufügen. Bis auf die lapidare Tatsache, dass der Staat zum Kapital gehört. Er hat keine eigenständige Funktion. Sein Platz ist im wirtschaftlichen System. Ohne Wenn und Aber.
Reguliert der kapitalistische Staat12, so reguliert er nur die Geschwindigkeit der Aufeinanderfolge des Krisenkreislaufs. Er beseitigt weder dessen Ursachen, noch dessen Gesetzmäßigkeit noch wird aus ihm ein liberaler- oder sozialer Rechtsstaat.
Bewegte sich kapitalistische Produktion ausschließlich im Wechsel von Konjunktur und Rezession, wären ihre ungezogenen Regularien nur Angebot und Nachfrage, wäre der Krisenkreislauf zu verschmerzen.
Kapital strebt aber unabhängig frommer Wünsche zum Maximalprofit. Dessen Expansionsstreben löst es von den Interessen der Produzenten und den Interessen der Besitzer der Produktionsmittel gleichermaßen. Das Gesetz kommunikativer Effizienz13, das Universalgesetz des Universums, kommt hier zum Tragen. Kapital kennt weder Moral noch humane Werte noch Nationalstolz. Der ökonomische Krisenkreislauf muss daher um seine politische Komponente erweitert werden, die gnadenlose Schaffung der Bedingungen zur Maximalprofitumsetzung.
Der komplette Krisenkreislauf schließt sich daher nicht nur mit dem Krieg, sondern seine materielle und personelle Vorbereitung begleiten den Kreislauf14 ständig. Im Zustand “mittlerer Lebendigkeit” oder im Zustand “wachsender Belebung” bricht kein Krieg aus, da ist er kräftig in Vorbereitung. In den folgenden Phasen jedoch ist der Griff des Kapitals zum Krieg sehr wohl möglich und damit auch abhängig von Handeln und akuten Interessenlagen.
Mit dem Verlottern eines Teils des Geldes vom allgemeinen Warenäquivalent im Ware - Geld - Ware Zyklus zum Spekulationsgegenstand geschieht jedoch eine Verwandlung des Geldes vom allgemeinen Zirkulationsmittel zum allgemeinen Spielgegenstand. Das Geldwertgesetz der Produktion wird unterwandert, indem dem Geld der Warenwert entzogen wird. Zwischen dem allgemeinen Zirkulationsmittel und dem allgemeinen Spielgegenstand Geld bestehen Welten. Der Spielgegenstand verlässt den Produktionskreislauf, wird Spekulationsobjekt neben ihm und als solches, da für ihn quasi gesellschaftlich wertlos, aus ihm ausgegliedert.
Verbindlichkeiten, deren gesellschaftliche “Schuld” im Ware - Geld - Ware Kreislauf unbedingt bedient werden muss, weil z.B. Produktions- und Lieferzeitunterschiede sie als Warenwerteäquivalente widerspiegeln, verkommen im Spekulationsgeschäft zum “Ehrengeschäft” der Spielschuld.
Wird dieses “Ehrengeschäft” vom Verlierer nicht bedient, oder vom Gewinner nicht eingefordert, so ist das für den sozialen Lebensprozess der Partner belanglos, da dessen Verbindlichkeiten keiner Leistung entspringen. Bediente Verbindlichkeit eines Spekulationsgeschäfts führt zwar zur Kapitalanhäufung auf der einen und zur Kapitalabnahme auf der anderen Seite, aber sie führt nicht zu Warenwertzunahme oder -abnahme.
Die Kumulation von Spekulations- oder Scheinkapital wird in Verbindung mit Verbindlichkeiten gegenüber leistungshinterlegtem, realem Kapital zur Gefahr, wenn ihre Verbindlichkeiten gleichberechtigt bedient werden. Scheinkapital avanciert dann zur politischen Gewalt. Juristisch dem Leistungskapital gleichgestellt, kann es auch dessen politischen Machtfunktionen ausüben. In den sonst relativ gleichmäßigen Krisenkreislauf, schleicht sich das Moment subjektiver, bewusster Schaltfunktion.
Sie ermöglicht das bewusste Auslösen einer Krise. Netzwerke, Macht besitzende Seilschaften werden in die Lage versetzt, Zeit, Region und Umfang der Krisenmomente zu steuern. Das Auslösen einer Krise durch asoziale elitäre Interessengruppen wird möglich.
Die lancierte Krise greift in die Realwirtschaft ein, bedient Verbindlichkeiten. Sie wäscht, durch nationales und internationales Recht gestützt, Spekulationsverbindlichkeiten in ökonomische Verbindlichkeiten.
Politische Verwaltungseinheiten werden zu Geldwaschanlagen. Eine auf den Schultern der rechtschaffenen Masse, ohne Rücksicht auf deren Verluste abzielende, internationale Neuordnung der Finanz- und Kapitalmärkte im Interesse weniger Seilschaften ist die Folge.
Man muss somit das (objektiv) ökonomische Krisengefüge kapitalistischer Produktionsweise (allgemeine und zyklische Krise) um den Begriff der (subjektiv) politischen Zweckkrise erweitern (eine Fehldiagnose der Krise führt mit Notwendigkeit zu ihrer Fehlbehandlung).
Eine Verstaatlichung einer Bank wäre somit nur stabilisierender Zwischenschritt zu erneuter Privatisierung, die Förderung nationaler Wirtschaft nur Bereicherung privater Wirtschaft.
Das käme einer grundlegenden Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse gleich. Dies aber kann der Staat des Kapitals nicht leisten, da er dadurch aufhören würde, Staat des Kapitals zu sein.
Das nationale Interesse einer Zweckkrise erwächst nur aus der feigen Minderheit geringem Kampfwert. Sie benötigt die Masse, um ihre Taschen und die Kampffelder zu füllen. Da ihre Opfer immer als Verlierer enden, also kein Eigeninteresse an der Durchsetzung der Interessen elitärer Seilschaften haben können, ist das Nationalgejaule einzige Möglichkeit, den Tod mit Vorteil der Masse schmackhaft zu machen.
Und die Moral von der Geschicht´: 1) Krisen und “Friedenschaffen” sind Begleiter kapitalistischer Produktion und als solche unter kapitalistischen Verhältnissen jedweder Art unvermeidlich. 2) Will man ihrer ledig werden, muss man die kapitalistischen Umstände hinwegfegen. 3) Zweckkrisen sind eigentlich keine Krisen, sondern Mittel der Politik16 im Gefüge von Krise und Krieg. 4) Hätte das Volk Entscheidungsgewalt, könnte es hin und wieder seinem Missbrauch möglicherweise temporär begegnen, indem es dem Sozialgeschrei des Finanz- und Industriekapitals nicht auf den Leim ginge und deren Spekulationsverbindlichkeiten absolut ignorieren würde. 5) Das hebelt jedoch Satz Nummer zwei nicht aus. 6) Das Volk kann Krisen- und Kriegsgeschäft nie begegnen, indem es den Seilschaften ihrer Verursacher und Nutznießer finanziell und mit nationaler Opferbereitschaft unter die Arme greift.
1 Encarta Enzyklopädie, 1999, Weltwirtschaftskrise (kursiv: eigene Hervorhebungen)