Religion

Mittwoch, 19. September 2007

Scientology Müll

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Oxford Persönlichkeits-Analyse

©2007 Scientology Kirche Berlin e.V.

Scientology ist nach der Lehre ihres Stifters L. Ron Hubbard eine Religion in jedem Sinne des Wortes. Ihre religiösen Wurzeln liegen im frühen Buddhismus. Ihr Ziel ist die spirituelle Erlösung und Vervollkommnung des Menschen durch Erkenntnis der in ihm selbst liegenden Wahrheiten. Dieser weg beginnt bei jeder Person selbst mit der Findung seines wahren selbst, um von dort ins unendliche zu expandieren. Der Persönlichkeitstest dient dabei als Hilfe, indem er die guten Seiten der Person bestätigt und ihre Unvollkommenheiten aufzeigt, die sie aus ihrer Sicht bereinigenden möchte. im persönlichen Testgespräch können Sie erfahren, wie die Scientology Religion Ihnen helfen kann, die in Ihnen liegenden Wahrheiten zu ergründen und durch Übung und Erkenntnis Ihre Unvollkommenheiten zu bereinigen und Ihr wahres geistiges Potential zu entfalten.

Solche Pink-farbenen Flugblätter findet man im Briefkasten, als Faltblatt. Insgesamt sind 200 Fragen zu beantworten und an die Kirche zurück zusenden. Porto bezahlt Empänger.

Verschleierung und Lüge, der eigenen Grundlagen und der Ziele der sogenannten Religion, dass machen die anderen Religionen aber auch. Ach ja, gedruckt wird das ganze im Mutterland des europäischen Katholizismus in Szczecin bei der Firma PAW s.c.

zu beantwortende Fragen:
Nr. 26 Ist Ihr Leben ein ständiger Kampf ums Überleben?
Nr. 92 Sind Sie ein langsamer Esser?
Nr. 97 Schlafen Sie gut?

Religiöser Müll im Briefkasten, wenn man den Fragebogen ausgefüllt hat ist der erste Schritt zum Auditing getan, dann gehts ans Geld.

Montag, 17. September 2007

Christentum und Mammon

Ein düsteres Bild von der Welt und den Kirchen malt ein führender evangelikaler Theologe Lateinamerikas. Der Götze Mammon regiere die Welt, und gleichzeitig breite sich ein „synkretistisches Christentum“ aus, das die Werte der Konsumgesellschaft oft mehr widerspiegele als das Reich Gottes, sagte der Argentinier René Padilla (Buenos Aires) bei einer internationalen Theologentagung Mitte September in Schmitten-Dorfweil (Taunus).

An sich nichts Neues, Armut sei aber nicht nur ein ökonomisches Problem, sondern eine Kombination von wirtschaftlichen, sozialen, politischen, kulturellen und religiösen Faktoren. Aus biblischer Sicht sei Armut »die Unterdrückung der Schwachen durch die Reichen«. Heute sei der Wirtschaftsimperialismus offensichtlich: Die Armen seien den Reichen „auf Gedeih und Verderb“ ausgeliefert. Unter den Folgen litten nicht nur Millionen Menschen in der Dritten Welt - auch in Industrieländern wachse die Zahl der Armen, und die Umweltzerstörung schade allen Menschen.

Da mischen doch alle Kirchen kräftig mit. Die katholische, sprich der Vatikan schon seit 2.000 Jahren: Aus diesem Teufelskreis kommen die Kirchen doch locker wieder heraus, indem sie das Seelenheil im Paradies versprechen. Letztlich geht es bei allen Religionen nur um die Macht, Macht über die Menschen, verbunden mit wirtschaftlichem Einfluss und in vielen Ländern mit politischen Einfluss.

Samstag, 15. September 2007

Gottes gebilligte Gewalt

Studien über Studien, nach denen die Gewaltbereitschaft bei Computerspielen und Filmen steigt. Brad Bushman von der University of Michigan geht einen Schritt weiter. Zusammen mit amerikanischen und niederländischen Kollegen («Psychol Sci», Bd. 18, S. 204) gaben sie 500 Studenten und Studentinnen blutrünstige Geschichten zum lesen. Das Buch »Richter«, welches selbst bibelfesten Gläubigen nicht so bekannt ist.

»Darin übernachtet ein Mann vom israelitischen Stamm Efraim mit seiner Nebenfrau in einer Stadt der Benjaminiter, einem anderen israelitischen Stamm. Einige üble Männer aus dieser Stadt schlagen und vergewaltigen die Frau die ganze Nacht und lassen sie am Morgen tot auf der Türschwelle liegen. Aus Rache ziehen die anderen israelitischen Stämme gegen die Benjaminiter in den Kampf und rotten sie nahezu aus.«

Nachdem jede Versuchsperson eine Variante dieser Gräuelgeschichte gelesen hatte, folgte der Aggressivitätstest. Die Versuchsperson konnte entscheiden, wie laut der Lärm sein sollte, mit dem ein anderer Teilnehmer über Kopfhörer bestraft wurde, wenn er bei einer bestimmten Aufgabe versagte.

In den USA waren fast alle Teilnehmer Christen, die meisten gehörten zu den besonders frommen Mormonen. Wurde ihnen gesagt, dass die Geschichte aus der Bibel stammte, reagierten sie aggressiver als wenn sie angeblich in einer antiken Schriftrolle überliefert worden war. Tendenziell grösser war die Gewaltbereitschaft auch, wenn die Studenten eine Version lasen, in der Gott den Waffengang anordnete.

Männer brutaler als Frauen

In Holland war nur die Hälfte der Studenten religiös. Unter diesen Gläubigen verdoppelte Gottes Segen die Aggressivität. Selbst bei den Atheisten liess er sie noch leicht ansteigen. War von göttlichem Eingreifen nicht die Rede, lagen die Gläubigen und der Rest gleich niedrig. In sämtlichen Studien quälten die Männer ihre Opfer mehr als die Frauen.

Samstag, 11. August 2007

Die Hölle auf Erden

Die Frankfurter Rundschau über die Rolle der Frauen in Pakistan. Der Artikel ist von Betsy Udink. Angesichts des zu lesenden Inhalts kann man wohl nicht von der Rolle der Frau in einer Gesellschaft reden, eher von »Tierhaltung«.

Die Frau ein Besitzobjekt, mit dem nach Gutdünken verfahren werden kann. Grundlage ist eine 1400 Jahre alte Rechtsordnung, die wahrlich männlich ist. Die islamistische Gesellschaft ein dumpfes, althergebrachtes Konstrukt, ohne Humanismus. Der Staat unternimmt nicht viel.

»Es geht auf das Ende der Monsunzeit zu. In der dunklen Frauenbaracke des Gefängnisses von Peshawar ist es feucht und drückend heiß. Auf dem Boden aus gestampfter Erde sitzt Gulnaz mit dem Rücken zu dem hohen Tor. Ihre Gesichtshaut ist aschgrau. Sie starrt auf den Kalk, der von den schmuddeligen Wänden blättert.

Gulnaz war noch ein Kind, als sie einem Schuster zur Frau gegeben wurde, einem Analphabeten wie sie selbst. Von den Kindern, die sie von ihm bekam, leben noch drei. Gulnaz hat die Jahre ihrer Ehe nicht gezählt, aber es waren viele, bis sie der Schuster eines Tages aus dem Haus warf. Dreimal rief er: "Ich verstoße dich!", und nach den Vorschriften des Islam war er damit von ihr geschieden. Sie durfte ihre Kinder nicht mehr sehen, und jedesmal, wenn sie es versuchte, jagte er sie weg, beschimpfte sie oder schlug sie zusammen.

Gulnaz bekam von ihrem zweiten Mann ein Kind, ein Mädchen. Plötzlich erschien der Schuster wieder auf der Bildfläche. Er beschuldigte sie der Zina, des Ehebruchs, und behauptete, er sei nie von ihr geschieden worden. Was für einen eindeutigeren Beweis für ihren Ehebruch gab es als das Kind, das sie geboren hatte? Der Schuster erhob Anklage, und Gulnaz wurde verhaftet. Sie wurde aufgrund der Hudud-Verordnungen ins Gefängnis gebracht, aufgrund von Dekreten, die auf 1400 Jahre alten Regeln des Koran basieren.«

Mittelalterliche Religiosität, festgeschrieben für die Ewigkeit, so scheint es. Im Dritten Jahrtausend ist die »Viehhaltung« von Frauen immer noch möglich. Und Pakistan ist da kein Einzelfall. Ich erinnere mich an die namenlosen Gräber in Jordanien. Getötete Frauen, die von ihren Ehemännern oder Brüdern umgebracht wurden, aus ähnlichen Gründen. Die Grabsteine ohne Inschrift, ohne Namen, diese Frauen sollen aus dem Gedächtnis ihrer Familien gelöscht werden. Die Frauen in den jordanischen Gefängnissen sind oftmals zu ihrem Schutz inhaftiert, damit sie nicht von ihren krankhaft-religiösen männlichen Verwandten, die zudem noch von sturer althergebrachter Tradition besessen sind, getötet werden.

Es ist erlaubt Parallelen zum Christentum zu ziehen und es ist kein Verdienst desselben, dass derartiges hier nicht mehr stattfinden kann.

Donnerstag, 9. August 2007

Sendboten der Apokalypse

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Das Pentagon schickt die Boten der Apokalypse in den Irak, um Soldaten zu bekehren. Max Blumenthal von The Nation.com in einem Artikel von AlterNet.

Der Schauspieler Stephen Baldwin, jüngstes Familien-Mitglied der berühmten Baldwin-Familie stellt nicht mehr den Kumpel in Paul Shore´s kommödiantischen Meisterstück »Biodom« dar. Dieser Tage hat er ernsthaftere Dinge zu tun. Balwin wurde ein Evangelikaler, wieder geborener Christ nach den Terrorangriffen des 11. September. Heute ist er der Star der Operation Straight Up(OSU). OSU ist eine christlich-fundamentalische Unterhaltungstruppe, die aktiv Bekehrungen unter den Militärangehörigen der US-Streikräfte durchführen. Als ein offizieller Arm des Unterstützungs-Programms des amerikanischen Verteidigungsministeriums, plant OSU Kopien des Endzeit-Games Left Behind:Eternal Force an aktive, diensttuende Soldaten im Irak zu versenden. In naher Zukunft plant OSU Investitionen für das Projekt Military Crusade in Iraq.

»Wir fühlen die Macht des Himmels, die uns ermutigt hat, mehrfache Kreuzzüge durchzuführen, die durch diese Krieg-geschüttelte Region hindurchfegen werden.«
So erklärt es die Organisation auf ihrer WebSite. Wir werden genau den Kreuzzug abhalten, der zu einem so gefährlichen Land, wie dem Irak, passt.

Religiöse Aktivitäten in den Streitkräften der USA stellen einen eklatanten Verstoß gegen die Verfassung der USA dar.

Die ganze Geschichte religiöser Abartigkeiten bei AlterNet.

Sonntag, 5. August 2007

Die Rettung einer Kirche und eines Renaissance-Gemäldes

Gott und Jesus basteln einen Sputnik. Könnte man jedenfalls meinen, wenn man sich das Bild anschaut. Das Gemälde befindet sich in der Kirche von San Pietro, in Montalcino, Italien. Gemalt wurde es von Bonaventura Salimbeni (1567-1630). Das Bild trägt den Titel »Die Verherrlichung des Abendmahls«.

Dabei sieht dieser Bildausschnitt aus wie der Umschlag von einem Science Fiction Roman. Da die Kirche Geld braucht, um nötige Restaurierungs-Arbeiten realisieren zu lassen, hat man jetzt 1.000 Exemplare des Gemäldes drucken lassen, und verkauft die Kopien für stolze 270$ das Stück. Das Geld soll in den Fonds für die Restaurierung fließen. Nach ja.

Die ganze Story hier

Freitag, 3. August 2007

»Gott« oder »Allah« ?

Was können wir unternehmen, um die Tradition unser Politiker zu ändern. Nämlich ihre drohende Frömmigkeit oder ihre religiösen Lippenbekenntnisse abzuschaffen. Es entstellt unsere öffentlichen Diskussionen und ich glaube einige Leute kommen sich blöd dabei vor. Vielleicht könnten wir die Politiker fragen, wenn sie das Wort »Gott« benutzen wollen, abwechselnd »Gott« oder »Allah« zu gebrauchen, (ganz so, wie zwischen er oder sie, in nicht-sexistischer Sprache, um niemanden zu verletzen), insbesondere die Muslime unter uns.

( Nach allem, sind Gott und Allah nicht zwei verschiedene Begriffe für ein und dasselbe Wesen?) Das dürfte einige Angewohnheiten zermalmen. Ich würde einer derjenigen sein, die amüsiert sind, wenn unsere frömmelnden, scheinheiligen Politiker fast daran ersticken, wenn sie Allah danken müssen, für all die Segnungen die er uns gewährt hat in den Vereinigten Staaten, oder wenn sie ihn anrufen, damit er sie bei ihren Vorhaben lenken werde. Wenn wir der Sprache unserer politischen Kandidaten mehr Aufmerksamkeit widmen, lassen sie vielleicht gänzlich von ihrer Rhetorik ab. Für Politiker gilt nichts wichtigeres, als die Tatsache möglicherweise durch eine praktikable Sprache eine Reihe von Wahlstimmen einzufangen.

Was ich von den politischen Kandidaten hören möchte, ist eine ernste und glaubwürdige Stimme, Gutes zu tun für die Wählerschaft, egal ob in der Stadt, im Bundesland oder für die Nation, unabhängig von ihrer oder der religiösen Zugehörigkeit der Wähler.

On Faith Daniel C. Dennett

Samstag, 28. Juli 2007

B16 feat. Sitd - Snuff Machinery









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Sehens-und Hörenswert. :))))
Danke Münchhausen

Sonntag, 22. Juli 2007

Der sanfte Wahnsinn

Dalai Lama in Hamburg, 1998. Foto: Jens NagelsDie Begeisterung für den Dalai Lama und den tibetischen Buddhismus.

Anmerkungen von Colin Goldner.
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Zwischen drei- und fünfhunderttausend Anhänger soll der Buddhismus seit Anfang der 1990er allein im deutschsprachigen Raum gefunden haben. Vor allem in ihrer tibetischen Variante scheint die "Lehre des Buddha" dem aktuellen Zeitgeist sehr zu entsprechen: die Zahl der Sympathisanten für den sogenannten Vajrayana-Buddhismus, als dessen Oberhaupt der Dalai Lama firmiert, geht in die Millionen. Wesentlicher Grund hierfür ist die Dauerpräsenz "Seiner Heiligkeit" in den Boulevard- und Yellow Press-Medien, über die das Interesse an "östlicher Spiritualität" bedient und ständig erweitert wird.

Das "Journal für die Frau" beispielsweise geht in einem umfänglichen Report der Frage nach, was denn "eigentlich so faszinierend ist an dieser Religion" und kommt zu der profunden Einsicht, es sei die "Suche nach sich selbst, nach Sinn und Seelenheil", die "Sekretärinnen und Arzthelferinnen" [sic!] en masse in die buddhistischen Zentren deutscher Großstädte treibe. Noch näher an der Wahrheit dürfte die zum eigentlichen Metier des Magazins überleitende Erkenntnis liegen: "Und sie haben prominente Vorbilder. Richard Gere, geradezu die Inkarnation des männlichen Sex-Appeals, war einer der ersten, der sich zu der südostasiatischen Religion bekannte. 1984 kriegte er eine Midlife-Krise erst in den Griff, nachdem er Buddha kennenlernte". Und auch Harrison Ford, Sharon Stone, Sting, Tina Turner und David Bowie "üben sich in den sanften buddhistischen Ritualen". Vor allem aber in der Rock- und Popszene ist es en vogue, sich als Fan des Buddhismus und insbesondere des Dalai Lama zu outen: Patty Smith, Radiohead, Sonic Youth, Adam Yauch samt seinen Beastie Boys und viele andere mehr zählen zur begeisterten Anhängerschaft des tibetischen Gottkönigs; vorneweg der alpentümelnde Hubert von Goisern, oder auch Peter Maffay, für dessen CD "Begegnungen" der Dalai Lama gar ein eigenes Grußwort schrieb.

Die Stars im Scheinwerferlicht, so das "Journal für die Frau" wissend, "führen vor, was viele in unserer westlichen Kultur empfinden: Weder Ruhm noch Besitz sind eine Garantie für dauerhafte Zufriedenheit. Was uns fehlt, sind innere Ruhe, Frieden und das Gefühl, mit sich selbst und der Welt in Einklang zu sein". Und eben dies biete der Buddhismus im Übermaß: "Alles ist heiter, gelassen, friedlich, sanft, harmonisch, alles lächelt und will nur das Beste. Wenn chinesische Soldaten brutal über Tibet herfallen, bleiben die Bewohner freundlich und gelassen. Feindschaft nicht mit Feindschaft vergelten heißt eines ihrer Gebote".

Die Auflistung romantisierender Klischees und mystizistisch angehauchter Platitüden ist bezeichnend für die Rezeption buddhistischer Vorstellungen in weiten Kreisen ihrer Anhängerschaft. Ungeachtet der Frage, was bei ernsthafter Auseinandersetzung mit dem Buddhismus vielleicht herauskommen könnte, strotzen die Auslassungen konvertierter Promis nur so vor bescheuerter Ahnungslosigkeit. Die Schauspielerin Cleo Kretschmer etwa, die sich in TV-Talkshows über ihre neugewonnenen buddhistischen Erkenntnisse verbreitet, weiß vornehmlich zu vermelden, daß es da um Mitgefühl und Liebe gehe, irgendwie, und der Dalai Lama schon ein toller Typ sei. Auf ganz ähnlichem Niveau liegen die Kenntnisse und Bekenntnisse buddhismusbegeisterter TV-Mimen wie Marie-Luise Marjan, Anja Kruse oder Sigmar Kolbach.

Selbst Martin Scorsese, Regisseur des Hollywood-Streifens "Kundun", der das Leben des Dalai Lama bis 1959 nachzeichnet, ergeht sich in völlig nichtssagenden Worthülsen: "Für mich ist der Buddhismus der Tibeter eine wunderbare Lebenseinstellung vom Frieden des Geistes und der Völker, von Liebe und Mitgefühl. Dogmen, Gier und Gewalt haben ausgedient". Drehbuch und Dreh, so Scorsese, hätten ihn von innen heraus geläutert, mit seinen bisherigen Brutalstreifen habe er nichts mehr zu schaffen. Die "Bild"-Zeitung schwelgte in höherer Dialektik: "Ein Ausnahmefilm: sinnlich und zugleich spirituell, authentisch und zugleich dokumentarisch". Zum Inhalt weiß Bild: "Erzählt wird das Leben des 14. Dalai Lamas (Jahrgang 1935). Schön chronologisch: Man fand ihn in einer Bauernhütte, als er zwei war. Aufgewachsen ist der Stellvertreter Buddhas in Tibets Hauptstadt Lhasa, hier wurde er auch von Mönchen auf sein Amt als politisches UND geistiges Oberhaupt des Landes vorbereitet. Nach Chinas Tibet-Invasion von 1949 ist er um eine friedliche Lösung bemüht, trifft 1954 sogar den Vorsitzenden Mao in Peking. Aber nachdem 1959 die Rotchinesen seine Heimat besetzen, flieht er nach Indien. Seitdem lebt er im Exil und kämpft für die Unabhängigkeit Tibets". Trefflichst gibt "Bild" die Geschichtskenntnis der Mehrheit der Dalai Lama-Fans wieder und bestätigt, was diese in Scorseses Schmalspur-Epos gelernt haben. Wirkliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Man versorgt sich mit gerade soviel an oberflächlicher Kenntnis, daß ein Bildschirm für die eigenen untergründigen Bedürfnisse und Sehnsüchte entsteht. Auf Tibet projiziert kann man sich diese als echtes Interesse am Schicksal des Landes und seiner Menschen vorgaukeln, um ohne größeren Aufwand zum "mitfühlenden Gutmenschen" zu mutieren. Bezeichnend, daß "Bild" den Dalai Lama als Autor und Werbeaugust verpflichtete: er erhielt eine eigene Kolumne im Blatt und griente monatelang von Reklametafeln und Litfaßsäulen herunter. Auch als „Gasteditor" des Lifestylemagazins "Vogue" trat er in Erscheinung.

Vor allem innerhalb der Esoterik- und Psychoszene gilt tibetischer Buddhismus, beziehungsweise das, was man davon weiß oder dafür hält, als übergeordnete "spirituelle Leitlinie". Ernsthafte Auseinandersetzung, womit auch immer, gibt es in dieser Szene freilich nicht, die oberflächliche Kenntnis von ein paar Begriffen und ein "Gefühl" für die Sache reichen völlig aus, sich "zugehörig" vorzukommen; vielfach versteht man sich dann schon als "engagierter Buddhist", wenn man einen "Free-Tibet"-Aufkleber auf dem Kofferraumdeckel spazierenfährt. Vorangetrieben wird der gewinnträchtige Boom durch eine Unzahl einschlägiger Publikationen: eingepasst in das übliche Sortiment an Astrologie-, Bachblüten- und Wunderheil-Literatur findet sich jede Menge "tibetisch" aufgemachten Unsinns auf dem Buch- und Zeitschriftenmarkt.

Für viele steht und fällt die Begeisterung für tibetischen Buddhismus mit der Figur des Dalai Lama. Das weltweit hohe Ansehen, das "Seine Heiligkeit" quer durch sämtliche politischen und weltanschaulichen Lager genießt, ist trotz aller Kritik, die in letzter Zeit gegen ihn vorgebracht wurde, völlig ungebrochen. Nach wie vor gilt er als Symbolfigur für Friedfertigkeit, Güte und in unendlicher Weisheit ruhende Gelassenheit. Seine Verlautbarungen gelten als Wahrheit schlechthin.

Derlei verklärende Sicht auf den Dalai Lama ebenso wie auf das "alte Tibet", das dieser repräsentiert, basiert wesentlich auf eklatanter Unkenntnis der tatsächlichen Gegebenheiten.
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Das Bild des "alten Tibet" (vor 1950), wie es, verbreitet über unzählige Bücher und Schriften, heute im Westen geläufig ist, zeigt das eines Paradieses auf Erden - des mythischen Shangri-La -, das den Menschen ein glückliches und zufriedenes Leben in Einklang mit sich selbst, mit der Natur und den Göttern zu führen erlaubt habe. Laut Dalai Lama sei dies dem fortwährenden Einfluß des Buddhismus zu verdanken gewesen, durch den eine "Gesellschaft des Friedens und der Harmonie" entstanden sei.

Die moderne Geschichtsschreibung weiß indes längst, daß Tibet bis zur Invasion der Chinesen keineswegs die paradiesische Gesellschaft war, die der Dalai Lama ständig beschwört. Für die große Masse der Bevölkerung war das "alte Tibet" tatsächlich eben jene "Hölle auf Erden", von der in der chinesischen Propaganda immer die Rede ist, und aus der das tibetische Volk zu befreien als Legitimation und revolutionäre Verpflichtung angesehen wurde für den Einmarsch von 1950.

Die herrschende Mönchselite beutete Land und Menschen mit Hilfe eines weitverzweigten Netzes an Klostereinrichtungen und monastischen Zwingburgen gnadenlos aus. Der relativ kleinen Ausbeuterschicht - ein bis eineinhalb Prozent - stand die große Masse der Bevölkerung als "Leibeigene" beziehungsweise "unfreie Bauern" gegenüber. Die Steuer- und Abgabenlasten, die diesen Menschen aufgebürdet wurden, drückten sie unter die Möglichkeit menschenwürdiger Existenz. Bitterste Armut und Hunger durchherrschten den Alltag in Tibet; es gab keinerlei Bildungs-, Gesundheits- oder Hygieneeinrichtungen (außerhalb der Klöster). Privilegierte beziehungsweise benachteiligte Lebensumstände wurden erklärt und gerechtfertigt durch die buddhistische Karmalehre, derzufolge das gegenwärtige Leben sich allemal als Ergebnis angesammelten Verdienstes respektive aufgehäufter Schuld früherer Leben darstelle.

Das tibetische Strafrecht zeichnete sich durch extreme Grausamkeit aus. Zu den bis weit in das 20. Jahrhundert hinein üblichen Strafmaßnahmen zählten öffentliche Auspeitschung, das Abschneiden von Gliedmaßen, Herausreißen der Zungen, das Abziehen der Haut bei lebendigem Leibe und dergleichen.

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Der theokratische Feudalismus Tibets bestand in seiner bis 1950 herrschenden Form seit Mitte des 17. Jahrhunderts, als es der militanten buddhististischen Sekte der Gelupa (=Gelbmützen) mit Hilfe der Mongolen gelang, sämtliche innenpolitischen Gegner auszuschalten. Der seinerzeitige Anführer der Gelugpa, bekannt als der "Große Fünfte Dalai Lama", erklärte sich in der Folge zur höchsten geistlichen und weltlichen Autorität des Landes. Gleichwohl Tibet 1720 dem Militärprotektorat der Mandschu zugeordnet wurde und ab 1793 vollends zum Vasallenstaat Chinas geworden war, behielt das Regime der Lamas nach innen uneingeschränkte Macht.

Solange der chinesische Kaiserhof über die erforderliche Stärke verfügt hatte, war China - einschließlich seines tibetischen Protektorats - vom Rest der Welt fast vollständig abgeschottet geblieben. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts drängten indes mit England und Frankreich militärisch hochgerüstete Westmächte in den ostasiatischen Raum, deren aggressivem Zangengriff das alte China wenig entgegenzusetzen hatte; das Mandschu-Reich zerbröckelte rapide. Durch die Niederlage Beijings im chinesisch-japanischen Krieg von 1894 wurde der Zerfall des Mandschu-Reiches weiter vorangetrieben. Mit der formalen Abdankung Pu-Yis, des letzten chinesischen Kaisers, im Februar 1912 war es endgültig zerbrochen.

Am 14. Februar 1913, so zumindest wird der Sachverhalt kolportiert, habe der seinerzeitige 13. Dalai Lama die Unabhängigkeit Tibets verkündet. Unbeeindruckt von dieser "Proklamation" beharrte die neue republikanische Regierung Chinas auf ihrem - sozusagen aus dem Kaiserreich ererbten - Hoheitsanspruch.

Die völkerrechtlich relevante Frage, ob Tibet zwischen 1913 und 1951 einen eigenständigen und unabhängigen Staat darstellte oder nicht - es ist diese Frage in Hinblick auf die Rechtmäßigkeit der chinesischen Invasion von 1950 von entscheidender Bedeutung - läßt sich nicht letztgültig klären. (Die UNO, die als einzige Körperschaft solche Klärung vornehmen könnte, hat sich der Frage tibetischer Souveränität zu keinem Zeitpunkt angenommen.)

Neben dem aus der Geschichte hergeleiteten Selbstverständnis der Volksrepublik China, demzufolge Tibet seit jeher - spätestens seit 1720 - als untrennbarer Bestandteil des chinesischen Territoriums gilt, wird der Einmarsch von 1950 noch durch weitere Faktoren legitimiert; deren entscheidender war der Anspruch, das tibetische Volk von einem doppelten Joch zu befreien: zum einen aus dem imperialistischer Machtansprüche (vor allem Großbritanniens und der USA), zum anderen aus dem der feudalistischen Leibeigenschaft einer Ausbeuterclique aus Adel und (Gelbmützen-)Klerus. Die "Befreiung" Tibets war für die Truppen Maos nicht nur logische Konsequenz sondern revolutionäre Verpflichtung gewesen.

Ab Mitte der 1950er Jahre wurde in Tibet mit Hilfe der CIA - und mit Billigung des Dalai Lama - ein großangelegter Untergrundkampf gegen die Chinesen geführt. Zwei der Brüder des Dalai Lama organisierten von Indien bzw. den USA aus den Guerillakrieg. Im Frühjahr 1959 verließ der Dalai Lama selbst - von langer Hand und mit Hilfe der CIA vorbereitet - Lhasa und begab sich ins indische Exil. Es folgten ihm bis Ende des Jahres rund 30.000 Tibeter, bis heute haben rund 120.000 Tibeter ihren Wohnsitz im Ausland genommen.

Die insbesondere im Zuge der Kulturrevolution in den 1960er Jahren von der Volksbefreiungsarmee in Tibet verübten Gewalt- und Zerstörungsakte sind durch nichts zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Gleichwohl ist den exiltibetischen Verlautbarungen und denen der internationalen Tibet-Unterstützerszene prinzipiell zu mißtrauen: Sie sind, sofern sie nicht völlig aus der Luft gegriffen sind, in der Regel heillos übertrieben und/oder beziehen sich auf längst nicht mehr aktuelles Geschehen. Die Behauptung der Exilregierung des Dalai Lama, das "tägliche Leben der Tibeter im eigenen Land" sei bestimmt durch "Folter, psychischen Terror, Diskriminierung und eine totale Mißachtung der Menschenwürde" ist reine Propaganda zur Sammlung von Sympathiepunkten beziehungsweise Spendengeldern; es spiegeln solche Anwürfe nicht die gegenwärtige Realität Tibets wider. Auch die Anwürfe von Zwangsabtreibungen und flächendeckender Sterilisierung tibetischer Frauen, von Überflutung des Landes durch chinesische Siedler, von systematischer Zerstörung des tibetischen Kulturerbes entsprechen nicht den Tatsachen.

Die Dalai Lamas als "Gottkönige" Tibets sind demokratisch durch nichts legitimiert; sie werden, ebenso wie die sonstigen Groß-Lamas, aufgrund astrologischer und sonstiger Zufallsdeutungen von der Gelugpa für ihre Rolle ausgewählt. Auch der gegenwärtige Dalai Lama, der sich als vierzehnte Inkarnation seiner Amtsvorgänger vorkommt, wurde als Zweieinhalbjähriger auf solchem Wege ausfindig gemacht. Bis heute hat er sich, trotz allen Demokratisierungsgeredes, noch nicht einmal in den exiltibetischen Kommunen durch eine Wahl oder Volksabstimmung legitimieren lassen.

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Die Doktrin der Gelugpa ist ein abstruses Konglomerat aus Geister- und Dämonenglauben, verbunden mit menschenunwürdigen Unterwerfungsritualen. Wie jede Religion basiert sie wesentlich auf raffiniert und gezielt geschürter Angst vor dem Jenseits. Horrende Monster-, Vampir- und Teufelsvorstellungen durchziehen die Lehre des tibetischen Buddhismus. Wer die Gebote der Lamas nicht befolge, finde sich unweigerlich in einer der sechzehn Höllen wieder. Eine davon bestehe aus einem "stinkenden Sumpf von Exkrementen", in dem man bis zum Hals versinke; zugleich werde man "von den scharfen Schnäbeln dort lebender riesiger Insekten bis aufs Mark zerfressen und zerpickt". In anderen Höllen wird man verbrannt, zerschlagen, zerquetscht, von Felsbrocken zermalmt oder mit riesigen Rasiermessern in tausend Stücke zerschnitten. Und das, über Äonen hinweg, immer wieder aufs Neue. Was derlei pathologischer Karmawahn in den Köpfen einfach strukturierter, ungebildeter Menschen anrichtet - ganz zu schweigen von den Köpfen drei- oder vierjähriger Kinder, die man damit vollstopft -, läßt sich nur mit Schaudern erahnen.

Systematisch werden durch den tibetischen Buddhismus geistes- und seelenverkrüppelte Menschen herangezüchtet. Wesentlicher Bestandteil des Ritualwesens, zu dem auch verschiedenste - in der Regel zutiefst frauenverachtende - Sexualpraktiken zählen, ist die Einnahme "unreiner Substanzen". Dazu gehören die "Fünf Arten von Fleisch" (Stier-, Hunde-, Elephanten-, Pferde- und Menschenfleisch) sowie die "Fünf Arten von Nektar" (Kot, Gehirn, Sexualsekret, Blut und Urin). Als tieferer Grund für derlei tantrische Riten gilt die zu erwerbende Erkenntnis, daß "kein Ding an sich rein oder unrein ist und alle Vorstellungen von solchen Gegenständen lediglich auf falscher Begrifflichkeit beruhen".

Opfer solch kollektiven Wahngeschehens ist eine ganze Gesellschaft, die seit Jahrhunderten unter dem Joch dieses von Mönchsgeneration zu Mönchsgeneration weitergegebenen Irrsinns steht. Opfer sind letztlich aber auch die Mönche und Lamas selbst, die, abgerichtet seit frühester Kindheit und jeder Chance auf eigenständiges Denken und Handeln beraubt, das psychopathische Wahnsystem, in dem sie sich bewegen, nicht als solches erkennen können; die, ganz im Gegenteil, ihr verbogenes und verkrüppeltes Selbstverständnis, ihre Kot- und Blutrituale für einen Ausdruck höheren Bewußtseins halten, unabdingbar auf dem "Weg zur Erleuchtung".

Längst ist im übrigen erwiesen, daß die Sexualpraktiken, deren die tibetischen Lamas sich befleissigen, keineswegs nur visualisiert sind, wie sie behaupten. Seit je werden hierzu ganz reale Mädchen und Frauen herangezogen. Entscheidend, so der Dalai Lama in interner Verlautbarung, sei es, sich vor dem Fehler des Samenergusses zu hüten, denn: "Ohne Ejakulation ist es kein Sex, auch wenn es so aussieht". Komme es dennoch zum "Auswurfe des Spermas", solle man dieses aus der Vagina der "Weisheitsgefährtin" herausschlürfen. Das Mönchsgebot der Enthaltsamkeit bleibe so gewahrt.

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Wenig bekannt sind die Kontakte, die der Dalai Lama zu alten und neuen Nazis unterhält. Damit ist noch nicht einmal seine Freundschaft zu Heinrich Harrer gemeint, der als SA-Mann (seit 1933!) und späterer SS-Oberscharführer überzeugter Nazi gewesen war (auch wenn er das bis zu seinem Tod Anfang 2006 abstritt). 1939 war Harrer im Zuge einer SS-Bergsteiger-Expedition zum Nanga Parbat in Nordindien (heute Pakistan) in britische Kriegsgefangenschaft geraten, aus der er 1944 nach Tibet entfliehen konnte. Anfang 1950 gab es ein erstes persönliches Treffen mit dem damals 15-jährigen Dalai Lama, aus dem sich ein mehr oder minder regelmäßiger Englisch- und Geographieunterricht entwickelte. (Im November 1950 verließ Harrer Lhasa, seine vielgerühmte Tätigkeit als "Lehrer und Vertrauter des Gottkönigs" hatte etwas mehr als ein halbes Jahr gedauert.)

Gemeint sind vielmehr die freundschaftlichen Kontakte, die der Dalai Lama im Exil zu den Mitgliedern der SS-Expedition Ernst Schäfer pflegte, die 1938/39 in Lhasa zugange war. Die Nationalsozialisten, Himmler vorneweg, hatten größtes Interesse an Tibet gehegt, wo man, basierend auf den theosophischen Schriften Helena Blavatskys, das Hirngespinst verfolgte, es hätten Überlebende des untergegangenen Kontinents Atlantis im tibetischen Hochland sagenhafte unterirdische Reiche geschaffen, in denen ihr uraltes höheres Wissen bewahrt würde. Insofern wähnte man auch den Ursprung der "nordischen Rassenseele" in Tibet beheimatet Selbstredend gab es auch handfestes politisches bzw. militärisches Interesse an "Innerasien". In den Kinos wurden ständig irgendwelche Tibet-Filme gezeigt (vor allem Bergsteigerfilme aus den 20er und 30er Jahren), es gab zahllose Ausstellungen und Veröffentlichungen zum "Dach der Welt".

Das heutige große Interesse an Tibet hat (wenn auch mit anderen Vorzeichen) seine Wurzeln mithin in der flächendeckenden Tibet-Propaganda der Nazis.

Der Dalai Lama, dessen Regent Reting Rinpoche im Jahre 1939 die Schäfer-Delegation offiziell im Potala empfangen hatte, weigert sich bis heute, irgendwelche Auskunft zu den damaligen Unterredungen zu geben. Bis in die 1990er Jahre hinein pflegte er stattdessen regen Kontakt zum letzten Überlebenden der Expedition von 1939, zu dem 1998 verstorbenen SS-Hauptsturmführer Bruno Beger, der 1971 als NS-Kriegsverbrecher ("Rassenspezialist von Auschwitz") verurteilt worden war. Man traf einander oftmals zu persönlichen Gesprächen, jeweils in herzlichster Atmosphäre.

Gemeint sind desweiteren die nachweislichen Begegnungen des Dalai Lama mit Miguel Serrano, seines Zeichens Vorsitzender der chilenischen "Nationalsozialistischen Partei". Serrano, ehedem Botschafter Chiles in Österreich, gilt als Vordenker des sogenannten "Esoterischen Hitlerismus"; in seinen Publikationen halluziniert er, der "Führer" sei nach wie vor am Leben und plane von einer unterirdischen Basis in der Antarktis aus mittels einer gigantischen Flotte an UFOs die Weltherrschaft zu erringen. Gemeint sind vor allem auch die Kontakte des Dalai Lama zu dem japanischen Terroristen und Hitler-Verehrer Shoko Ashara, den er mehrfach und in allen Ehren in Dharamsala empfing. Er stattete Asahara mit zwei hochoffiziellen Empfehlungsschreiben aus, in denen er ihn als "kompetenten religiösen Lehrer" pries und der japanischen Regierung empfahl, seiner AUM-Shinri-kyo-Sekte "den wohlverdienten steuerbefreiten Status und die gebührende Anerkennung" zu gewähren. Durch diese Empfehlungsschreiben trug er wesentlich zum Aufstieg der AUM-Sekte zu einer der (potentiell) gefährlichsten Terrorgruppen bei, die es jemals gegeben hat. (Die U-Bahn-Attentate in Tokyo vom 20. März 1995 - es hatte seinerzeit zwölf Tote und über 5.000 teils Schwerstverletzte gegeben - waren nur das Vorspiel zu einem geplanten Massenmord an 20 Millionen Menschen gewesen: die Sekte wollte die gesamte Einwohnerschaft Tokyos mit Botulismusbakterien bzw. mit Zyklon B (eine Reverenz an Hitlers Gaskammern) auslöschen, womit Asahara seinen Anspruch als buddhokratischer Weltendiktator zu unterstreichen beabsichtigte.) Zu einer klaren Verurteilung Asaharas (der inzwischen zum Tode verurteilt wurde) und seiner Mörderbande konnte der Dalai Lama sich bis heute nicht durchringen.

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2007, nach tibetischem Kalender das "Feuer-Schwein-Jahr", scheint ein besonderes Glücksjahr zu sein: Gleich dreimal kommt "Seine Heiligkeit" auf Deutschland hernieder.

Mitte Mai war dem "Gottkönig" unerwartete Ehre zuteil geworden: in einer groß aufgemachten Gala in Leipzig zeichnete die "Bild"-Zeitung ihren altgedienten Kolumnisten mit einem hauseigenen „Medienpreis" aus. Zusammen mit „Seiner Heiligkeit" wurden Daimler-Vorstand Dieter Zetsche, Comedian Hape Kerkeling, die Musikgruppe „Silbermond" und Eisläuferin Kathi Witt mit dem Preis bedacht. Als Laudator für den Dalai Lama fungierte Reinhold Messner, moderiert wurde das Ganze von Spinat-Ikone Verona Feldbusch-Pooth. Unter den Ehrengästen jede Menge „Promis", die es ohne "Bild" als solche gar nicht gäbe: Roland Koch, Peter Maffey, Heino etc.; bezeichnenderweise zählen zu den Preisträgern früherer Jahre Günther Jauch und Kai Pflaume.

Ende Juli nun steht ein weiterer Deutschland-Besuch auf dem Programm: "Seine Heiligkeit" erteilt in Hamburg Unterweisungen in „Buddhistischer Philosophie und Praxis" (5 Tage 225 Euro). Was da in etwa zu hören sein wird, zeigt ein O-Ton-Ausschnitt aus einer ähnlichen Veranstaltung in Harvard: "Ein Bewußtsein wird dadurch bestimmt, dass ein Objekt erscheint, unabhängig davon, wie das Objekt erscheint, korrekt oder falsch. Zum Beispiel tritt bei einem Bewußtsein, das fälschlich an inhärente Existenz glaubt, die Erscheinung von inhärenter Existenz auf; der Glaube an inhärente Existenz kommt erst durch die Erscheinung von inhärenter Existenz zustande. Da diese Erscheinung dem Bewußtsein tatsächlich erscheint, wird von der Konsequenz-Schule gesagt, dass es in bezug auf diese Erscheinung gültig ist; es wird sogar gesagt, dass es eine unmittelbar wahrnehmende gültige Erkenntnis in bezug auf diese Erscheinung ist. Somit ist selbst ein verkehrtes Bewußtsein, das an die inhärente Existenz seines Objekts glaubt, gültig in bezug auf die Erscheinung von inhärenter Existenz. Es ist eine gültige Erkenntnis in bezug auf die Erscheinung von inhärenter Existenz, weil es gültig ist in bezug auf die bloße Tatsache, dass ihm inhärente Existenz erscheint. Trotzdem ist es ein verkehrtes Bewußtsein, da es eine inhärente Existenz niemals gegeben hat und niemals geben wird".

Sollte es, wie üblich, auch eine Frage-Antwort-Stunde geben, sind freiformulierte Weisheiten der folgenden Art zu gewärtigen:Auf die Frage beispielsweise, was "Seine Heiligkeit" Muslimen raten könne, die zunehmend unter Generalverdacht stünden und jederart Schikanen und Drangsalierungen ausgesetzt seien, meinte er: „Mehr Geduld. Sie sollten nicht entmutigt sein. Ich denke, es ist der richtige Zeitpunkt, ernsthaft umzusetzen, was der Koran sagt. Dann werden ihre Nachbarn letztlich merken, 'ah, diese Muslime sind ziemlich friedfertig und sehr gute Bürger der Gesellschaft'. Zwischenzeitlich, wenn jemand angreift, dann verteidigt euch sehr sorgfältig. Ha ha ha. Ihr wißt, dass die Anwendung von Mitgefühl sehr grundlegend ist. Aber wenn ein tollwütiger Hund kommt, und wenn ihr dann sagt 'Mitgefühl, Mitgefühl', dann sage ich, das ist töricht".

Als Höhepunkt der Veranstaltungswoche wird Rockgitarrist John Mc Laughlin in einem Konzert "die Botschaft S.H. des Dalai Lama vom Frieden in musikalischer Form ausdrücken". Eintritt: 49 Euro.

Anläßlich seiner Reise nach Norddeutschland hatte der Dalai Lama sich auch bereit erklärt, als Gastredner an einem unmittelbar vor seiner Unterweisungswoche stattfindenden „Internationalen Kongress zur Rolle buddhistischer Frauen innerhalb der Glaubensgemeinschaft" an der Universität Hamburg teilzunehmen. Dieser Kongress, organisiert von führenden Vertreterinnen unterschiedlichster buddhistischer Denominationen und mit Teilnehmerinnen aus aller Welt, hatte sich zum Ziel gesetzt, die eklatante Ungleichbehandlung buddhistischer Nonnen gegenüber ihren männlichen Kollegen - eine volle Ordination ist für Frauen nach wie vor nicht möglich - aufzuheben oder zumindest eine gemeinsame „Unterstützungserklärung" (supportive declaration) für solches Bestreben zu erarbeiten. Weshalb die Nonnen ausgerechnet den Dalai Lama als key note speaker eingeladen hatten, der seit einer ersten Konferenz zum Thema im Jahre 1987 (!) keinen Finger für ihr Anliegen der Gleichberechtigung gerührt hatte - er hätte solche Gleichberechtigung, zumindest innerhalb seines eigenen Bezugssystems, längst per Dekret beschließen können - , blieb unerfindlich.

Nach seinem Auftritt in Hamburg wird der Dalai Lama nach Freiburg im Breisgau weiterreisen, um im örtlichen Buddhistenzentrum irgendeine neu errichtete Pagode einzuweihen. Und im September wird er schon wieder im Lande sein: für sein "Bemühen um die Anerkennung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse in der Religion" erhält er die Ehrendoktorwürde der Universität Münster verliehen.

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Colin Goldners kritische Biographie "Dalai Lama - Fall eines Gottkönigs" ist leider vergriffen. Sie wird in aktualisierter und erweiterter Form im Spätherbst 2007 bei Alibri, Aschaffenburg, neu erscheinen.

Quelle: Humanistischer Pressedienst

Kommentar von Michael Schmidt-Salomon: Licht und Schatten des Buddhismus

Colin Goldner erhielt aufgrund seiner Kritik Todesdrohungen von Anhängern des Buddhismus.

Freitag, 20. Juli 2007

Im Namen Gottes

Während sich Pakistan zunehmend im Griff der Mullahs befindet, konfrontiert einer der bedeutensten Rockstars des Landes diese mit seiner Musik. Wird das neue Album von Rohail Hyatt´s ihn in den Blickpunkt der Mullahs bringen?

Es war 1987, als Pakistan´s unübertroffene Rockband »Vital Signs« eine Pop-Melodie herausbrachte »Dil Dil Pakistan«. Der Song, der Titel heißt übersetzt "innig geliebtes Pakistan", wurde ein Riesenhit und entwickelte sich zur zweiten Nationalhymne der Pakistani. Rohail Hyatt wurde zu einer nationalen Ikone.

Hyatt´s Karriere könnte sich nun zum schlechten wenden. Jüngst hat er einen Film produziert und die Musik dafür geschrieben. Der Titel des Film »Khuda Kay Lye«.(Im Namen Gottes). Der Film schildert die Story eines jungen Rockmusikers, welcher durch die Mullahs eine Gehirnwäsche erfährt und nun selbst ein radikaler Islamist wird. Er hängt seine Gitarre an die Wand, lässt sich einen Bart wachsen und beginnt in einer Moschee zu leben.

Der Film bringt Hyatt´s eigene Erfahrungen zum Ausdruck. Junaid Jamshed, der ehemalige Sänger der Band Vital Signs verließ diese 1990 und schloss sich einer radikal, islamistischen Gruppe an. Die übrigen Bandmitglieder kämpften um Junaid, vergeblich. Jamshed´s Weg ist signifikant für die pakistanische Gesellschaft. Säkulare Künstler sind verschwunden. Hyatt´s Film richtet sich eindeutig gegen den Koran, angesichts der Entwicklung in Pakistan ein mutiger, aber auch gefährlicher Schritt.

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Wir haben die Lande gemessen, die Naturkräfte gewogen, die Mittel der Industrie berechnet, und siehe, wir haben herausgefunden, dass diese Erde groß genug ist, dass sie jedem hinlänglichem Raum bietet, die Hütte seines Glücks darauf zu bauen; dass diese Erde uns alle anständig ernähren kann, wenn wir alle arbeiten und nicht einer auf die Kosten des anderen leben will; und das wir nicht nötig haben, die ärmere Klasse an alle Himmel zu verweisen.

Heinrich Heine, Romantische Schule, 1835

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Meine Kommentare

Der hätte die Abrissfirma...
Der hätte die Abrissfirma mit einem Handtuch erschlagen....
nickpol - 15. Juni, 13:59
in doors we trust
yeah, that'll be true :)
nickpol - 21. Januar, 10:30
Wer hat denn Wissenschaft...
Wer hat denn Wissenschaft zur Religion erhoben. Etwas...
nickpol - 19. Juni, 09:17
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Bei mir hier heissen die Mulwarp, und wenn sich einer...
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Danke Misanthrop, dir auch :)
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nickpol - 18. Oktober, 15:03
sieht doch gut aus, in...
sieht doch gut aus, in meiner verehelichten Zeit lief...
schlafmuetze - 17. August, 22:57
@Ansuzz
nicht aus allen Philosophien und Religionen etwas....
schlafmuetze - 8. August, 20:23

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