Menschen bei Maischberger
München (ots) - Thema: Angriff der Gottlosen: Vergiftet Religion
die Welt?
Gäste:
Janosch (Kinderbuchautor)
Schwester Jordana (Nonne)
Peter Scholl-Latour (Journalist)
Horst Herrmann (Religionssoziologe und Kirchenkritiker)
Matthias Matussek (Kulturchef des "Spiegel")
Hans Küng (Theologieprofessor, einstiger Weggefährte von Joseph
Ratzinger)
Janosch
"Katholisch geboren worden zu sein, ist der größte Unfall meines
Lebens", sagt der religionskritische Kinderbuchautor. Schon als Kind
hätte ihn die Lehre von der Erbsünde verschreckt. Janosch, Mitglied
im Beirat der "Giordano Bruno Stiftung" für Konfessionslose, erregte
zuletzt mit seinen religionskritischen Zeichnungen Aufsehen.
Schwester Jordana
"Religion ist für mich untrennbar mit dem Dasein für Menschen
verbunden", sagt die Schwalmtaler Dominikanerin und Sprecherin des
"Wort zum Sonntag" (ARD). Mit 21 Jahren legte die
Kinderkrankenschwester aus Grevenbroich ihr Ordensgelübde ab. Heute
erlebt sie Gott "als etwas sehr viel Beständigeres als jeden
Menschen".
Peter Scholl-Latour
Deutschlands erfolgreichster Sachbuchautor ist streng gläubig und
betet täglich. Scholl-Latour bedauert, dass sich die katholische
Kirche in vielen Bereichen zu stark modernisiert habe. Der politische
und gesellschaftliche Einfluss der Religion indes sei stark wie nie.
Der Journalist ist überzeugt: "In den USA wird eher eine Frau, ein
Homosexueller oder ein Schwarzer Präsident als ein Atheist."
Horst Herrmann
"Der Katholizismus ist die infantilste Religion, weil sie ihren
Schafen das Denken verbietet", sagt der Religionssoziologe. 1970
wurde Horst Herrmann als jüngster katholischer Theologieprofessor an
die Universität Münster berufen. Nach schweren Auseinandersetzungen
mit der Kirche entzog man dem Priester und Kardinalsanwärter 1975 die
Lehrerlaubnis. 1981 trat er aus der Kirche aus.
Matthias Matussek
"Unter den Deutschen gibt es eine Renaissance des religiösen
Gefühls", glaubt der Kulturchef des "Spiegel". Matthias Matussek,
selbst Katholik und Kirchgänger, ist überzeugt, "dass jede
Gesellschaft einen Glaubenskern hat, der geschützt werden muss.
Gesellschaften, die ihn verloren haben, sind debil."
Hans Küng
Der Tübinger Theologe und frühere Weggefährte von Joseph Ratzinger,
des heutigen Papstes Benedikt XVI., zählt zu den schärfsten Kritikern
der katholischen Kirche. Er stellt die Allmacht der Päpste in Frage
und plädiert für die Priesterweihe von Frauen sowie die Abschaffung
des Zölibats. Vor 25 Jahren entzog ihm der Vatikan die Lehrerlaubnis.
Küng blieb Katholik: "Einen besseren Weg als den von Jesus habe ich
nicht gefunden."
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